Journalistenaustausch

US-Journalistin Anne Marie Hunter zu Gast in Kassel: „Ich will Brücken bauen“

+
Anne Marie Hunter, US-Fotojournalistin, Kansas City, nimmt an einem Austausch mit HNA-Redakteurin Michaela Pflug teil.

Was verbindet die USA und Deutschland? Das haben wir US-Journalistin Anne Marie Hunter gefragt, die vier Wochen zu Gast bei der HNA ist. 

Kreis Kassel –Wo sind die Nationen „Wunderbar Together“ oder auch nicht? Darum geht es im „Deutschlandjahr USA“, bei dem über 1000 Ausstellungen und Projekte über Deutschland durch die USA reisen. Und es reisen nicht nur Dinge, sondern auch Menschen durch die Lande.

So auch HNA-Redakteurin Michaela Pflug und US-Fotojournalistin Anne Marie Hunter. Beide nehmen an einem Journalistenaustausch teil. Wir haben uns mit Hunter über Freundschaft, Erwartungen und Hunde unterhalten.

Sie sind am Sonntag angekommen, wie war Ihr erster Tag in Kassel?

Ich fühlte mich sehr willkommen. Und das, obwohl es ein paar Probleme gab, meine Wohnung in Mitte zu erreichen. Ich bin mit dem Zug aus Frankfurt nach Wilhelmshöhe gefahren und dort in ein Taxi gestiegen. 

Wegen des Kassel-Marathons waren allerdings viele Straßen gesperrt und wir konnten nicht zum Apartment. Mein Taxifahrer war allerdings wunderbar. Er parkte 300 Meter von meiner Wohnung und trug all mein Gepäck. Er wartete sogar mit mir, während ich versuchte herauszufinden, wie das seltsame elektronische Schloss an der Unterkunft funktioniert. 

Später traf ich meine Austauschpartnerin Michaela zum ersten Mal persönlich. Sie begrüßte mich mit einer festen Umarmung und einem Beutel voller Lebensmittel, da man, im Gegensatz zu den USA, in Deutschland an Sonntagen anscheinend nicht einkaufen gehen kann.

Worauf freuen Sie sich in den kommenden Wochen besonders?

Darauf, die Leute in Nordhessen kennenzulernen und ihre Geschichten zu hören. Mit Menschen zu interagieren, ist mir wirklich wichtig und ist schon immer ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit. Ich bin außerdem gerne draußen in der Natur und kann es kaum erwarten, die nähere Gegend und die ganze Region zu erkunden.

Warum haben Sie sich entschieden, an dem Austausch teilzunehmen?

Meine Leidenschaft ist es, zu lernen. Ich will Ideen austauschen und neue Leute treffen. Dieser Austausch gibt mir die Möglichkeit, genau das an völlig neuen Ort zu tun. Ich will Brücken bauen, nicht nur zwischen Individuen, sondern auch zwischen Journalisten und Kulturen. 

Mir ist es auch wichtig, zu zeigen, welches Potenzial und welchen Wert Journalismus und das publizierte Wort hat, um uns zu verbinden. Ich habe außerdem das Gefühl, dass es im gegenwärtigen Klima, in dem Journalisten mehr denn je bedroht werden, besonders wichtig ist, die Freiheit zu schützen und zu wertschätzen, die es uns erlaubt, unsere Ideen und die Wahrheit auszusprechen.

Haben Sie schon Gemeinsamkeiten entdeckt?

Ich habe am Sonntagabend einen langen Spaziergang entlang der Friedrich-Ebert-Straße gemacht und ziemlich viele Hunde und ihre Besitzer gesehen. Unabhängig von unseren Unterschieden, man kann wohl auf jeden Fall sagen, dass Amerikaner und Deutsche ihre Tiere sehr lieben.

Auch an der Arbeit habe ich schon Gemeinsamkeiten entdeckt. Die HNA und die Publikationen, für die ich in Kansas City arbeite, setzen einen wichtigen und richtigen Schwerpunkt auf lokale und regionale Geschichten und die Menschen vor Ort.

Dieser Beitrag entstand im Rahmen des Journalistenaustauschprogramms „Nahaufnahme“ des Goethe-Instituts und des Deutschlandjahrs USA unter dem Motto „Wunderbar Together“. Weitere Informationen finden Sie unter goethe.de/nahaufnahme und unter #GoetheCloseUp sowie #WunderbarTogether.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.