1. Startseite
  2. Lokales
  3. Kreis Kassel
  4. Lohfelden

Gegen das Hochwasser: Schutz vor Fluten Thema in Lohfelden

Erstellt:

Von: Michaela Pflug

Kommentare

Die Brücke an der Alten Welleröder Straße in Lohfelden.
Die Brücke an der Alten Welleröder Straße ist tragfähig, aber das Bauwerk muss ertüchtigt werden. Die Arbeiten werden aktuell ausgeschrieben. © Theresa Novak

Immer wieder wird Lohfelden von Hochwasser heimgesucht. Bereits seit Jahren investiert die Gemeinde daher in den Hochwasserschutz und versucht Vorsorge zu betreiben. Das dauert aber zu lange, wie auch beim Stopp des HNA-Mobils in Lohfelden bemängelt wurde.

Lohfelden – „Ich kann den Frust der Bürger verstehen. Aber wir machen die gesetzlichen Vorgaben nicht“, sagt Bürgermeister Uwe Jäger (SPD). Gutachten und Genehmigungen dauerten leider Jahre. Allerdings herrsche keinesfalls Stillstand. Vieles passiere im Hintergrund, etwa die Gespräche mit den Anrainer-Kommunen, Behörden wie Regierungspräsidium und Anwohnern. Projekte würden beständig umgesetzt. Allein in diesem Jahr seien 600 000 Euro in das Thema investiert worden.

Ein wichtiges Element sei der Austausch in einer technischen Steuerungsgruppe, in denen Experten aus Kassel, Söhrewald und Lohfelden zusammenkommen. „Die Gespräche sind sehr produktiv“, sagt Bauamtsleiter Rolf Schweitzer. Hier seien Pläne und Berechnung abgeglichen worden. Nun würden verschiedene Ideen diskutiert, sowie auf Kosten und Nutzen überprüft. Das Ziel sei es, ein Gesamtkonzept zu entwickeln und Vereinbarung über Kosten und Maßnamen zu treffen. Einen Zweckverband zu gründen, wie von der Politik angeregt, erachteten die Experten als zu langwierig.

Denn Schutz kann teuer werden. Das gilt auch für die Rückhaltebecken zwischen Kassel und Lohfelden, die 100 000 Kubikmeter zurückhalten könnten. Für diese werde Anfang November die Auswertung des Gutachtens zu Auswirkungen auf Flora und Fauna erwartet, sagt Bauamtsmitarbeiter Dirk Gertenbach. Damit könnte dann ins Genehmigungsverfahren gehen. Bis dann aber der Spatenstich erfolgt, dürfte es 2024 oder sogar 2025 werden.

Anderswo geht es schneller. Gertenbach zählt eine Reihe von Projekten auf, die 2022 abgearbeitet worden. So wurde die Fußgängerbrücke und die Fuhrt zum Festplatz Vollmarshausen erneuert. An der Landesstraße wurden die Böschung und das Ufer gesichert. Aktuell würden der Ufersicherung und die Mauer in der Brunnenstraße und die Sanierung der Sandsteinbrücke an der Alten Welleröder Straße ausgeschrieben. Eine Untersuchung habe ergeben, dass die Brücke tragfähig ist, aber das Bauwerk müsse ertüchtigt werden, um auch höhere Lasten zu tragen.

Auch in der Nähe von Sportplatz und Netto am Wahlebach sei einiges passiert und werde noch mehr passieren. So soll unter anderem eine Mauer und ein kleines Dammbauwerk für mehr Schutz sorgen. Geplant ist außerdem die Sicherung der Ufermauer und zusätzlicher Hochwasserschutz am Eckenbach.

„Wir müssen auch städtebaulich einiges ändern“, erklärt Rolf Schweitzer. Konzepte wie die Schwammstadt, also weniger versiegelte Flächen und mehr Möglichkeiten für Versickerung, würden auch beim Erstellen von Bebauungsplänen, wie aktuell in der Hauptstraße, bedacht.

Außerdem habe man den Bereich zwischen Vollmarshausen und Wellerode für Retentionsflächen weiter im Blick. Allerdings nicht direkt an der Alten Brücke, wie es einige Bürger vorgeschlagen haben. „Die Stelle ist ungeeignet, es gibt es zu wenig Stauraum“, erklärt Gertenbach. Insbesondere, wenn man bedenke, dass hier ein Eingriff in ein bestehendes Biotop notwendig sei. Im Blick habe man und prüfe man die Möglichkeit oberhalb vom Festplatz und direkt am Ortseingang von Wellerode. Entsprechende Gespräche mit den Hundesportvereinen inklusive der erfolgreichen Suche nach alternativen Flächen habe es genauso gegeben, wie Gespräche mit der Gemeinde Söhrewald. „Allerdings, und das gilt für alle Pläne: Es braucht vor der Umsetzung politische Entscheidungen und die entsprechenden Mittel“, sagt Rolf Schweitzer.

Termin: Neues zum Hochwasserschutz wird es auch in der nächsten Bürgerversammlung am Mittwoch, 30. November, ab 19 Uhr im Bürgerhaus geben. (Michaela Pflug)

Auch interessant

Kommentare