Große Tafel

1000 Jahre Vollmarshausen: Tausende nahmen an 424 Tischen Platz

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Nur ein Ausschnitt der 1000-Meter-Tafel: Dicht an dicht standen die Tische, um die vielen Einwohner und Gäste der Jubiläumsfeier unter zu bringen. Das gute Wetter sorgte dafür, dass über 4000 Besucher kamen. Fotos: LUTZ HERZOG

Eine 1000 Meter lange Tafel zog sich am Sonntag durch Lohfelden-Vollmarshausen. Gemeinsam wurde gegessen und getrunken.

Vom Weltraum aus, so sagen die Astronauten, könne man nur die knapp 2200 Kilometer lange Chinesische Mauer auf der Erde sehen. Wenn sie am gestrigen Sonntag mit der ISS über Deutschland geflogen wären, hätten sie zwar kein weiteres Bauwerk, möglicherweise aber die Tischreihe, die sich von der Untermühle am Ortseingang von Lohfelden kommend durch die Kasseler Straße bis zum Ortsausgang an der Obermühle zog – genau 1000 Meter, sehen können.

Insgesamt hatten die zahlreichen freiwilligen Helfer in den frühen Morgenstunden 424 Bierzeltgarnituren aufgestellt. Rein rechnerisch hätten dann genau so viele Menschen Platz, wie Vollmarshausen Einwohner hat: 3400. Aber es waren weit mehr Menschen auf den Straßen, denn auch hinter den Sitzreihen wurde oft eine zweite Reihe aufgemacht und Liege- und Klappstühle aufgestellt, auf denen die Besucher Platz fanden. Dort standen auch Grillgeräte, Getränkekisten, Pappbecher, Sitzauflagen und Kühltaschen, die bei dem heißen Spätsommerwetter dringend nötig waren, um die Getränke zu kühlen.

Feierten mit dem Festbier: Mit dem Vollmarshäuser „Baddchengold“ stießen Norbert Herbig (von links), Silvia Harrer und Gerhard Bässe in bester Laune an.

Überall herrschte ausgelassene Stimmung. Nachbarn trafen sich, Vereine und Verbände hatten Tische reserviert und das, was man auf den Tischen an Essen und Trinken sehen konnte, umfasste die ganze Bandbreite kulinarischer Genüsse. Und wem das nicht reichte, der konnte sich ein Stück von den beiden Spanferkeln holen, die auf dem Drehspieß vor sich hin brutzelten und von Radi Dragic kunstvoll zerlegt wurden. Auch für Getränkenachschub war gesorgt. Jessica Kickstein, Melanie Lerch und Joana Verzani zogen mit ihrem Bollerwagen die Straße entlang und schenkten nach.

Nur mühsam kam ein Traktor mit Anhänger vorwärts, denn viele Besucher und Gäste bummelten neben den Tischen entlang. Auf dem Traktor sorgten die „Schnibbelbohnen“ aus Fuldabrück für stimmungsvolle Unterhaltsmusik Leichter hatte es da das Trio „Schlagerlust“. Dieses zog zu Fuß die Straße entlang, hielt an den Tischen an, und die Besucher konnten sich alte deutsche Schlager wünschen.

Auch den vielen Kindern sollte es nicht langweilig werden. Überall standen Kartons mit Malkreide, und „Gerd der Gaukler“ führte den Kindern kleine Kunststücke vor, die dann auch selbst ausprobiert werden konnten. Zum Glück waren die Teller, die auf einem Stab jongliert werden sollten, aus Plastik, sonst hätte es viele Scherben gegeben.

Eine logistische Meisterleistung war das Unternehmen 1000-Meter-Tafel ohnehin. Straßensperrungen mussten mit den Behörden abgesprochen werden, und der Nahverkehr musste sich einen anderen Weg suchen.

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