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„Nur noch katastrophal“: Lkw-Fahrer auf dem Rasthof Kassel-Ost sind sauer

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Von: Tanja Temme

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Müssen irgendwo parken: Lkw-Fahrer, die gegen 20 Uhr an der Autobahnraststätte Kassel-Ost eintreffen, haben schlechte Karten, einen Parkplatz zu finden. Meist ist dann sogar schon der Parkbereich, der eigentlich für Pkw vorgesehen ist, zugeparkt.
Müssen irgendwo parken: Lkw-Fahrer, die gegen 20 Uhr an der Autobahnraststätte Kassel-Ost eintreffen, haben schlechte Karten, einen Parkplatz zu finden. Meist ist dann sogar schon der Parkbereich, der eigentlich für Pkw vorgesehen ist, zugeparkt. © Tanja Temme

Immer mehr Lkw stehen nachts am Rasthof Kassel-Ost auf Auto-Parkplätzen. Laut Fahrern beginnt das Chaos mancherorts sogar schon nachmittags.

Lohfelden – Abends, 20 Uhr, Rasthof Kassel-Ost: Es ist Zeit für Brummifahrer Dirk Müller, den gemütlichen Teil des Tages einzuleiten. Den verbringt er im hinteren Bereich seiner Fahrerkabine. Seinen Lastwagen hat der 53-Jährige auf Pkw-Parkplätzen des Rasthofes abgestellt – so, wie es ihm an diesem Abend mehrere Dutzende seiner Kollegen gleichtun. Grund dafür ist die Parkplatznot der Lastkraftwagenfahrer.

Laut einer aktuellen Studie des ADAC sind falsch geparkte Lkw auf Autobahn-Rasthöfen schon fast die Regel. Besonders schlimm soll die Lage am Rasthof Kassel-Ost an der A7 sein, wie die Recherche ergab. „Wer hier nach 18 Uhr eintrifft, bekommt nur schwer noch einen Platz“, berichtet Müller.

Rasthof ist auch bei Polen bekannt: Filip Lewandowski (links) und Jakub Zellner machen regelmäßig mit ihren Lkw auf den Pkw-Parkplätzen der Raststätte Kassel-Ost Pause. Die Polen berichten, dass die Parksituation an vielen Orten Deutschlands für ihre großen Gefährte ein Problem sei.
Rasthof ist auch bei Polen bekannt: Filip Lewandowski (links) und Jakub Zellner machen regelmäßig mit ihren Lkw auf den Pkw-Parkplätzen der Raststätte Kassel-Ost Pause. Die Polen berichten, dass die Parksituation an vielen Orten Deutschlands für ihre großen Gefährte ein Problem sei. © Temme, Tanja

Schwierigkeiten für Lkw-Fahrer auf Rasthof Kassel-Ost: Parkplatzsituation kritisch

Recht hat der Münsteraner. Denn zur typischen Nachrichtenzeit treffen noch Fahrer mit ihren riesigen Gefährten auf dem Rasthof ein und suchen kreisend nach einem Ort für die Nacht. Alle, die jetzt noch kämen, würden sich entweder irgendwo an einen der Wege hier stellen oder auf einen Seitenstreifen des Autobahn-Zubringers. „Wer jetzt am Zubringer entlang fährt, wird da eine Menge parkender Lkw vorfinden“, erläutert der Münsteraner die kritische Situation.

Er selbst ist, wie er erzählt, kein Freund davon, sich an solche Fahrbahnen oder gar die Autobahn zu stellen, um Pause zu machen. „Ganz viele machen sogar Pause auf dem Standstreifen der Autobahn, was ja nicht ungefährlich ist.“ Tatsächlich kann man auch am Mittwochabend nicht wenige seiner Fahrerkollegen mit ihren Lkw auf dem Seitenstreifen der A7 sehen, die hier wohl die Nacht verbringen wollen, während Fahrzeuge mit hohem Tempo an ihnen vorbeifahren.

Rasthof Kassel-Ost kein Einzelfall: „Parkplatzsituation immer schlimmer geworden“

Müller ist seit 30 Jahren Lkw-Fahrer und auf Deutschlands Autobahnen unterwegs. „Mit der Zeit ist die Parkplatzsituation immer schlimmer geworden – und jetzt ist es einfach nur noch katastrophal“, wettert er. Wer einen Lkw lenkt, muss feste Pausen- und Ruhezeiten einhalten. Deshalb sind die Brummifahrer gezwungen, zu bestimmten Zeiten eine Parkmöglichkeit zu finden. „Natürlich möglichst nah an der Strecke, um nach dem Stopp schnell wieder auf die Piste zu kommen“, so Müller. Deshalb seien Rasthöfe wie der in Lohfelden beliebt.

Dass die Fahrer auf dem Rasthof Kassel-Ost eigentlich ein Verkehrsdelikt begehen, stehen sie doch allesamt quer auf den Parktaschen, die für Pkw vorgesehen sind, scheint die meisten nicht zu kümmern. „Wir müssen nun mal unsere Lenkzeiten einhalten, sonst bekommen wir eine Strafe“, sagt der 53-Jährige.

Dirk Müller Lkw-Fahrer
Dirk Müller, Lkw-Fahrer © Temme, Tanja

Parkplatzärger für Lkw-Fahrer: „Mal wieder nirgendwo einen Platz“

Das bestätigen Jakub Zellner und Filip Lewandowski, Brummifahrer aus Polen, die unweit von Müller geparkt haben. „Ich bin von der Zeit her längst überfällig gewesen, aber es gab mal wieder nirgendwo einen Platz“, sagt Zellner und ergänzt, dass es für Lkw viel zu kleine Abstellplätze gebe. Obendrein seien diese oft noch am falschen Ort gelegen. Besonders schwierig sei es entlang der Ost-West-Achse, wie an der A 44, wo bereits am späten Nachmittag das Gerangel um Parkplätze losgehen soll, wie die beiden berichten.

Probleme mit der Polizei wegen des Falschparkens hat es laut den Fahrern noch nicht gegeben. „Die Polizisten schreiten nur ein, wenn ein Fahrzeug so abgestellt worden ist, dass es eine echte Gefahr für andere darstellt“, erklärt Müller. Der hat übrigens schon am Abend Bedenken wegen des Starts seiner Fahrt am folgenden Morgen: „Hier ist jetzt schon alles so dicht, dass ich wahrscheinlich wieder einige Zeit brauchen werde, um von hier loszukommen.“ (Tanja Temme)

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