Regiotram-Verbindung: Bauarbeiten für Beseitigung des Nadelöhrs in Obervellmar starten

Moderne Strecke: Der rot-weiß markierte Streckenabschnitt wird für bessere Takt-Zeiten der Regiotram ausgebaut.

Vellmar. Eine der größten Baustellen im Landkreis dürfte zurzeit das Stadtgebiet Vellmar sein. Neben dem Großprojekt Straßenbahn Kassel-Vellmar begannen gestern auch die Arbeiten an der Regiotram-Haltestelle Bahnhof Obervellmar.

Dort wird das dritte Gleis gebaut, um zusammen mit der Modernisierung des Streckenabschnitts bis Ahnatal-Casselbreite das Ziel eines 30-Minuten-Takts der Züge auf fast allen Regiotram-Strecken umzusetzen. 22,3 Millionen Euro werden in dieses Gesamtprojekt investiert, die schwerpunktmäßig durch Zuschüsse des Bundes und des Landes Hessen aufgebracht werden. Der Nordhessische Verkehrs-Verbund (NVV) übernimmt die darin enthaltenen Planungskosten von 4,5 Millionen Euro.

Allein zwölf Millionen Euro der Gesamtsumme entfallen auf die Baustelle Obervellmar. Die dienen unter anderem dazu, einen ganz wichtigen Baustein umzusetzen: die Errichtung einer 4,5 Kilometer langen Lärmschutzwand, die die Anwohner vor dem Krach der Güterzüge schützen soll. Im Schnitt 50 Stück rollen nachts durch den Bahnhof. Auch der für behinderte und ältere Menschen wegen der Treppe schwierige Zugang zur Bahnsteigseite in Richtung Kassel soll über einen Aufzug umgestaltet werden. Das große Ziel des Regiotram-Konzepts stellte gestern während einer Feierstunde Landrat Uwe Schmidt heraus: „Die große Zukunftsaufgabe ist es, den ländlichen Raum zu erschließen und eine vernünftige Mobilität zu gewährleisten.“ Wie wichtig zentrale Verbindungen seien, machte Vellmars Bürgermeister Dirk Stochla am Haltepunkt Osterberg deutlich. Viele Vellmarer würden die Tram jetzt zum Beispiel nutzen, um ins Einkaufszentrum zu fahren. „Wir müssen alles dafür tun, dass die Menschen hier in ihrer Heimat bleiben“, betonte NVV-Geschäftsführer Wolfgang Dippel vor dem Hintergrund des demografischen Wandels mit dem Rückgang auch der ländlichen Bevölkerung. Für die Bahn als Bauherr stellte Marco Rasbieler von der DB Netz AG fest: „Vellmar wird profitieren.“ Für Dezember 2012 ist die Inbetriebnahme der Strecke Obervellmar/Ahnatal-Casselbreite geplant.

Hintergrund: Signale zum Schluss

So sieht der Zeitplan für die Arbeiten aus: 2010: Noch in diesem Jahr wird damit begonnen, die Baustraßen zwischen Vellmar und Ahnatal herzurichten. 2011: Für Februar sind die Tiefbauarbeiten und der Gleisneubau terminiert. Ab Februar werden die Lärmschutzwände errichtet. In diese Zeit fallen auch die Vorarbeiten für die neue Regiotram-Station Ahnatal-Casselbreite. Dort werden ebenfalls Lärmschutzwände gebaut. Bis zu den Sommerferien finden die Bauarbeiten hauptsächlich innerhalb der Zugpausen statt. Erst in den Ferien wird der Abschnitt Obervellmar-Ahnatal komplett gesperrt, um das neue Gleis zu bauen. Danach geht es an den neuen Mittelbahnsteig in Obervellmar. 2012: Weichen und Signale werden eingebaut, das dritte Gleis angeschlossen. (swe)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.