Fragen und Antworten

Landkreis Kassel wartet auf Impfstoff – Moderna soll im April kommen

Die Kapazitäten im Impfzentrum Calden sind seit Montag heruntergeschraubt worden. Der Betrieb kann erst wieder hochgefahren werden, wenn es neuen Impfstoff gibt oder Astrazeneca wieder freigegeben ist.
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Die Kapazitäten im Impfzentrum Calden sind seit Montag heruntergeschraubt worden. Der Betrieb kann erst wieder hochgefahren werden, wenn es neuen Impfstoff gibt oder Astrazeneca wieder freigegeben ist.

Das Chaos bei der Vergabe von Impfterminen für das Impfzentrum des Landkreises in Calden nimmt kein Ende.

Kreis Kassel – Die Redaktion erreichen täglich Anrufe von Menschen, die seit Wochen registriert sind und auf Termine warten. Jetzt verschärft sich die Lage noch zusätzlich durch den Impfstopp für das Vakzin Astrazeneca.

Warum gibt es so viele Personen aus der Impfgruppe 2, die sich vor Wochen registriert und bislang keine Termine bekommen haben?
Die Terminvergabe durch das zentrale Vergabesystem des Landes ist nicht nachvollziehbar, heißt es vonseiten des Landkreises. Seit dem 8. März seien 1450 Termine für das Impfzentrum Calden freigegeben worden. Diese Termine wurden bisher vom Land Hessen nicht für Terminvergaben über das zentrale Vergabesystem freigegeben.
Wann können diese Menschen mit einem Impftermin rechnen?
Da diese Termine fast vollständig auf den Mengen beruhen, die für den Impfstoff Astrazeneca zur Verfügung stehen, ist bis zu einer Entscheidung über die Weiterverwendung dieses Impfstoffes weiter Geduld für die bereits registrierten Personen aus dem Landkreis angesagt.
Wie geht es jetzt weiter im Impfzentrum Calden?
Durch den Wegfall des Astrazeneca-Impfstoffs kann keine verlässliche Prognose für die Vergabe von Impfterminen gegeben werden. Die Biontech/Pfizer-Zuweisungen lassen für die nächsten Wochen nur bis zu 100 Erstimpfungen täglich zu. Für Anfang April ist eine Lieferung von Moderna angekündigt, sodass dann bis zu 250 Erstimpfungen pro Tag möglich sind. Sofern Astrazeneca wieder verimpft werden darf, könnten wieder bis zu 800 Erstimpfungen pro Tag angeboten werden.
Wie wird der Impfstoff verteilt?
Die Verteilung der Impfstoffe auf die Gebietskörperschaften erfolgt auf der Grundlage von Einwohnerzahlen und Sozialdaten, also den Anteil der älteren Bevölkerung und Zahl von Pflegeeinrichtungen.
Bekommt der Landkreis weniger Impfdosen als die Stadt Kassel?
Grundsätzlich müsste der Landkreis aufgrund der hohen Zahl älterer Bewohner mehr Impfstoff bekommen. Zum Vergleich: Die mobilen Impfteams im Landkreis haben in 44 Pflege- und Seniorenheimen über 8500 Menschen geimpft – in der Stadt Kassel waren es 3130. Bei diesen Impfaktionen wurde in Kassel hauptsächlich die Mittel der Firmen Biontech/Pfizer, aber auch Moderna genutzt, im Landkreis nur Biontech/Pfizer. Daraus könnte sich ein Unterschied in der Verfügbarkeit der Impfstoffe ergeben.
Bekommt der Landkreis noch Impfstoff?
Der Landkreis hat aktuell keinerlei Impfstoff erhalten. Deshalb können aktuell 2175 nicht mobile über 80-Jährige nicht geimpft werden. Sie gehören zu den insgesamt 2700 Menschen, die sich aufgrund des Schreibens der Landesregierung beim Regierungspräsidium Kassel gemeldet hatten. Bislang haben nur 525 Personen aus dieser Gruppe eine Impfung in einem Pflegeheim oder im Impfzentrum erhalten. Aktuell gibt es auch keinen Impfstoff für die rund 4500 Beschäftigten und Bewohner von Einrichtungen der Eingliederungshilfe im Landkreis Kassel. Diese Einrichtungen hatten einen Brief des Hessischen Sozialministeriums erhalten, dass sie jetzt Impftermine erhalten können.
Wie geht es jetzt weiter?
Der Landkreis Kassel fordert weiterhin alle Impfstoffe an, die zur Verfügung stehen und meldet die Kapazitäten für die Termine an die zentrale Terminvergabe in Wiesbaden.
Warum gibt es so viele Beschwerden über die Qualität der zentralen Terminvergabe und die Auskünfte an den Hotlines?
Auch am Bürgertelefon häufen sich die Beschwerden, heißt es vonseiten des Landkreises. Die Behörde weist darauf hin, dass die Aussagen, es gebe keine freien Termine für Calden, falsch sind. Ebenfalls falsch sei, sich an das örtliche Gesundheitsamt zu wenden oder einfach zum Impfzentrum zu fahren. Der Landkreis vermutet, dass die Mitarbeiter an den Hotlines nur unzureichende Informationen haben. Erschwerend komme hinzu, dass die Kommunikation mit den Hotlines nicht gut funktioniert. (Alia Shuhaiber)

Impftermin ist nicht vom Zeitpunkt der Registrierung abhängig 

Aktuell sind in Hessen innerhalb der Priorisierungsgruppe 2 etwa 1,5 Millionen Personen impfberechtigt. Mehr als 750.000 haben sich laut Innenministerium bereits registriert. „Bitte lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn Personen aus Ihrem Bekannten- oder Familienkreis schon Impftermine erhalten haben. Ihre Anfrage ist nicht verloren gegangen“, heißt es in einem Schreiben des Ministeriums. Der Zeitpunkt des Impftermins sei nicht unmittelbar vom Zeitpunkt der Registrierung abhängig.

Die Terminvergabe erfolge nach der Verfügbarkeit der Impfstoffe und nach der Kapazität der Impfzentren. Zwei Drittel der zur Verfügung stehenden Termine würden absteigend nach dem Alter der Registrierten und beispielsweise innerhalb eines Jahrgangs, nach dem Zufallsprinzip, vergeben. Das heißt, zuerst kommen 79-Jährige an die Reihe, dann 78-Jährige und so fort. Ein Drittel der verfügbaren Dosen gehe an die Personen – ebenfalls nach dem Zufallsprinzip – die einen berufs- oder krankheitsbedingten Anspruch haben. 

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