Das Osterlamm ist heute aus Teig

Das Osterlamm ist heute aus Teig: Wie sich eine Tradition wandelte

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Der Teig kommt in die Form: Bäcker Thomas Hauffe aus Fuldabrück stellt kurz vor dem Fest regelmäßig Osterlämmer her.

Kreis Kassel – Es ist klein, süß, schokoladig und schmeckt am besten am Kaffeetisch: Ein gebackenes Osterlamm wird bei vielen kurz vor und während der Feiertage gegessen.

Früher war das Osterlamm nicht aus Teig. Denn laut der Internetseite osterlamm.net wurde im christlichen Altertum frisch geschlachtetes Lammfleisch unter den Altar gelegt, um es weihen zu lassen. Zu Ostern war es Brauch, dass die erste Mahlzeit des Auferstehungstages eben dieses geweihte Lammfleisch war. Der Verzehr der geweihten Speise stellte nach den Entbehrungen der Fastenzeit ein bedeutendes Ereignis für die Christen dar, heißt es.

Bereits im Mittelalter sei das Lammfleisch zunehmend durch Fleisch von Hasen oder Fasanen ersetzt worden. Heute sei dieser ursprüngliche Brauch deutlich zurückgetreten und durch das gebackene, süße Osterlamm ersetzt worden.

Wer die Süßspeise nicht selbst herstellen will, kann sie bei dem ein oder anderen Bäcker kaufen. Auch Thomas Hauffe aus Fuldabrück stellt in diesen Tagen einige Osterlämmer her, überzieht sie mit dunkler Schokolade und verpackt sie hübsch in Folie.

„Man kann die Lämmer auch mit Staubzucker abpudern, aber wenn man sie mit Schokolade überzieht, bleiben sie innen länger saftig“, sagt Hauffe. Dunkle Schokolade sei dabei die erste Wahl, denn: „Weiße ist sehr süß, außerdem schimmert bei der hellen Schokolade immer auch noch der Teig ein wenig durch.“

Erst kühlt der Teig aus, dann wird er mit dunkler Schokolade überzogen.

Verzieren kann man die Lämmchen zwar auch, das macht der Bäcker aber nur auf Bestellung. „Das ist so viel Arbeit, da müsste ich ein Lamm für acht Euro verkaufen. Diesen Preis zahlt aber in der Regel niemand.“ Die normalen Lämmer verkauft Hauffe für 4,95 Euro.

Die reine Herstellung geht dem Bäcker leicht von der Hand. Butter wird zusammen mit Zucker aufgeschlagen, es kommt Ei dazu, zum Schluss Backpulver, Vanillezucker und Mehl. Die Rührmaschine erledigt dann die weitere Arbeit, bevor Hauffe den fertigen Teig mit Hilfe eines Spritzbeutels in die Lammformen gibt. „Ich mache das so nebenbei, es gibt ja in der Backstube noch viel mehr zu tun“, sagt er.

Das Rezept hat Hauffe ein wenig mit Joghurt und Zitrone verfeinert, um den Teig lockerer und geschmacklich frischer zu machen. Doch bei der Menge der Zutaten hält er sich strikt an das Rezept. „Ich habe einen Auszubildenden, für den die festen Vorgaben einfach wichtig sind“, erklärt der Bäcker. „Außerdem gibt es bei einigen Produkten heute Vorgaben, die erfüllt werden müssen.“ Man könne zum Beispiel beim Roggenbrot nicht einfach weniger Roggen verwenden, als vorgegeben. Doch Hauffe kennt auch andere Zeiten. „Mein Vater war zum Beispiel ein Schippenbäcker.“ Doch eine Schippe in seiner Hand enthalte nicht unbedingt genauso viel Material, wie eine Schippe in einer anderen Hand. „Das ist dann doch ziemlich ungenau.“

Wer sich ein Osterlamm besorgen will, sollte das im Laufe der Woche tun, rät Hauffe. „Nach Ostern will die keiner mehr haben, deshalb werden sie dann auch nicht mehr hergestellt.“ Man könne aber auch einfach selbst eins backen, wenn man die typische Lammform dazu hat. „Das ist kein Hexenwerk.“

Rezept: Ein eigenes Osterlamm backen

Es gibt viele unterschiedliche Rezepte zum Herstellen eines Osterlamms. Ein Rezept für eine Lammform mit 0,7 Liter Fassungsvermögen ist: 75 Gramm Butter 140 Gramm Mehl 1,5 Teelöffel Backpulver 100 Gramm Zucker 1 Päckchen Vanillezucker 2 Eier 2 Esslöffel Milch Puderzucker zum Dekorieren 

1. Butter, Zucker, Vanillezucker, Milch und die beiden Eier zu einer schaumigen Masse rühren. 2. Das Mehl gut mit dem Backpulver mischen, und es langsam unter die Masse heben und sieben. 3. Die Lammbackform gut mit Butter einfetten. 4. Die fertige Teigmischung in die Form füllen. 5. Das Osterlamm bei 175 Grad für zirka 40 Minuten in den vorgeheizten Backofen geben. 6. Das fertig gebackene Lamm vorsichtig aus der Backform lösen und es auskühlen lassen. 7. Wenn der Teig zu stark aufgegangen ist, kann er am Boden glatt abgeschnitten werden, dann hat das Osterlamm einen guten Stand.

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