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Baumhasel beschattet Solaranlage in Lohfelden

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Von: Moritz Gorny

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Das Ehepaar und die Solaranlage sind im Schatten: Harald und Birgit Rumpf aus Lohfelden.
Das Ehepaar und die Solaranlage sind im Schatten: Harald und Birgit Rumpf aus Lohfelden. © Moritz Gorny

Ein Ehepaar aus Lohfelden hat nachmittags Schatten auf seiner Solaranlage. Grund ist eine Baumhasel. Nun will sich das Paar dafür einsetzen, dass der Baum von der Gemeinde gefällt wird.

Lohfelden – An eine Solaranlage auf dem Dach sind Hoffnungen geknüpft: Sie soll Strom liefern für den eigenen Haushalt und eventuell auch noch ein Plus abwerfen für das, was an Strom ins Netz eingespeist wird. Außerdem soll sie sich amortisieren.

Birgit und Harald Rumpf aus Lohfelden kommt dabei aber ein Baum in die Quere – oder besser gesagt der Solaranlage auf dem Dach ihres Einfamilienhauses an der Bahnhofsstraße. Das Gewächs auf Gemeindegrund wirft einen riesigen Schatten. Sie hoffen darauf, dass der Baum gefällt, oder zumindest gestutzt wird. Gespräche mit der Verwaltung hätten bislang nicht zum Erfolg geführt.

Sichtbar wird ihr Problem gegen 16.45 Uhr. Der Baum wirft Schatten auf die PV-Anlage der Rumpfs, bis er die Panels schließlich fast komplett verdeckt. In den Monaten, in denen die Baumhasel Laub trägt, liefert die Solaranlage dem Ehepaar zufolge im Schnitt ein Drittel weniger Strom. Das koste sie bis zu 400 Euro im Jahr, die sie normalerweise für überschüssigen Strom einstreichen könnten. Hinzu kommt, dass Harald Rumpf auf die Pollen der Baumhasel allergisch reagiert, wie er sagt. 20 Mal niesen zu müssen, wenn er in der Blütezeit auf der Terrasse ist, sei nicht ungewöhnlich.

Mehrfach hätten sich die Rumpfs bei der Gemeinde gemeldet, um den Baum fällen oder zumindest stutzen zu lassen. Denn die Baumhasel sei kurz nach ihrem Hausbau gepflanzt worden, seit Anfang der 90er-Jahre sei der Baum dort. Die Solaranlage ließen sie vor rund zehn Jahren auf ihrem Dach installieren. „Da wussten wir aber noch nicht, dass der Baum mal so groß werden würde.“

Für Uwe Jäger (SPD) ist der Fall der Rumpfs „bedauerlich“. Bereits seit 15 Jahren sei die Familie mit der Gemeinde im Austausch, sagt Lohfeldens Bürgermeister. Dass Harald Rumpf besonders wegen seiner Allergien unter dem Baum leidet, tue ihm leid. Dennoch könne er die Baumhasel weder fällen, noch stutzen lassen. „In Zeiten des Klimawandels ist jeder Baum als Schattenspender wertvoll“, sagt Jäger. Durch das Stutzen würde man dem Gewächs schaden.

„Gingen wir da auf jeden Bürgerwunsch zu einem Baum ein, müssten wir täglich mehrere Fällen.“

Ein Eingriff sei lediglich dann möglich, wenn der Baum beispielsweise drohe, umzufallen oder Teile zu verlieren, die Menschen oder Objekte gefährden könnten. Das sei aber nicht der Fall.

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