SPD trotz Sieg enttäuscht

Wahlkreis Kassel-Land II: Sozialdemokratin Manuela Strube holt ihr Direktmandat

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Freuten sich über das Direktmandat: Manuela Strube, Kandidatin der SPD im Wahlkreis Kassel-Land II, mit Ehemann Christian Strube (links) und Timon Gremmels.

Trotz des historischen Tiefs für die SPD in Hessen wird der Landkreis Kassel weiterhin von SPD-Abgeordneten in Wiesbaden vertreten.

Manuela Strube hat das Direktmandat im Wahlkreis Kassel-Land II mit 37,1 Prozent geholt. Auch der Sozialdemokrat Oliver Ulloth konnte die meisten Stimmen im Wahlkreis Kassel-Land I für sich verzeichnen.

Doch der klare Sieg konnte nicht über die insgesamt getrübte Stimmung hinwegtäuschen. Sichtlich schockiert waren Landrat Uwe Schmidt, Bundestagsabgeordneter Timon Gremmels und Susanne Selbert, Landesdirektorin des Landeswohlfahrtsverbands Hessen am Sonntagabend nach den ersten Hochrechnungen. Gemeinsam mit weiteren Sozialdemokraten verfolgten sie die Wahl in der Baunataler Stadthalle. Dort fand nämlich auch die Wahlparty der SPD-Bürgermeisterkandidatin Silke Engler statt.

Die Direktkandidatin für den Wahlkreis Kassel-Land II Manuela Strube verfolgte den Wahlabend in der Stadthalle mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Das Ergebnis der Zweitstimmen ist desaströs.“ Obwohl die SPD in den Umfragen die Kompetenzen in den Themen Bildung, Mobilität und Wohnen zugesprochen bekommen hatte, habe sich das nicht auf die Wahl niedergeschlagen. Es sei enttäuschend, dass die SPD in Hessen dafür abgestraft wurde, was im Bund falsch laufe. „Wir haben da keinen Rückenwind aus Berlin bekommen, sondern haben mit der Faust herbe Schläge ins Gesicht bekommen“, sagte Strube.

Nicht zufrieden mit dem Ergebnis: Frank Williges (CDU) war sichtlich enttäuscht vom schlechten Abschneiden seiner Partei. Ihn begleitete am Wahlabend in das Landhaus Meister in Kassel seine Frau Heike. 

Trotzdem überwog am Ende eines langen und spannenden Wahlabends das Positive. „Ich bin total erleichtert und sehr zufrieden mit den 37,1 Prozent“, sagte sie über ihr Ergebnis. Auch, wenn es schlechter war als das Ergebnis ihres Vorgängers Timon Gremmels, der 2013 noch 47,6 Prozent einfahren konnte. „Aber dafür, dass ich erst seit einem Jahr dabei bin und noch nicht so bekannt wie er, bin ich sehr zufrieden“, sagte die zweifache Mutter. Eine Koalition zwischen der CDU und Sozialdemokraten auf Landesebene könne sie sich nicht vorstellen. „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es nicht passt.“

Apropos CDU: Sichtlich enttäuscht vom Wahlergebnis zeigte sich Frank Williges, Direktkandidat der Christdemokraten im Wahlkreis Kassel-Land II. Erneut scheiterte er in seinem Wahlkreis. Zum Abschneiden der CDU sagte er: „Damit kann ich nicht zufrieden sein. Auch, wenn es uns nicht ganz so schlimm getroffen hat wie unsere Hauptmitbewerberin SPD.“

Trotzdem sei das Ergebnis seiner Partei für ihn nicht überraschend. Woran das schlechte Abschneiden der CDU gelegen haben könnte? „Die Hessenwahl war völlig dominiert von Berlin. In dem Maße hat es das noch nicht gegeben.“ Williges hofft jetzt, dass es für Schwarz-Grün reicht. Im guten Ergebnis der AfD sieht Williges „eine dramatische Entwicklung. Das macht mir wirklich Sorgen.“

Hier geht es zu allen Wahlergebnissen aus dem Kreis Kassel.

Landtagswahl Hessen: Hier finden Sie alle Ergebnisse der 423 Gemeinden.

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