Kreis Kassel

Bullige Landschaftspfleger: Familie lässt Wasserbüffel an Teichen grasen

Fühlen sich in ihrem Habitat wohl: Die sechs Wasserbüffel vom Hof Gundelach im Kreis Kassel.
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Fühlen sich in ihrem Habitat wohl: Die sechs Wasserbüffel vom Hof Gundelach im Kreis Kassel.

In einem Naturschutzgebiet mit Teichen im Kreis Kassel sind ganz besondere Landschaftspfleger anzutreffen: Wasserbüffel. Die Besitzer lassen sie dort grasen.

Lohfelden - Als Paul, Emil, Hugo, Karl, Otto und George das Naturschutzgebiet Vollmarshäuser Teiche zum ersten Mal gesehen haben, waren die Wasserbüffel sofort in ihrem Element. „Sie hatten da keine Scheu und sind gleich rein“, sagt Max Gundelach. Und das, obwohl die Jungtiere bis dahin nur im Stall zu Hause waren. Seit einem Jahr sind die wasserliebenden Tiere jetzt als Landschaftspfleger in Lohfelden im Einsatz.

„Das klappt, sie haben ganz gut aufgeräumt“, sagt Max Gundelach, dessen Familie die Bullen gehören. Vielleicht sogar zu gut. Um brütende Vögel zu schützen, mussten die Wasserbüffel nach Rücksprache mit örtlichen Naturschützern mitunter umziehen. „Allerdings brauchen sie eben das Wasser.“

Kreis Kassel: Wasserbüffel als Landschaftspfleger im Naturschutzgebiet Lohfelden

Um für Zukunft eine langfristige Strategie zu finden, die allen Tieren vor Ort gerecht wird, befinde man sich aktuell in Gesprächen unter Einbeziehung der Biodiversitätsbeauftragten des Regierungspräsidiums, sagt Bürgermeister Uwe Jäger (SPD). Eine Idee wäre etwa, die Anlage eines weiteren Tümpels und Teile des Areals zeitweise für die Bullen zu sperren. „Grundsätzlich finden wir das Projekt Wasserbüffel weiterhin gut.“

Zuvor hatte die Familie am Teich Galloways grasen lassen. Allerdings sind die Wasserbüffel besser an den Lebensraum angepasst als die schottischen Verwandten. „Die Wasserbüffel fressen zum Beispiel auch das Schilf“, erklärt Gundelach. Auch hätten sie keine Probleme damit, länger mit ihren Hufen im Wasser oder Schlamm zu stehen.

Familie aus dem Kreis Kassel hält Wasserbüffel - und lässt sie an Teichen grasen

Die Idee, die Büffel anzuschaffen, hatte Max Gundelach schon länger. Allerdings seien anfangs nicht alle Familienmitglieder begeistert gewesen, besonders aufgrund der respekteinflößenden Hörner. Bei einem Besuch der Tiere in ihrer alten Heimat, dem Grebensteiner Ortsteil Burguffeln, habe die Familie sich aber entschieden, sie zu kaufen.

In Vollmarshausen (Kreis Kassel) fühlen sich die Tiere wohl und haben sich eingewöhnt. Auch die Bindung zu ihren Haltern sei da – und ausgeprägt. „Die wollen gern gestreichelt werden und spielen“, sagt Gundelach. Aufgrund der Hörner müsse man aber immer vorsichtig sein. Auch seien die Tiere wehrhaft und würden im Zweifel ihr Revier und die Herde verteidigen.

Mögen Streicheleinheiten: Die zweijährigen Wasserbüffel mit Max Gundelach aus dem Kreis Kassel. Erwachsene Bullen können bis zu einer Tonne wiegen.

Wasserbüffel im Naturschutzgebiet Kreis Kassel: Erfolgreiches Projekt trotz schwieriger Zucht

Fremde Menschen sollten sich den Tieren daher nicht nähern und sie aufgrund der speziellen Ansprüche an ihr Futter auch nicht mit mitgebrachten Leckereien verwöhnen. Die robusten Wasserbüffel bleiben auch über Nacht und im Winter auf ihrer Weide. In Zukunft sollen sie aber noch einen Unterstand bekommen.

Obwohl Familie Gundelach das Projekt als Erfolg sieht, sollen es erst einmal nicht mehr Tiere werden. „Die Zucht ist sehr schwierig“, sagt Gundelach. Allerdings könnten es weniger werden, denn irgendwann sollen die Bullen auch auf dem Teller laden. Noch sind sie dafür aber zu klein und jung. Jetzt können sie erst einmal den Sommer genießen und kehren auch bald an ihre Teiche zurück, wo sie in letzter Zeit wegen der Hochwasserwarnung nicht waren.

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