Ein Management für alle Wege

Rad-, Wander- und Kanu-Streckennetz in Nordhessen soll verbessert werden

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Radwege haben noch Optimierungspotenzial.

Das Rad-, Wander- und Kanu-Streckennetz in Nordhessen soll verbessert werden. Abhilfe bei Problemen soll ein gemeinsames Management schaffen. 

Nach Überschwemmung monatelang gesperrte Radwege, abgebrochene oder heruntergefallene Wegweiser, überwucherte Einstiegstellen an Flüssen – das sind nur drei der Probleme, mit denen sich Wanderer, Radler und Kanuten plagen müssen. Oft auch, weil die Information irgendwo auf dem Weg zu den Verantwortlichen versickert. Oder weil Ehrenamtliche und Bauhofmitarbeiter mit der Wegepflege überlastet sind. Das soll sich in Nordhessen jetzt ändern.

Die Mitglieder der Grimmheimat Nordhessen haben sich für ein neues Projekt zusammengetan. Die Landkreise Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meißner sowie die Stadt Kassel starten ein gemeinsames Wegequalitätsmanagement. Unterstützt wird die auf fünf Jahre angelegte Zusammenarbeit mit 100.000 Euro vom Land Hessen. Zukünftig sollen laut den Beteiligten aber noch weitere Fördergelder an Land gezogen werden.

Federführend beim Projekt ist der Kreis Hersfeld-Rotenburg. „Mit einem abgestimmten Konzept legen wir die Basis für eine noch bessere Zusammenarbeit, die die Qualität der Routen nachhaltig orts- und landkreisübergreifend sichert“, sagt dessen Landrat Dr. Michael Koch. „Dabei müssen wir glücklicherweise nicht bei Null anfangen“, ergänzt Ute Schulte, Geschäftsführerin des Regionalmanagements Nordhessen. Das übernimmt die Projektkoordination.

Michael Koch, Landrat Hersfeld-Rotenburg

Wir knüpfen an die positiven Aspekte der bestehenden Qualitätsinitiativen an.“ Aber jetzt solle eben alles aus einem Guss sein, so Schulte. Mit im Boot: Die Vereine und Ehrenamtlichen, die sich oft mit viel Herzblut für die Pflege der Routen einsetzen. Nach der Auftaktveranstaltung kommen auch sie im September in Arbeitsgemeinschaften wieder zusammen. „Einer der nächsten Schritte ist es, in den AGs zu definieren, was unsere Qualitätskriterien sind“, sagt Projektbetreuerin Hanna Kramer. Zusätzlich solle geklärt werden, bei welchen Themen besonders viel Handlungsbedarf besteht. Parallel werde auch der Istzustand analysiert, um überhaupt klären zu können, wie nah oder fern man dem Sollzustand ist.

Hanna Kramer, Regionalmanagement Nordhessen

„Wir sind uns sicher, das ist der nächste Meilenstein für den Tourismus in der Region“, sagte Schulte. Landkreisübergreifende Projekte wie die an Fulda, Diemel und Eder zeigten, wie ein abgestimmtes Qualitätsmanagement zu mehr Sicherheit und Attraktivität für Touristen führen kann. Natürlich gehe es bei dem Projekt darum, die touristische Wertschöpfung zu verbessern und durch die Zusammenarbeit langfristig Kosten zu sparen. Von der Verbesserung des Wegemanagements würden aber nicht nur die jährlich etwa 2,5 Millionen Übernachtungsgäste profitieren. Auch die 50 Millionen Tagesausflügler und die Anwohner, die etwa Radwege für Alltags- und Arbeitswege nutzen, sollen positive Veränderungen spüren.

Ute Schulte, Regionalmanagement Nordhessen

Auch aus dem Plenum kamen bei der Auftaktveranstaltung von Wanderern, Radlern, Kanuten und Tourismusexperten Anregungen. Betont wurde, wie wichtig gute Kommunikation und Vernetzung sei, wie dringend die Freiwilligen hauptamtliche Unterstützung brauchen und wie wichtig es sei, jetzt zu handeln, wo man bereits vielerorts die Auswirkungen des Klimawandels erkenne.

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