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Balkone in Vorsterstraße 2 werden bald abgerissen

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Von: Valerie Schaub

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Marius Menz von der Fuldaer Firma Willi Leinweber stellt mit seinem Bagger den Stellplatz für die Abrissmaschine her.
In der Vorsterstraße 2 in Lohfelden werden als Nächstes die Balkone abgerissen: Marius Menz von der Fuldaer Firma Willi Leinweber stellt mit seinem Bagger den Stellplatz für die Abrissmaschine her. © Valerie Schaub

Auf der Baustelle in der Vorsterstraße 2 in Lohfelden tut sich was. Seit fast vier Monaten laufen die Sanierungsarbeiten an dem teils maroden Wohnkomplex der Gemeinde.

Lohfelden – Das Gerüst steht, der Lastenaufzug auch, Bagger fahren übers Gelände – der Anbau ist schon dem Erdboden gleichgemacht worden. Bald folgen auch die Balkone. Das Gebäude aus den 60er-Jahren soll energetisch saniert werden, erklärt Frank Trautmann von der Gemeinde, der das Projekt leitet. Weil die Bodendecken der 24 Balkone ins Gebäudeinnere ragen, seien sie eine Kältebrücke. Alukonstruktionen mit Glasbrüstung sollen sie ersetzen.

Zur besseren Energieeffizienz zählen auch die Außendämmung und die geplante Fotovoltaikanlage auf dem Dach, erklärt Trautmann. Statt mit großem Gaskessel soll künftig mit einer Wärmepumpe geheizt werden.

„Der Lärm, der Dreck, die Koordination der Arbeiter – das ist natürlich eine Herausforderung für die Bewohner“, sagt Trautmann. Denn während es hämmert, klopft und dröhnt, sind die meisten Wohnungen noch bewohnt. Das alles müssten sie jetzt aushalten. Die Gemeinde sei mit ihnen laufend im Gespräch.

In dem Schacht neben Architekt Elmar Kriesten wird die Infrastruktur für mögliche E-Ladesäulen geschaffen.
In dem Schacht neben Architekt Elmar Kriesten wird die Infrastruktur für mögliche E-Ladesäulen geschaffen. © Schaub, Valerie

Die Arbeiten werden in vier Abschnitten erledigt, erklärt Trautmann. Je sechs übereinanderliegende Wohnungen werden gleichzeitig von innen saniert. Im ersten Strang sind die Mieter ausgezogen. Die Gemeinde biete ihnen Ersatzwohnungen an und organisiere den Umzug mit Unternehmen. Weil vor der Sanierung einige Wohnungen leer standen, könnten Bewohner auch innerhalb des Gebäudes umziehen.

Der Fliesenleger ist im ersten Strang schon fertig, Malerarbeiten stehen noch an, der Bodenleger hat vorgestern begonnen, schildert der Projektleiter. Auch Heizung-, Sanitär- und Elektroarbeiten werden gemacht, bald könnten die ersten Bewohner wieder zurück in die frisch sanierten Wohnungen.

Bei Untersuchungen vor Beginn der Bauarbeiten war Asbest gefunden worden. Eine Fachfirma soll jetzt die betroffenen Faserzementplatten entsorgen.

Trotz der angespannten Lage mit Fachkräftemangel und Lieferengpässen laufen die Arbeiten laut Architekt Elmar Kriesten aus Kassel gut. „Es gab schon große Fragezeichen, aber glücklicherweise haben wir die Firmen noch vor dem Ausbruch des Ukrainekriegs beauftragt.“

26 Gewerke, inklusive Fachplaner und Architekt sind an den Arbeiten laut Trautmann beteiligt. Bisher lägen sie im Zeit- und Kostenrahmen. Anfang bis Mitte 2024 sei alles abgeschlossen, rechnet er. 4,5 Millionen Euro hatte die Gemeindevertretung vereinbart, über 900 000 Euro davon werden gefördert. Ob die Mieten angehoben würden, stehe noch nicht fest.

Das Projekt ist politisch umstritten. Vor allem die Kosten waren ein Streitpunkt. Die SPD hatte sich gegen die Bedenken von CDU, Grüne und U2L durchgesetzt. Alternativen wie der Verkauf waren damit vom Tisch.

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