Was abgegeben wird, ist Müll

Darum darf man Geräte vom Recyclinghof nicht mitnehmen

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Alexander Rink zeigt eines der Geräte, die in dieser Woche beim Recyclinghof abgegeben wurden. Auf allen Geräten in diesem Container findet sich eine 24. Die haben die Mitarbeiter aufgemalt, um Kunden den Weg zum richtigen Container zu weisen.

Auch wenn Geräte noch wie neu aussehen - was auf dem Recyclinghof abgegeben wird, darf von dort nicht einfach wieder mitgenommen werden.

Denn was dort ankommt, ist per Definition Abfall und muss vorschriftsmäßig entsorgt werden. Ein Induktionsfeld, das aussieht, als ob noch nie ein Topf seine Oberfläche berührt hat, ein USB-Kabel, das noch in der Plastiktüte steckt, eine Mikrowelle inklusive Verpackung – all das lagert auf dem Recyclinghof in Lohfelden. Und wartet dort keinesfalls auf neue Besitzer. Warum eigentlich nicht? Das fragte sich auch ein Fuldabrücker, der einfach nur ein HDMI-Kabel mitnehmen wollte und von einem Mitarbeiter davon abgehalten wurde.

„Da hat der Mitarbeiter ganz richtig gehandelt“, sagt Alexander Rink, einer der Leiter des Entsorgungszentrums. „Was bei uns ankommt, ist per Definition Abfall.“ Und der muss vorschriftsmäßig entsorgt werden. Im Fall von Elektrogeräten regelt das in Deutschland das Elektro-Gesetz. Das heißt: „Wir sind verpflichtet, im Auftrag der Hersteller die Geräte anzunehmen und dann weiterzugeben“.

Koordiniert wird das von der Stiftung Elektro-Altgeräte-Register (EAR). Eigentliches Ziel dieses Rücknahmesystems, das im Elektrogesetz geregelt ist, ist es auch, Ressourcen zu schonen und die sichere und umweltfreundliche Entsorgung oder Wiederverwertung zu regeln.

Abseits dieser gesetzlichen Regelung gibt es aber noch weitere Gründe. Einer der wichtigsten: Die Sicherheit. „Wir können nicht prüfen, ob das Gerät noch sicher betriebsfähig ist“, sagt Rink. Er habe durchaus Verständnis dafür, dass Menschen manche Gegenstände gerne mitnehmen würden, weil sie diese noch brauchen könnten. Sicherlich sähen manche der etwa 60 Kubikmeter Elektromüll, die pro Woche auf dem Recyclinghof ankommen, noch einwandfrei aus. „Aber, ob sie auch richtig funktionieren oder womöglich durch einen Defekt den neuen Nutzer gefährden, kann niemand sagen.“ Was wäre, wenn jemand zum Beispiel einen elektrischen Schlag bekommt oder ein Brand entsteht, fragt er. Und so werden auch Induktionsfeld, USB-Kabel und Mikrowelle von zertifizierten Unternehmen nach Meldung an das EAR abgeholt.

Wer Elektrogeräte hat, die noch funktionstüchtig sind und sie loswerden will, kann den Verschenkmarkt des Landkreises nutzen, empfiehlt Sprecher Harald Kühlborn. Die Börse findet man unter kassel-lk.internet-verschenkmarkt.de. Rink empfiehlt bei kleineren Schäden eines der zahlreichen Reparaturcafés im Landkreis Kassel zu nutzen. Solche gibt es zum Beispiel in Baunatal, Lohfelden und Niestetal.

Service: Am Entsorgungszentrum Lohfelden (Sandwiesen 5, Lohfelden) können unter anderem Abfälle wie Sperrmüll, Elektrogeräte und Bauschutt, aber auch Baum- und Strauchschnitt abgegeben werden. Öffnungszeiten montags bis donnerstags von 7.45 bis 16 Uhr und freitags von 7.45 bis 14.30 Uhr. Samstags von 7.45 bis 14.30 Uhr geöffnet am: 15. Juni, 22. Juni, 13. Juli, 17. August, 14. September 5. Oktober., 26. Oktober, 16. November., 21. Dezember. Weitere Informationen unter abfall-kreis-kassel.de.

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