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Hilmar Lindner aus Lohfelden gibt mit 83 Jahren noch Schwimmunterricht

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Von: Helga Kristina Kothe

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Er liebt das Freibad Lohfelden: Hilmar Lindner fühlt sich dort zuhause.
Er liebt das Freibad Lohfelden: Hilmar Lindner fühlt sich dort zuhause. © Helga Kristina Kothe

Wenn Kinderaugen nach bestandener Schwimmprüfung leuchten, dann geht Hilmar Lindner das Herz auf. Der 83-Jährige aus Lohfelden gibt seit fünf Jahrzehnten Schwimmunterricht. 1971 wurde er Mitglied im Ortsverband Lohfelden-Fuldabrück der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und engagiert sich seitdem ehrenamtlich.

Lohfelden – Dazu gekommen sei er, als seine Tochter schwimmen lernte: „Wir haben zu wenige Helfer, willst Du nicht mitmachen?“, fragte man ihn damals.

Unzähligen Kindern und Erwachsenen hat er seit 1971 das Schwimmen beigebracht und die Prüfungen abgenommen. Dafür hat er den Lehrschein erworben und immer wieder erneuert, um zur Ausbildung berechtigt zu sein. Auch heute mit 83 Jahren gehört er noch zum Ausbilder-Team und ist als Betreuer bei Kursen in Lohfelden dabei: Er unterrichte gerne, aber Prüfungen wolle er nicht mehr abnehmen.

Hilmar Lindner gehört zu den ältesten Aktiven im DLRG-Ortsverband, wo er sich früher auch als Materialwart oder zweiter Vorsitzender eingebracht hat. Für sein Engagement wurde er bereits ausgezeichnet, unter anderem mit dem Ehrenabzeichen der Gemeinde.

Ausbildung ist seine Herzenssache: „Schwimmen lernen ist wichtig, um als Kind Spaß zu haben, als Erwachsener im Urlaub, für Senioren als Therapie.“ Er würde sich freuen, wenn mehr Ältere mitwirkten. Ihm gefällt, was er bei der DLRG macht: der generationenübergreifende Kontakt zu Menschen. Die Erfahrung zeige: „Auch als alter Mensch findet man bei Kindern Akzeptanz.“ Sein Humor trägt dazu bei.

Senioren, die sich als Betreuer bei Schwimmkursen oder Schwimmtraining einbringen wollten, bräuchten Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und natürlich eine Affinität zum Schwimmen, erläutert er. Der DLRG-Ortsverband biete aber auch andere Möglichkeiten, mitzumachen: sei es bei der alljährlichen Weihnachtsbaum-Aktion oder Vorhaben wie „Kirche im Schwimmbad“.

Der DLRG-Ortsverband Lohfelden-Fuldabrück, der Verein hat rund 600 Mitglieder, ist gut aufgestellt: An Schwimmlehrern mangele es nicht, sind sich Hilmar Lindner und Klaus Günther, Schwimmmeister in Lohfelden und Vorsitzender des Ortsverbands einig. Der Unterricht dort kann ganzjährig stattfinden: entweder im Freibad oder in der Lehrschwimmhalle.

In seiner Freizeit schwimmt Hilmar Lindner regelmäßig: Er kommt jeden Tag ins Lohfeldener Bad, meist ist seine Frau dabei: „Das ist gut für das Wohlbefinden und hält gesund.“ Wenn er nicht im Wasser ist, steht er am Beckenrand: „Ich habe immer ein Auge drauf, ob Hilfe gebraucht wird.“ Nach einem kurzen Rückblick resümiert er: „Ich habe noch niemanden retten müssen.“

Dass Lindner noch andere Interessen hat, zeigt ein Blick auf seine Uhr: Bauhaus. In der Bauhaus-Stadt Dessau hat er die Ausbildung zum Kraftfahrzeughandwerker gemacht. Mit dem Facharbeiterbrief in der Hand kehrte er 1957 der DDR den Rücken und wurde bald in Nordhessen heimisch. Das Schwimmen hat er dort gelernt, wo er geboren ist, bei Bitterfeld: als kleiner Junge im Waldbad von Zschornewitz.

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