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Debatte um gesünderes Kita-Essen in Lohfelden: SPD setzt sich durch

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Von: Michaela Pflug

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Das Kita-Essen in Lohfelden soll gesünder und regionaler werden: Die Gemeindevertreter einigten sich darauf, dass das Essen in den Kinder- und Jugendeinrichtungen künftig gesund, bio, regional, saisonal und günstig sein soll.
Das Kita-Essen in Lohfelden soll gesünder und regionaler werden: Die Gemeindevertreter einigten sich darauf, dass das Essen in den Kinder- und Jugendeinrichtungen künftig gesund, bio, regional, saisonal und günstig sein soll. © AndrewLozovyi/PantherMedia

Die Grünen wollten konkrete Veränderungen auf den Essensplan der Lohfeldener Kindertagesstätten bringen. Die SPD setzt sich nun mit dem Vorschlag durch, erst einmal zu prüfen.

Lohfelden – Gesund, bio, regional, saisonal und günstig sollte das Essen in den Kindertagesstätten und in der Jugendarbeit sein. Dass das ein erstrebenswertes Ziel ist, da waren sich die Gemeindevertreter in Lohfelden ziemlich einig. Ob es allerdings erreicht werden kann, und wenn ja wie, dazu gab es Diskussionen. Letztlich setzte sich die SPD mit der Idee durch, dass es erst einmal Gespräche geben sollte.

Die Grünen wollten weitergehen. Unter der Beteiligung von Sachverständigen sollte ein Konzept erarbeitet werden, um den Anteil von saisonalen, regionalen Lebensmitteln in Bio-Qualität zu erhöhen.

Dabei solle der soziale Aspekt mitbedacht werden. Ernährung sei ein wichtiger Faktor beim Erreichen der Klimaziele, hieß es im Antrag. „Es ist spannend, zu sehen, was da an Interpretationen kam“, sagte Olaf Köhne (Grüne) zur Diskussion in den Ausschüssen. Es gehe nicht darum, wie in Freiburg aus Kostengründen nur vegetarisches Einheitsessen anzubieten. Regional, saisonal und bio könne auch Fleisch sein. „Und klar wollen auch wir die Eltern einbeziehen.“ Nachvollziehen könne er die Kritik an den Kosten. Aber: „Jede Investition in unsere Kinder ist eine Investition in die Zukunft“. Gerade sozialschwachen Kindern würde aktuell der Zugang zu gesundem, klimafreundlichem Essen erschwert.

„Dass die Eltern beteiligt werden sollten, konnten wir aus ihrem Antrag nicht herauslesen“, sagt Katrin Schmidt (SPD). Dies sei aber essenziell, „denn gesunde Ernährung fängt zuhause an“. Deshalb seien die Gespräche mit Kindern und Eltern über gesundes Essen, die in den Kitas bereits regelmäßig geführt werden, so wichtig. „Das Thema muss in den Köpfen ankommen.“ Schon jetzt gebe es auch gesundes Essen mit nur einmal Fleisch und Fisch die Woche und weitere sinnvolle Aktionen in den Kitas.

Vor rund 13 Jahren sei die eigene Küche der Gemeinde geschlossen wurden. Schon damals hätte deren Sanierung etwa 400 000 Euro gekostet, heute sei ein solches Projekt sicher noch teurer. Außerdem springe bei den sozialschwächsten Kindern der Staat ein. „Man muss aber Leute bedenken, die gerade so ihr Auskommen haben.“ Die Kommune übernehme zwar einen Teil der Kosten. Diesen noch zu erhöhen, insbesondere in Anbetracht der angespannten Haushaltsanlage, sei aber schwierig.

Es sei mit Kosten von acht bis neun Euro pro Essen zu rechnen, ergänzte Katja Geismann (SPD). Der bekannteste regionale Bio-Caterer habe auch gar keine Kapazitäten mehr. Grundsätzlich sei der Ansatz der Grünen sinnvoll. Aber: „Wir wollen nichts überstülpen.“ Die SPD schlägt daher vor, dass geprüft wird, welche Angebote es gibt und welche Wünsche Eltern und Kinder haben. Im Anschluss sollen Mitarbeiter der Verwaltung, Vertreter des Gesamtelternbeirates, die Kinder- und Jugendbeauftragte und die zukünftige Klimaschutzmanagerin über das Thema sprechen.

Ute Kirchner (Grüne) nannte diesen Antrag „unverbindlich, vage und ohne Intention“. Fraktionskollege Andreas Burdzik, der bei einem freien Kitaträger arbeitet, schlug den Bogen zum Erziehermangel. Er gab zu bedenken, dass bei vielen von diesen regionales Bio-Essen Standard sei. „Da fange ich doch lieber bei einem Träger an, der wirklich Lust auf Zukunft hat.“

Dominik Haferburg (CDU) sagte, dass beide Anträge ein berechtigtes Anliegen haben. Nach Gesprächen mit Kita-Mitarbeitern und der Erkenntnis, was bereits geleistet werde, unterstütze man aber den SPD-Antrag. Wenn denn diese denn den letzten Absatz, dass dem Ältestenrat berichtet wird, streicht. Das sei das falsche Gremium. Dem Vorschlag folgte die SPD und setzte sich durch.

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