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Bald Flüchtlinge im alten Hornbach in Lohfelden

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Von: Alia Diana Shuhaiber

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Wird vorbereitet: Schon Ende März sollen die ersten Geflüchteten in dem ehemaligen Gartencenter Hornbach in Lohfelden untergebracht werden.
Wird vorbereitet: Schon Ende März sollen die ersten Geflüchteten in dem ehemaligen Gartencenter Hornbach in Lohfelden untergebracht werden. © Alia Shuhaiber

Erst gestern wurden die ersten 200 ukrainischen Kriegsflüchtlinge in der Sporthalle auf dem Sensenstein untergebracht. Doch der Platz dort wird nicht reichen. Deshalb wird das ehemalige Gartencenter Hornbach in Lohfelden zur nächsten Notunterkunft umfunktioniert.

Kreis Kassel - „Mit Unterstützung der Katastrophenschutzzüge der Feuerwehren werden wir die Liegenschaft so ausstatten, dass sie noch im März bezogen werden kann“, kündigen Landrat Andreas Siebert und die Erste Kreisbeigeordnete Silke Engler am Mittwoch an.

In dem ehemaligen Gartencenter können laut Landkreis mindestens 500 Menschen untergebracht werden. 2015 hatte das Land Hessen dort schon einmal eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge betrieben, diese 2016 aber wieder geschlossen. Seit dem liegt das Gelände brach.

Nachdem der Sensenstein fertig ausgestattet sei, könnten dort bis zu 400 Geflüchtete untergebracht werden. Neben den ukrainischen Kriegsflüchtlingen kommen laut Siebert und Engler jede Woche zusätzlich zu den 200 ukrainischen Flüchtlingen rund 30 Asylbewerber, unter anderem afghanische Ortskräfte, in den Landkreis Kassel. Zum Vergleich: Nach Ausbruch des Syrienkriegs kamen 2015/2016 etwa 150 Geflüchtete wöchentlich in den Landkreis. In den vergangenen Tagen waren es bereits 1500 Menschen, die Zuflucht gesucht haben.

„Auch wenn diese Zahl durch die Pandemie und den Krieg in der Ukraine etwas untergegangen ist – wir betreuen immer noch über 900 Asylbewerber aus anderen Ländern in unseren Gemeinschaftsunterkünften.“ Auch die Zahl der Asylbewerber steige wieder kontinuierlich.

Die Betreuung ukrainischer Flüchtlinge und Asylbewerber sowie die Bekämpfung der Corona-Pandemie mit dem Betrieb eines Impfzentrums fordere alle hessischen Landkreise und kreisfreien Städte. Wie diese Aufgaben langfristig finanziert werden sollen, bleibe indes unklar. „Wie die Vorgaben des Landes zur Schuldenbremse und zur restriktiven Ausgabenpolitik für die Kommunen eingehalten werden sollen, bleibt ein Geheimnis der Landesregierung.“ Der Landkreis Kassel werde sich über den Hessischen Landkreistag zusammen mit den anderen Landkreisen dafür einsetzen, dass die finanzielle Ausstattung den tatsächlichen zu bewältigenden Aufgaben entspreche, heißt es aus dem Landratsamt. (Alia Shuhaiber)

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