Die Zelt-Festivals in Vellmar und Kassel im Vergleich

Sommer im Park oder Kulturzelt: Welches ist das bessere Festival?

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Wenn sich der Festplatz in Vellmar in eine Zeltlandschaft verwandelt, dann weiß jeder: Der Sommer im Park beginnt.

Jan Josef Liefers beim Sommer im Park und Frank Turner im Kulturzelt: Die Festivals in Vellmar und Kassel holen die Stars in die Region. Aber welches ist besser?

Es gibt tatsächlich Leute, die meinen, in Kassel und Umgebung sei nichts los. Dabei hat man in diesen Wochen die Qual der Wahl. Das Kasseler Kulturzelt und der Vellmarer Sommer im Park buhlen beide um Gäste. 

Wir haben die traditionsreichen Festivals genauer und mit einem Augenzwinkern unter die Lupe genommen – für den ultimativen Festival-Vergleich.

Für viele gehört ein Besuch des Biergartens am Kulturzelt einfach zum Sommer dazu, egal, ob sie ein Konzert besuchen oder nicht. 

Ambiente

In Anlehnung an das berühmte Jazzfestival am Genfersee wird das Kulturzelt auch als „hessisches Montreux“ bezeichnet. Obwohl das Wasser nebenan nur die Fulle ist und nicht der Genfersee, ist die Atmosphäre tatsächlich einzigartig. Mitten in der Stadt und doch im Grünen schlägt im Sommer das Herz Kassels.

Der Sommer im Park findet dagegen auf einem riesigen Parkplatz statt. Vom idyllischen Ahnepark wird das Festival-Gelände durch die viel befahrene Bundesstraße getrennt. Es ist ein kleines Wunder, dass man sich an diesem Ort trotzdem wohlfühlt. Vorteil: Kulturzelt

Acts

Mancher wird sich spätestens jetzt fragen, warum wir Äpfel mit Birnen vergleichen. Tatsächlich sind es zwei unterschiedliche Festivals. Das Kulturzelt ist (bis auf eine Lesung mit dem Bestseller-Autor Heinz Strunk) ein Musik-Festival, das vor allem den Geschmack jenseits des Charts-Einheitsbreis bedient. Der Sommer im Park setzt dagegen in erster Linie auf Publikumslieblinge aus Comedy (Mirja Boes), Kabarett (Florian Schroeder) und Fernsehen (Axel Prahl). Beides hat seine Berechtigung. Urteil: unentschieden

Beliebtheit

Hier spielt das Kulturzelt in einer anderen Liga. Im Rekordjahr 2018 zählten die Veranstalter 28.000 Besucher, nach Vellmar kamen immerhin 9500 Gäste. Bei Facebook und Instagram folgen dem Kulturzelt fast 4500 Menschen. Der Sommer im Park gefällt 355 Facebook-Usern. Bei Instagram, das immer wichtiger wird, ist Vellmar gar nicht präsent. Vorteil: Kulturzelt

Erreichbarkeit

Die zentrale Innenstadt-Lage des Kulturzelts ist toll, hat aber auch einen Nachteil. Ausreichend Parkplätze gibt es nur etwas entfernt am Auedamm. Hier punktet der Sommer im Park, da der Festplatz auch ein Parkplatz ist. Zudem ist die Eintrittskarte zugleich ÖPNV-Ticket. Das gibt es im Kulturzelt bislang nicht. Vorteil: Sommer im Park

Nachhaltigkeit

Beim Trend-Thema geben sich beide Festivals viel Mühe. Plastikmüll wird weitgehend vermieden. Es gibt Pfand-Teller und Gläser statt Einweggeschirr. Der neue Shuttle-Service, der Kulturzelt-Besucher am Wochenende mit E-Autos und Hybridwagen kostenlos vom Kulturzelt nach Hause bringen soll, wird nur spärlich angenommen. Vielleicht auch deshalb, weil immer mehr Gäste mit dem Rad kommen. Die neuen Radständer haben sich jetzt schon bezahlt gemacht. In Vellmar gibt es sogar einen eigenen Fahrrad-Parkplatz.

Urteil: unentschieden

Gastronomie

Für manche Besucher ist der Biergarten mindestens ebenso wichtig wie die Show auf der Bühne. Hier lassen die Festivals fast keine Wünsche offen. Currywurst, Flammkuchen und regionale Getränke gibt es an beiden Standorten. Wrap-Fans werden dagegen nur beim Sommer im Park satt, süße Waffeln sind die gefragte Spezialität beim Kulturzelt.

Urteil: unentschieden

Toiletten

Wahrscheinlich war schon jede Festival-Besucherin einmal auf einer Männer-Toilette, weil die Schlange vor dem Frauenklo so unendlich lang war. Dagegen ist Vellmar ein Paradies: Hier haben Damen gleich die luxuriöse Wahl zwischen 13 Kabinen. Alle befinden sich in einem festen Haus am Rand des Festplatzes. Niemand muss mehr warten. Selbst im Backstage-Bereich gibt es statt eines Dixie-Klos schon seit drei Jahren ein festes Toilettenhäuschen, seit diesem Sommer sogar mit Dusche.

Vorteil: Sommer im Park

Urteil der Stars

Glaubt man den Künstlern, hat Nordhessen die beiden besten Festivals Deutschlands. Caroline Athanasiadis, die mit ihrem Duo Kernölamazonen gerade zum fünften Mal in Vellmar gastierte, lobt: „Es ist einfach die beste Location mit den besten Veranstaltern.” Und Götz Alsmann gefällt es so gut, dass er in diesem Jahr bereits zum 17. Mal beim Sommer im Park auftritt. Öfter waren nur die 17 Hippies im Kulturzelt. Sie bestreiten jedes Jahr den Abschluss. Auch Sänger Thees Uhlmann ist begeistert vom Festival an der Drahtbrücke: „Dies ist ein heiliger Ort für mich.“

Urteil: unentschieden

Sonstiges

Auf beiden Festivals werden sich Besucher jeglichen Alters wohlfühlen. Auch die Generation Instagram kommt an beiden Orten auf ihre Kosten. Sowohl in Vellmar als auch in Kassel gibt es mittlerweile ein offenes WLAN. In Kassel heißt das Netzwerk passenderweise Offenfürvielfalt.

Urteil: unentschieden

Fazit

Ob Sommer im Park in Vellmar oder Kulturzelt in Kassel – der Region würde sehr viel fehlen, wenn es eines der Festivals nicht mehr gäbe. Gesamturteil: unentschieden

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