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Gefährliche Überholmanöver in Vollmarshausen – Gemeinde prüft Möglichkeiten

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Von: Peter Dilling

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Ärger über rücksichtslose Autofahrer: Gunther Meyer kommt als Jogger und Autofahrer öfter am Ortsausgang von Vollmarshausen vorbei.
Ärger über rücksichtslose Autofahrer: Gunther Meyer kommt als Jogger und Autofahrer öfter am Ortsausgang von Vollmarshausen vorbei. Im Hintergrund ist der Abschnitt der Welleröder Straße zu sehen, auf der er gefährliche Überholmanöver beobachtet hat.   © Peter Dilling

Die Welleröder Straße ist viel befahren. Auch der Linienbus ist hier unterwegs. Im Abschnitt der letzten Wohnhäuser von Vollmarshausen bis zum Ortsausgang in Richtung Wellerode ist es manchmal wegen undisziplinierter Autofahrer auch richtig gefährlich. Bis zum Beinahe-Zusammenstoß. Das ist jedenfalls die Erfahrung, die Gunther Meyer aus Wellerode gemacht hat.

Lohfelden/Söhrewald – Der Großkundenberater in der Pharmabranche hat sich an die HNA gewandt, weil er nach eigenen Angaben vor einiger Zeit zwei Mal solche gefährlichen Situationen erlebt hat.

Meyer joggt regelmäßig mit seiner Frau zwischen Wellerode und Vollmarshausen, hinzu parallel zur Welleröder Straße und zurück über die alte Söhrebahn-Trasse. Am Ortseingang von Vollmarshausen habe er mit seiner Frau beobachtet, wie ein in Richtung Wellerode fahrender hochmotorisierter BMW etwa 100 Meter vor dem Ortsausgangsschild mit quietschenden Reifen ein weißes Auto mit einer Frau am Steuer überholt habe und beim Einscheren dann Mühe gehabt habe, seinen Wagen auf der Fahrbahn zu halten. „Ich habe sehen können, wie sehr sich die Frau erschrocken hat“, berichtet Gunther Meyer.

Zwei Wochen später sei er dann trotz eines entgegenkommenden Busses selbst rücksichtslos überholt worden, als er mit seinem Auto Richtung Söhrewald gefahren sei. Wieder habe es sich um einen hochmotorisierten BMW gehandelt. „Die Leute werden immer dreister“, klagt der Welleröder. Den Vorfall habe er auch der Polizei in Waldau gemeldet. Herausgekommen ist dabei wohl nichts.

Eine Anwohnerin der Fahrenbachstraße, die gute Sicht auf die unterhalb gelegene Welleröder Straße hat, bestätigt, dass solche Überholmanöver kein Einzelfall sind. Meistens seien es Motorradfahrer, sagt die Frau beispielsweise.

Der Gemeinde Lohfelden lägen keine Beschwerden über Raser oder rücksichtsloses Überholen auf diesem Straßenabschnitt vor, teilt Kai Hast vom Fachbereich Verwaltung und Ordnung auf Anfrage mit. Dennoch wolle die Gemeinde tätig werden. Ob Geschwindigkeitskontrollen dort objektiv notwendig seien, werde man „zeitnah“ durch das Aufstellen eines Verkehrszählgeräts, das auch das Tempo der Fahrzeuge misst, klären. Allerdings sei es eine große Herausforderung, einen mobilen Blitzer so dicht am Ortsausgang einzusetzen. Man müsse unter anderem mindestens 100 Meter Abstand zum Ortsausgang halten, damit die Messungen rechtlich anerkannt würden. Daneben werde man in Absprache mit Straßenverkehrsbehörden und Polizei klären, ob dort ein Überholverbotsschild aufgestellt werden kann.

Überholen dürfe man im Ortsausgangsbereich schon jetzt nicht – auch ohne Verbotsschild, denn das sei nur zulässig, wenn eine Behinderung des Gegenverkehrs ausgeschlossen werden kann. „Dies ist in dem Ortsausgangsbereich von Vollmarshausen nach Wellerode und umgekehrt nicht möglich“, sagt Hast. Er appelliert an die Autofahrer, rücksichtsvoll zu fahren.

Bis vor einigen Jahren war am Ortsausgang Vollmarshausen eine Blitzer-Säule in Betrieb. Diese musste die Gemeinde wegen strengerer rechtlicher Vorgaben des Innenministeriums aufgeben. Seit fünf Jahren versuche man vergeblich, durch das Vorlegen von Verkehrsdaten wieder eine Erlaubnis zum Betrieb des Blitzers zu erhalten, teilte Hast mit.

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