Laut Kunden hat sich bisher wenig getan

So soll das Internet rund um Kassel schneller werden

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Es geht nicht viel: Jason Jakobshagen und Jörg Braunisch (von links) sitzen am PC in Braunischs Büro in Eiterhagen und verzweifeln daran, wie langsam das Netz des Anbieter Götel ist.

Viele Menschen rund um Kassel sind unzufrieden mit der Anbindung ans Internet. Auch nachdem der Netzanbieter ACO vom Konkurrenten Götel geschluckt wurde, gibt es wenig Hoffnung auf Besserung.

Optimismus war bei den Betroffenen bei der Nachricht zu spüren, dass der Internetanbieter ACO vom Kommunikationsanbieter Götel geschluckt wurde. Der scheint inzwischen verflogen. Das zeigt sich zum Beispiel an den Beiträgen in der Facebook-Gruppe „ACO-connect: unser Provider?!“. Laut der Kunden hat sich bisher wenig getan.

Dem widerspricht Götel-Geschäftsführer York Weinem und wünscht sich Verständnis für die Komplexität der Aufgabe, vor der das Unternehmen steht. Die Götel verfolge als regionaler Anbieter mit der Übernahme der ACO und der Netcom-Tochter OR Network den strategischen Ausbau der Breitbandversorgung in Südniedersachsen und Hessen. Im eigenwirtschaftlichen Ausbau würden dabei in der Netzregion der Unternehmensgruppe jährlich mehrere Tausend Haushalte mit FTTH (Glasfaser bis ins Haus) neu angeschlossen.

Die Bestandsaufnahme der eingesetzten Technik und erreichten Übertragungskapazitäten sei bereits erfolgt, erklärt Weinem. Auch Schwachstellen seien dabei ermittelt und ein Plan mit Schritten zur Ertüchtigung erstellt worden. Ein solcher Schritt könne etwa die Anbindung von funkversorgten Multifunktionsgehäusen an einen Glasfaser-Anschluss sein, der Austausch von Sendetechnik durch leistungsstärkere Geräte oder der Aufbau einer FTTC-Versorgung (Glasfaser bis zum Bordstein/Straßenrand).

Anfragen für externe Glasfaserzugriffe gestellt

„Welche Veränderungen im Netz der ACO zum Zuge kommen, hängt im Wesentlichen von vorhandenen Infrastrukturen ab“, sagt Weinem. Die kurzfristige Anbindung an ein bestehendes Glasfasernetz sei etwa dann möglich, wenn entsprechende Trassen in kurzer Distanz vorhanden seien und deren Nutzung auch von den jeweiligen Eigentümern vertraglich zugesichert und ermöglicht werde. Einige solcher Projekte seien – trotz der hohen Komplexität – bereits in Angriff genommen worden. „Erste Anfragen für externe Glasfaserzugriffe wurden bereits gestellt sowie Kontakte zu Tiefbaufirmen für konkrete Maßnahmen aufgenommen.“

Auch im Bereich Söhrewald-Eiterhagen soll es laut Weinem eine spürbare Verbesserung der Netzkapazität geben. Geplant sei die technische Aufrüstung zur Erhöhung der Bandbreite auf der vorhandenen Infrastruktur Ende des zweiten Quartals 2019. Außerdem soll es eine Anbindung des Kabelverzweigers an die Glasfaserlinie der Breitband Nordhessen, auch Nordcluster genannt, geben.

Dieses Netz, das derzeit fertiggestellt wird, führt laut Weinem größtenteils durch die Orte, die bereits von der ACO versorgt wurden. Mit der Netcom, die in diesem Nordcluster die aktive Technik aufbaut, gebe es bereits eine Kooperation zur Mitnutzung dieser Glasfaser-Leitungen.

Ebenfalls im zweiten Quartal soll laut Weinem die Anbindung von zwei Richtfunkverteilern direkt an Glasfaser sowie Kapazitätserweiterung vorhandener Strecken in Schauenburg, Naumburg, Wolfhagen, Zierenberg, Fuldatal, Grebenstein und Hofgeismar erfolgen. Eine Anbindung von weiteren Kabelverteilern direkt an Glasfaser des Nordclusters sei bis Mitte 2019 in den Gemeinden Grebenstein, Trendelburg, Fuldatal, Liebenau und Wolfhagen geplant.

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