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Lärmschutz für Bestandsstrecke

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Bahnstrecke im Fuldataler Ortsteil Ihringshausen. Gleise im Sonnenlicht.
Auf der Bestandsstrecke im Fuldataler Ortsteil Ihringshausen soll in den 2030er-Jahren die Güterverkehrstrasse Kurve Kassel verlaufen. Das führt zu weiteren Beeinträchtigungen für die Anwohner entlang der Gleise. © Amira El Ahl

Sollte die Güterzugtrasse Kurve Kassel gebaut werden, dann wird es vor allem für die Anwohner in den Kommunen an der Bestandsstrecke wesentlich lauter werden. Deshalb stellen sie nun Forderungen an den Bundestag.

Kreis Kassel – Die geplante Güterzug-Neubaustrecke im Norden von Kassel wird – sollte sie irgendwann gebaut werden – nur 6,5 Kilometer lang sein. Trotzdem werden die Auswirkungen in Form von mehr Verkehr von Liebenau bis Hann. Münden zu spüren sein. Denn die Kurve Kassel dient dem Ziel, mehr Güterverkehr auf die Schiene zu bekommen.

Doch mehr Verkehr auf den Bestandsstrecken bedeutet auch mehr Belastung durch Lärm, Erschütterungen, aber auch öfter geschlossene Bahnschranken für die Einwohner der Kommunen entlang der Strecke. Deshalb wird seit Monaten am Runden Tisch darüber diskutiert, was dagegen getan werden kann. Denn Anspruch auf Lärmschutz besteht nur für die Neubaustrecke.

Deshalb wurde nun am Mittwoch beim 14. Runden Tisch von den Mitgliedern des Runden Tisches eine finale Empfehlung für drei regionale Kernforderungen erarbeitet, die nun den kommunalen Gremien zur Beschlussfassung zur Verfügung gestellt werden. Die Beschlüsse der Gremien müssen bis 18. Oktober erfolgen und der DB Netz AG gemeldet werden.

Die Kernforderungen beinhalten Lärmschutz an den Bestandsstrecken, die Beseitigung kritischer Bahnübergänge (Schließzeiten) sowie Erschütterungsschutz an der Bestandsstrecke. Der dritte Punkt gilt hauptsächlich für Ihringshausen. Denn hier befinden sich gleich vier Gleise, durch die ICE-Strecke und die Güterzugstrecke nach Hann. Münden. Weil Anwohner bereits über Schäden an Gebäuden klagen, die aus ihrer Sicht durch Erschütterungen durch den Bahnverkehr verursacht wurden, sollen hier sogenannte Erschütterungsmessungen gemacht und daraus ein Konzept entwickelt werden.

Theoretisch müssen diese Kernforderungen nicht von den Parlamenten beschlossen werden, erklärt Dirk Schütz, Projektleiter der Kurve Kassel. Aber um eine möglichst große Basis zu bekommen, sei ein Beschluss der kommunalen Parlamente von Vorteil. „Es hat dann auch eine ganz andere Wirkung, wenn es eine einheitliche Beschlusslage der Region gibt“, erklärt Schütz. Insgesamt soll in elf Parlamenten im Landkreis Kassel und im Landkreis Göttingen über die Kernforderungen abgestimmt werden, in Liebenau, Trendelburg, Grebenstein, Hofgeismar, Immenhausen, Espenau, Vellmar, Fuldatal, Staufenberg und Hann. Münden sowie im Kreistag des Landkreises Kassel als übergeordnetem Gremium.

Anfang 2023 wird dann die Deutsche Bahn die Dokumente an das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) sowie das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) übergeben. „Es wird die komplette Vorplanung eingereicht, also das Ergebnis der Raumordnung und die Konkretisierung der Planung der Neubaustrecke“, sagt Schütz, so wie es der Planungsauftrag aus dem Bundestag gewesen sei. Die Vorplanung betreffe nur die Neubaustrecke zwischen Espenau und Vellmar/Fuldatal. Die Kernforderungen aus der Region würden zusätzlich eingereicht und betreffen nur die Bestandstrecken zwischen Liebenau und Espenau sowie Fuldatal-Ihringshausen und Hann. Münden.

Voraussichtlich erst im Herbst 2023 wird dann die Kurve Kassel Thema im Bundestag sein. Aus Erfahrung wisse man, dass es etwa ein gutes halbes Jahr dauere, bis die Dokumente in die zuständigen Ausschüsse übergeben und dort eine Beschlussempfehlung für den Bundestag erarbeitet wurde, erklärt Schütz. Der Bundestag nimmt schließlich die Berichte der Ausschüsse zur Kenntnis und erarbeitet gegebenenfalls Entschließungsanträge zu den Kernforderungen. (Amira Sayed El Ahl)

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