KVG stellte ausrangiertes Fahrzeug zur Verfügung

Feuerwehrübung mit umgestürztem Linienbus: Kein Autofahrer half

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Die Feuerwehr musste bei der Übung eingeklemmte Personen aus dem Bus befreien.

Am frühen Samstagmorgen sind die Feuerwehren Söhrewald und Lohfelden im Kreis Kassel alarmiert worden: Ein Bus sei umgekippt. Erschreckende Erkenntnis der Übung: Kein Autofahrer hielt an.

Aktualisiert um 19 Uhr -

 Ein schreckliches Szenario bot sich am frühen Samstagmorgen auf der Landstraße in Höhe des „Naturfreundehaus“ zwischen Vollmarshausen und Wellerode: Ein umgestürzter Bus im Straßengraben und ein zertrümmerter Kleinwagen in 30 Meter Abstand auf einer Wiese – hier hat es richtig gekracht. So sollte man meinen, aber zum Glück war es nur eine gemeinsame Übung der Feuerwehren aus Söhrewald und Lohfelden.

Eine erschreckende Erkenntnis für die beteiligten Einsatzkräfte: Mehrere Autofahrer passierten die angebliche Unfallstelle, ohne zu stoppen oder zu helfen.

Bewerten und besprechen

Von der Übung der beiden Freiwilligen Feuerwehren wussten nur eine Handvoll Leute. „Derartige Übungen brauchen wir, um in Echtzeit zu reagieren“, sagt der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Stefan Saftig aus Söhrewald. „Alles wird dokumentiert, bewertet und später mit den Verantwortlichen besprochen“, erklärt er den Ablauf.

Die Vorbereitungen für die Übung gingen bereits gegen vier Uhr los. Ein ausgeliehener Bus der Kasseler Verkehrsgesellschaft und ein Schrottauto wurden entsprechend platziert. Etwa zur gleichen Zeit trafen die Statisten aus Baunatal, Söhrewald und Nieste im „Naturfreundehaus“ ein. Kaffee wurde gekocht und die vermeintlichen Unfallopfer geschminkt. Mit dabei war auch Anna Fischer (19) aus Baunatal. „Wir veranstalten Wochenendseminare, in denen die Techniken gelernt werden, damit es auch anschaulich und realistisch aussieht“, erklärt sie und lässt sich einen offenen Bruch und eine übel aussehende Kopfwunde verpassen.

Suche nach Verletzten

Pünktlich um fünf Uhr dreißig wird das Signal gegeben und die Feuerwehr in Söhrewald und Lohfelden werden über einen Verkehrsunfall informiert. Alle Helfer müssen jetzt abtauchen. Es dauert nur wenige Minuten, bis ein Rettungswagen und ein Einsatzfahrzeug aus Wellerode vor Ort eintreffen. Sofort rennen die Männer zu dem Bus und suchen nach Verletzten, während andere den zertrümmerten Pkw auf der Wiese entdecken. Wieder hört man mehrere Martinshörner: Verstärkung aus Lohfelden naht. Sechs Fahrzeuge aus Söhrewald und vier aus Lohfelden säumen die Landstraße, die inzwischen komplett gesperrt ist. Es spricht sich langsam rum, dass es nur eine Übung ist, aber die Ernsthaftigkeit, Anspannung und Nervosität ist den Rettern anzusehen. Trotzdem: Jeder Handgriff sitzt, jeder weiß, was er zu tun hat und packt mit an.

Mit dem Rettungszylinder und dem Spreiz- und Schneidegerät wird das Auto aufgebrochen, um die beiden Insassen zu befreien. Mit Gewalt wird sich Zugang in den Bus verschafft. Lage prüfen und mit den Verletzten reden ist die erste Maßnahme. Zügig werden die Verletzten nach und nach geborgen, in Schutzdecken gehüllt und auf der Straße zum Abtransport abgelegt.

Die Einsatzkräfte üben die Befreiung der eingeklemmten Fahrgäste in dem umgekippten Bus.

Nach gut einer Stunde sind alle Verletzten geborgen und die Aufräumarbeiten beginnen. Auch die Unfallopfer dürfen in die Realität zurück kehren und werden abgeschminkt. „Die Übung ist gut verlaufen“, meinte Saftig, „aber kleine Fehler müssen aber besprochen werden“. Kritisch äußerte er sich zum Verhalten der Autofahrer: „Als wir mit dem Aufbau der Unfallstelle fertig waren, hat nicht ein einziges Fahrzeug angehalten, um zu schauen, was da los ist. Für mich einfach nur unverständlich“.

Feuerwehrübung mit umgestürztem Linienbus bei Söhrewald

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