Zusätzliche Impftermine für Calden

Nach Chaos: Landkreis Kassel vergibt Impftermine jetzt direkt

Im Corona-Impfzentrum in Calden sollen die Kapazitäten erhöht werden: Der Landkreis vergibt deshalb ab sofort jeden Tag zusätzlich 100 Termine über sein eigenes Internetportal.
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Im Corona-Impfzentrum in Calden sollen die Kapazitäten erhöht werden: Der Landkreis vergibt deshalb ab sofort jeden Tag zusätzlich 100 Termine über sein eigenes Internetportal.

Die zentrale Vergabe von Terminen des Landes Hessen bleibt weiterhin chaotisch. Der Landkreis Kassel vergibt nun selbst Termine über ein Corona-Impfportal. 

Kreis Kassel - Die Beschwerden über die zentrale Impfterminvergabe des Landes Hessen ebben nicht ab. Während das Registrieren für einen Impftermin in den meisten Fällen reibungslos verläuft, hakt es immer noch gewaltig bei der Terminvergabe.

Etliche Leser aus dem Landkreis Kassel warten bereits seit Monaten auf einen Impftermin für Calden. Der Landkreis zieht nun die Reißleine und bietet ein eigenes Impfportal an. Weitere Informationen zu Corona in Kassel gibt es im News-Ticker.

Termine für Corona-Impfung: Im Landkreis Kassel soll die Vergabe jetzt schneller gehen

„Wir schaffen damit eine Möglichkeit, schneller Impftermine zu erhalten“, sagt Vizelandrat Andreas Siebert. Über die Internetseite landkreiskassel.de/impftermindirekt können sich seit Mitternacht alle, die von der zentralen Impfterminvergabe des Landes Hessen registriert wurden, aber noch keinen Impftermin erhalten haben, beim Landkreis melden.

Ab Freitag, 16. April, sollen so täglich 100 zusätzliche Termine vergeben werden. „Wir wollen längere Wartezeiten vermeiden, das heißt aber auch, dass es sein kann, dass man kurzfristig einen Termin für den übernächsten Tag erhält“, sagt Siebert.

Corona im Landkreis Kassel: Impf-Termine erhalten zuerst Personen aus den priorisierten Gruppen

Termine erhalten alle Registrierten aus den Priorisierungsgruppen 1 und 2. Siebert: „Wir werden zuerst Personen der Priorisierungsgruppe 1 und hier zuerst den über 80-Jährigen ein Angebot machen.“ Anschließend sollen Angebote für Impfwillige der Priorisierungsgruppe 2 gemacht werden. Auch hier sei das Alter maßgeblich für die Terminvergabe. Sollten sich nicht genügend Personen aus der Priorisierungsgruppe 1 melden, erfolge die Terminvergabe an Berechtigte der Priorisierungsgruppe 2.

Alle Impfwilligen erhalten ihre Termine per Mail oder telefonisch. Bei der Anmeldung im Internetportal müssen Mailadresse und Telefonnummer angegeben werden. Alle, die einen Termin im Impfzentrum erhalten haben, werden gebeten, sich beim zentralen Impfservice des Landes abzumelden, um doppelte Terminbelegungen zu vermeiden.

Landkreis Kassel: Auch die Wahl des Corona-Impfstoffes hat System

Auch für die Wahl des zu verabreichenden Impfstoffs gibt es laut Siebert ein System. Allen über 60-Jährigen werde Astrazeneca angeboten. Unabhängig davon prüfe ein Arzt im Impfzentrum immer, ob das Vakzin für den Impfwilligen geeignet ist. Aus gesundheitlichen Gründen könne vor Ort auch ein anderer Impfstoff verabreicht werden.

Das Impfzentrum Calden verfügt über einen Reinraum, in dem die einzelnen Spritzen für die Impfungen vorbereitet werden. Ein verwendetes Symbolbild hatte das Aufziehen der Spritze an einem Holztisch gezeigt. Das entspricht nicht der Vorgehensweise im Impfzentrum des Landkreises.

Für die Impfung müssen folgende Unterlagen mitgebracht werden: Personalausweis oder einen anderen Lichtbildausweis mit gültiger Adresse, Krankenversicherungskarte, Arbeitgeberbescheinigung (nur für Beschäftigte des Gesundheitswesens und von Pflegediensten).

Termine für Corona-Impfungen: Mitgebrachte Unterlagen sollen die Abwicklung erleichtern

Um die Abwicklung im Impfzentrum zu erleichtern, sollten das Aufklärungs-Merkblatt sowie Anamnese- und Einwilligungsbogen des Robert-Koch-Instituts ausgefüllt mitgebracht werden. Diese Formulare kann man sich von der Internetseite des Landkreises herunterladen.

Alle Personen über 80 Jahre, die im Januar einen Brief des Landes Hessen erhalten hatten, dass sie zuhause geimpft werden können, empfiehlt der Vizelandrat, sich an den Hausarzt zu wenden. „Hier ist durch die späte Übermittlung der Daten an uns und durch die Einbeziehung der Hausärzte in die Impfaktionen mittlerweile eine solche Unsicherheit darüber entstanden, wer aus dieser Gruppe bereits geimpft ist und wer nicht“, kommentiert Siebert das Impfchaos abschließend. (Alia Diana Shuhaiber)

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