Gemeinde bleibt auf 650000 Euro sitzen 

Flut spült Loch in Lohfeldener Kasse

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Ein Fluss ohne Ufer: So sah es in Vollmarshausen am 21. Mai aus. 

Lohfelden –  Die Flut, mangelnder Brandschutz und ein Bauprojekt sorgen für Ebbe in der Lohfeldener Gemeindekasse. 

„Eigentlich wollten wir keine Nachträge und damit mehr Ausgaben in den Haushalt einbringen“, sagte Bürgermeister Uwe Jäger bei Einbringung des Nachtragshaushalts. Doch dem Plan machten die Flut, mangelnder Brandschutz und ein eigentlich wenig überraschendes Bauprojekt einen Strich durch die Rechnung. Und so saust der Kontostand der Gemeinde in den Keller. Eigentlich war geplant, dass auf dem Gemeindekonto Ende des Jahres 2019 2,4 Millionen Euro stehen, stattdessen sind es nur noch 770 000 Euro.

Auch das Jahresergebnis verschlechtert sich durch die Flut. Jetzt prangt dort, anders als geplant, sogar ein Minus von 427 000 Euro. Die können laut Kämmerer Torsten Bürgel aber durch Rücklagen ausgeglichen werden. Hauptgrund dafür ist die Flut und die daraus folgenden Schäden. Den Aufwand für deren Behebung schätzt die Verwaltung auf knapp 1,1 Millionen Euro in diesem Jahr. 450 000 Euro trägt die Versicherung. Im nächsten Jahr sind noch einmal 270 000 Euro für Sanierungen angedacht.

Insbesondere Wege und Flussbetten belasten die kommunale Kasse stark. „Uferbefestigungen, Mauern und Sohlschwellen wurden zerstört“, erklärte Jäger. Die Schadenshöhe lasse sich nur schätzen. Aber alleine die Sanierung der Bachabschnitte an der Brücke an der Alten Welleröder Straße und am Fahrenbach an der Kasseler Straße und oberhalb der Untermühle in Vollmarshausen schlage mit etwa 650 000 Euro zu Buche. An zahlreichen Stellen müssen außerdem Sediment und Ablagerungen entfernt werden. Hinzukommen Kosten für die Sanierung von zahlreichen Feldwegen, sowie Fuß- und Radwegen (80 000 Euro). Schon jetzt ist laut Verwaltung absehbar, dass das nicht alles noch in diesem Jahr zu leisten sei.

Aber nicht nur die Flut belastet das Lohfeldener Gemeindesäckel. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Investitionszuschuss zum Neubau an der Regenbogenschule. Lohfelden schießt 690 000 Euro zu. Erklärtes Ziel der Gemeinde sei es, die Betreuung aller Lohfeldener Kinder ganztags zu sichern, erkläre Uwe Jäger. Mit dem Bau und der damit einhergehenden Nachmittagsbetreuung bis 17 Uhr erreiche man dieses Ziel. „Zum Wohl der Kinder und Lohfeldener Familien müssen wir diese Kröte schlucken.“ Dieser Argumentation folgten auch die Gemeindevertreter und stimmten der Lohfeldener Beteiligung zu. Die CDU enthielt sich allerdings, da sie kritisierte, dass man einfach vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. Der Bau habe schon begonnen.

Ein weiterer finanzieller Stolperstein fand sich im Zuge des Anbaus an die Musikschule. Dabei wurde auch der Brandschutz im bestehenden Gebäude kontrolliert und festgestellt, dass dieser optimiert und erweitert werden muss, erklärte Bürgermeister Uwe Jäger. „Nach Absprache mit den beteiligten Gemeinden tragen wir nur 55 000 Euro.“ Insgesamt kostet die Ertüchtigung des Brandschutzes 130 000 Euro.

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