Anwohner im Schilfweg

Hier wuchern die Bäume wild: Lohfeldener werfen Gemeinde Untätigkeit vor

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Bei Unterführungen muss 4,50 Meter Platz für Fahrzeuge sein, im Schilfweg sind es mitunter nicht mal drei. Mit einem selbst gebauten 4,50-Meter-Stab zeigen Waldemar Kubilas, wie groß das Problem ist. Die weiße Plastikspitze ist im Grün des Baumes verschwunden.

Wann ist ein Baum zu groß? Diese Frage treibt einige Anwohner des Lohfeldener Schilfwegs um.

Dort hinke die Grünpflege der Gemeinde so hinterher, dass einige Lkw die Straße nicht mehr richtig nutzen können.

Gerhard Burg schildert einen Fall, bei dem ein Lkw-Fahrer aufgab. Die Nachbarn hätten eine Lieferung erwartet. Da sie nicht da waren, um das Paket in Empfang zu nehmen, hatten sie den Nachbarn Bescheid gegeben. „Nur durch Zufall habe ich dann gesehen, dass der Lkw unten an der Straße versuchte, rückwärts herauszufahren.“ Burg intervenierte und so gelangte das Päckchen doch zu den Nachbarn. Aber so sei das sicher nicht immer. Längst nicht jeder Transporteur nehme in Kauf, dass durch die tief hängenden Äste Schäden am Fahrzeug entstehen könnten, erklärt Norbert Giesler.

„In dem Artikel über die Feuerwehr letztens hat man lesen können, wie oft die Wehr nicht richtig durch die Straßen gelangt. Hier sind aber nicht die parkenden Bürger das Problem, sondern die Bäume.“ Er möge sich nicht ausmalen, was im Ernstfall passiere. Verschärft werde die Situation vor Ort noch durch die Bauweise der Straße, da dort Fahrzeuge nur eine Spur fahren können. So sei es vielmals zu eng. Auch für andere Probleme sorgen die Bäume oder vielmehr ihr Laub. Eine Anwohnerin schildert, dass das Laub immer wieder auch Abläufe und Regenrinnen auf Privatgrundstücken verstopfe.

Wann die Gemeinde das letzte Mal massiven Baumschnitt vorgenommen hat, daran können sich Giesler, Burg und Waldemar Kubilas nicht mehr erinnern. Viele Jahre sei das her. Auch an den Grundstücksgrenzen zur Grünen Aue würde selten geschnitten. Immer wieder sei man von der Gemeinde vertröstet worden.

Jetzt allerdings tut sich etwas. „Unser Bauhof hat das bereits in Angriff genommen“, sagt Bürgermeister Uwe Jäger. Mäharbeiten und Grünpflege seien schon erfolgt. „Aufgeastet wird auch“, das heißt, die unteren Äste an den Bäumen im Schilfweg werden entfernt, erklärt Jäger. Und zwar in einer solchen Höhe, dass Lkw problemlos passieren könnten. Gleichzeitig wirbt der Bürgermeister für Verständnis für die mehr als ausgelasteten Mitarbeiter der Gemeinde: „Durch das Hochwasser hängen wir in diesem Jahr deutlich hinterher.“ Außerdem sei momentan noch Urlaubszeit und die Riege der kommunalen Mitarbeiter dementsprechend ausgedünnt. Mit den beschlossenen Sparmaßnahmen im Bereich Grünpflege habe dieser Fall nichts zu tun. Dabei gehe es hauptsächlich darum, Flächen außerhalb der bebauten Ortslage natürlich wachsen, zum Lebensraum für Insekten und andere Tiere werden zu lassen und somit weniger in die Natur einzugreifen.

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