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Kreis stellt Betrieb von Lohfeldener Flüchtlingsunterkunft ein

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Von: Alia Diana Shuhaiber

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Die Großunterkunft für Geflüchtete im ehemaligen Gartencenter Hornbach in Lohfelden wird zum 30. Juni geschlossen. Bei Bedarf kann die Liegenschaft laut Landkreis wieder aktiviert werden.
Die Großunterkunft für Geflüchtete im ehemaligen Gartencenter Hornbach in Lohfelden wird zum 30. Juni geschlossen. Bei Bedarf kann die Liegenschaft laut Landkreis wieder aktiviert werden. © Michaela Pflug

Nach nur knapp drei Monaten Betrieb kann die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Hornbach-Gartencenter in Lohfelden wieder geschlossen werden. Am 30. Juni wird die Einrichtung ruhend gestellt. „Die Zahl der zu uns kommenden Vertriebenen aus der Ukraine ist seit mehreren Wochen stabil auf niedrigem Niveau“, begründet Vizelandrätin Silke Engler die Entscheidung.

Lohfelden – Mittlerweile würden immer mehr kleinere Gemeinschaftsunterkünfte im gesamten Kreisgebiet eröffnet und viele Geflüchtete könnten in privaten Wohnungen untergebracht werden.

Der Landkreis betreibt somit ab dem 1. Juli nur noch die zentrale Anlaufstelle für alle Geflüchteten in Fuldabrück-Bergshausen als Großunterkunft. Bereits zum 1. Juni konnte der Landkreis die Großunterkunft auf der Jugendburg Sensenstein wieder für die reguläre Nutzung freigeben. Dort war noch im März innerhalb weniger Stunden eine Notunterkunft errichtet worden. Aktuell sind in den großen Unterkünften des Landkreises in Fuldabrück-Bergshausen und in Lohfelden noch 134 geflüchtete Menschen aus der Ukraine untergebracht.

„Unsere großen Unterkünfte sind so eingerichtet, dass geflüchtete Menschen für eine kurze Zeit und auf keinen Fall länger als sechs bis acht Wochen dort untergebracht sind“, sagt Engler. In Lohfelden sei die Zahl der untergebrachten Menschen in den vergangenen zwei Wochen immer weiter zurückgegangen, sodass ein Betrieb nicht mehr nötig sei.

Der Vertrag mit dem Betreiber Arbeiter-Samariter-Bund Nordhessen (ASB) war kurzfristig angelegt. Engler: „Die Zusammenarbeit mit dem ASB und unserem Caterer Rainer Holzhauer war sehr gut, und falls der Bedarf wieder entstehen sollte, können wir die Einrichtung auch schnell wieder reaktivieren.“

Zu Beginn des Ukraine-Kriegs war der Landkreis von etwa 300 Geflüchteten pro Woche und insgesamt von bis zu 5000 Kriegsvertriebenen ausgegangen, die kurzfristig eine Unterkunft benötigen. Seit Februar hätten sich aber erst 3670 Geflüchtete aus der Ukraine bei der zentralen Anlaufstelle in Fuldabrück-Bergshausen gemeldet. „Wir gehen davon aus, dass noch rund 3500 Menschen aus der Ukraine im Landkreis leben“, sagt Engler. Es gebe immer eine gewisse Fluktuation, weil Geflüchtete in andere Kommunen beispielsweise zu Verwandten zögen.

Der Landkreis hat seit März 36 kleinere und größere Gemeinschaftsunterkünfte in Betrieb genommen. „In den nächsten Wochen werden wir weitere Gemeinschaftsunterkünfte in Baunatal und Habichtswald eröffnen“, kündigt Engler an. (Alia Shuhaiber)

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