Anstieg bei Energiekosten in Sicht

Wie teuer wird 2019 der Strom im Landkreis Kassel?

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Wird Strom im kommenden Jahr teurer? Noch machen die Stromanbieter für Kassel und den Landkreis keine genauen Angaben. Die Kalkulationen laufen noch.

Die Stromanbieter im Landkreis Kassel kalkulieren ihre Strompreise neu. Nachrichten über neu berechnete Netzentgelte, Umlagen und Strommarktpreise geben schon jetzt Raum für Spekulationen.

Doch werden die Strompreise im kommenden Jahr steigen? Tatsächlich hängt der Strompreis (er liegt aktuell im Schnitt bei 29,44 Cent pro Kilowattstunde) von vielen Faktoren ab. Diese Faktoren können sich gegenseitig beeinflussen, verstärken oder sogar aufheben. Kann beispielsweise ein Netzbetreiber sein Entgelt für die Nutzung seines Netzes zugunsten der Stromkunden senken, kann ein Kursanstieg auf der Strombörse den gemachten Gewinn gleich wieder aufzehren. „Wir arbeiten bislang nur mit vorläufigen Zahlen“, sagt Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke. Hier ein kleiner Überblick über die Einflussfaktoren:

FAKTOR NETZENTGELT

Neu berechnet sind bereits die Netzentgelte für die sogenannten Übertragungsnetze (Hochspannungs-Überlandleitungen von den Kraftwerken oder Windparks bis hin zu den Umspannwerken für die Kommunen, Betreiber ist Tennet). Tennet will demnach sein Entgelt um knapp 5 Prozent senken. Ein Haushalt mit 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch würde damit rund 75 Euro pro Jahr einsparen. Die Frage ist aber, ob diese Einsparung auch tatsächlich beim Stromkunden ankommt.

Denn auch die Verteilnetz-Betreiber (Stromnetze von den Umspannwerken bis in die Haushalte, Betreiber: Städtische Werke Netz & Service, EAM) berechnen ihre Netzentgelte neu. Auch hier gibt es bislang – wenn überhaupt – nur vorläufige Angaben.

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Bei den Städtischen Werken Netz & Service zumindest wird sich in Sachen Netzentgelt für 2019 voraussichtlich kaum etwas ändern. Das muss aber nicht überall so sein. Das Verbraucherportal Verivox geht allgemein eher von einer Steigerung der Netzentgelte bei den Verteilnetz-Betreibern aus. „Hohe Investitionen ins Netz zum Beispiel könnten jederzeit wieder auf die Stromkunden umgelegt werden“, erklärt Eon-Sprecher Maximilian Heiler.

FAKTOR UMLAGEN

Hinzu kommen Steuern, Abgaben und Umlagen, die ein Netzbetreiber zu berücksichtigen hat. „So wurde jetzt die EEG-Umlage um 0,4 Cent pro Kilowattstunde gesenkt. Parallel ist aber die Offshore-Netzumlage um 0,4 Cent pro Kilowattstunde angehoben worden“, sagt Pijanka. Das Beispiel zeigt, wie das eine das andere wieder aufheben kann. Die Neuberechnungen der Kraft-Wärme-Kopplungs- und der Stromnetzentgelt-Umlage stünden noch aus. Korrekturen an Strompreis sind also immer noch möglich.

Ein entscheidender Faktor für die Stromanbieter (Städtische Werke, EAM, Eon) ist nicht zuletzt die Stromerzeugung und der Einkauf von Strom auf den Strommärkten. „An den Märkten sind aber seit mehr als zwei Jahren deutliche Steigerungen bei den Energiepreisen zu beobachten“, sagt EAM-Sprecher Steffen Schulze. Tatsächlich hat sich der Stromeinkauf wegen steigender Kohle- und Gaspreise in den vergangenen zwei Jahren nahezu verdoppelt, Tendenz weiter steigend – was sich natürlich auf den Strompreis auswirkt. So geht das Verbraucherportal Verivox allein aus diesem Grund davon aus, dass das durchschnittliche Preisniveau kurz- bis mittelfristig um bis zu fünf Prozent steigen wird (etwa 40 Euro pro Jahr).

FAZIT

So könnten im Landkreis Kassel die Strompreise im Jahr 2019 zunächst relativ konstant bleiben, dann aber tatsächlich etwas ansteigen. Sicher aber ist nichts, mit verlässlichen Zahlen ist erst Anfang 2019 zu rechnen.

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