Zwei Stunden Glück in der Woche

Schulen der Region haben Fach "Glück" im freiwilligen Angebot – Sonst in Ethik integriert

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Glücklich: Diese Mädchen sehen jedenfalls so aus. Das Thema „Glück“ wird derzeit an einigen Schulen als Fach in den Unterricht integriert.

Mehrere Schulen in Hessen haben Glück auf dem Stundenplan stehen. Auch in der Stadt Kassel gibt es laut Staatlichem Schulamt mehrere Schulen, die das Thema auf dem Stundenplan haben.

„Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, dann könnte ich viel dazu sagen“, betont Jörg Hapke, Schulleiter der Baunataler Erich-Kästner-Schule (EKS). Dann hält der Pädagoge einen Moment inne. Man merkt einfach im Gespräch, das Thema Glück ist vielfältig und beschäftigt einen. Auch Hapke. Dann sagt er nämlich: „Es gibt genügend Anlässe, über Glücksmomente zu reden.“

Und deshalb kann er sich durchaus vorstellen, auf Anregung von Schülern und Eltern das Unterrichtsthema Glück tatsächlich bald in den Stundenplan der Gesamtschule aufzunehmen. Genau das haben einige Schulen in Hessen laut Kultusministerium bereits getan (HNA berichtete). Im südhessischen Obertshausen beispielsweise steht Glück als verpflichtendes Angebot zwei Stunden in der Woche auf dem Plan.

In der Stadt Kassel gibt es nach Angaben des Staatlichen Schulamtes ebenfalls mehrere Schulen, die das Thema bereits behandeln. Das berichtet die stellvertretende Leiterin Sabine Schäfer auf Anfrage. Mit dabei sind die Jacob-Grimm-Schule mit einer Arbeitsgemeinschaft (AG) im Umfang von zwei Wochenstunden, die Offene Schule Waldau mit einem Wahlpflichtkurs im Jahrgang 10 mit zwei Wochenstunden und die Herkulesschule mit einem freiwilligen Angebot im Jahrgang 4 mit zwei Wochenstunden. Und die private Johann-Heinrich-Wichern-Schule plane die Einrichtung des Fachs für das kommende Schuljahr, so Schäfer.

Im Landkreis gibt es hingegen bislang keine Schule, die ein solches Angebot habe, erläutert sie. „Das Thema Glück wird aber auch ohne die Einrichtung eines eigenen Faches an allen Schulen und in allen Schulformen im Unterricht oder in Projekten behandelt, zum Beispiel in den Fächern Deutsch, Englisch, Ethik und Religion“, erklärt Schäfer.

Bisher finde sich das Thema Glück im Bereich Ethik und Religion wieder, bestätigt auch EKS-Leiter Jörg Hapke. „Ich selbst unterrichte Ethik. Und da reden wir viel über Glück.“ In gleicher Weise äußert sich Walter Kayser, Leiter der benachbarten Theodor-Heuss-Schule (THS).

Die Schule biete neben den fachlichen Themen auch eine soziale Säule, sagt er. „Da geht es um das Miteinander.“ Dazu zählt Kayser beispielsweise auch den Schwerpunkt Musik. „Da spielt das Thema Glück eine Rolle.“

Und er nennt ebenfalls nach einem Moment des Nachdenkens eine Reihe von weiteren Anknüpfungspunkten. Bei Kindern hinge Glück manchmal von anderen Dingen ab wie bei den Erwachsenen, sagt er. Da drehe sich vieles um Glück in der Familie, um Beziehungen, um Leben, Tod und Verlust. Auch Kayser sagt: „Ich könnte mir vorstellen, das als eigenes Thema zu machen. Die Nachfrage gibt es“, sagt THS-LeiterKayser.

Und wie könnte man das Fach fest in den Unterrichtsplan einer Schule installieren? „Wenn man hessenweit das Fach Glück verpflichtend einführen wollte, müsste dies über die Verordnung über die Stundentafeln für die Primarstufe und die Sekundarstufe I, die Oberstufen- und Abiturverordnung und die Verordnungen für die Schulformen der Beruflichen Schulen erfolgen“, erklärt Schäfer. „Dann würden auch Bildungsstandards und Inhaltsfelder erstellt, die verbindlich die Leistungserwartungen festschreiben würden.“

Über die Einrichtung von freiwilligen Unterrichtsangeboten in Form von Arbeitsgemeinschaften etwa könnten die Schulen selbst entscheiden.

Zurück zu Jörg Hapke. Er hebt dann noch die übergreifende Bedeutung des Themas hervor. „Das ist eine große Klammer, die uns leitet. Es beschäftigt uns alle“, sagt er. „Es ist wichtig, dass wir das Glücksthema haben.“

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