Therapie im ASB Wohnen und Pflege

Hühner zu Besuch in Lohfeldener Seniorenheim

Die drei Hühner gehören zu den tierischen Besuchern. Sie fressen den Bewohnern aus der Hand.
+
Die drei Hühner gehören zu den tierischen Besuchern. Sie fressen den Bewohnern aus der Hand.

Drei Hühner laufen zwischen Gurkenstückchen, halben Tomaten, Salatblättern und Hühnerfutter über den Tisch. Bobby, ein grauer Hund mit langem Fell, sitzt auf einem Stuhl. Auch zwei Meerschweinchen sind dabei. Was sich anhört, wie eine Szene auf einem Bauernhof, ist Teil der Tiertherapie im ASB Wohnen und Pflege in Lohfelden.

Lohfelden - Ein Mal in der Woche kommt Kristina Heilmann mit ihren Hühnern, Meerschweinchen und Hund Bobby in das Seniorenheim. in lohfelden. „Die Bewohner verbringen dann einfach Zeit mit den Tieren. Sie können sie füttern, streicheln oder einfach nur dabei sitzen und beobachten“, sagt sie.

Einer der Bewohner, Dieter Weber, hat ein Kissen auf den Knien. Darauf sitzt ein braun-schwarz-weiß geflecktes Meerschweinchen. „Früher hatten wir zu Hause einige Meerschweinchen und auch andere Tiere“, erzählt er und streicht dem Meerschweinchen, das an einer Gurke knabbert, behutsam über das Fell. „Sie bekommen jetzt auch noch eins“, sagt Heilmann zu einer Seniorin, die neben Dieter Weber am Tisch sitzt. Sie legt ihr ein Kissen auf die Knie, holt ein schwarzes Meerschweinchen aus der Transportbox und setzt es der Dame auf den Schoß.

Hund Bobby hat es sich inzwischen auf einem Stuhl neben Renate Boldt gemütlich gemacht und schaut die Seniorin erwartungsvoll an. Boldt streicht ihm über den Kopf und gibt ihm ein Leckerli. „Ich hatte selbst mal einen Hund“, sagt sie. „Bobby, gib Pfötchen“, und der Hund streckt der Seniorin brav seine Pfote entgegen. Als Belohnung gibt es natürlich noch ein Leckerli.

Bobby ist schon seit Beginn der Tiertherapie vor knapp 13 Jahren mit dabei. „Er war schon als Welpe hier und ist quasi hier aufgewachsen. An den Umgang mit den Senioren hat er sich von klein auf gewöhnt“, sagt Kristina Heilmann. Bevor Heilmann auch die Hühner mit zu den Senioren in das Pflegeheim nehmen konnte, hat sie mit ihnen trainiert.

„Ich habe mit ihnen geübt, dass sie auf der Decke bleiben“, erklärt sie. „Wenn ich mal ein neues Huhn mitnehme, kommt auch immer ein erfahrenes mit, damit sie sich aneinander orientieren können.“

Mittlerweile fressen die Hühner den Bewohnern aus der Hand. „Am liebsten mögen sie Käse, aber Tomate, Gurke und Salat schmeckt ihnen auch“, sagt eine der Bewohnerinnen und hält einem der Hühner ein Stück Gurke hin. Eifrig beginnt das Huhn daran herum zu piken.

„Die Tiere sind wie Türöffner für Gespräche“, sagt Heilmann. „Oft fangen die Senioren an, von früher zu erzählen. Von den Hühnern und anderen Haustieren, die sie selbst mal hatten. Die Stimmung wird locker, alle lachen und haben Spaß – die Senioren und die Mitarbeiter.“

Auch Doris Pingel vom Sozialdienst der ASB Wohnen und Pflege spürt die positive Auswirkung der Tiere auf die Bewohner. „Einige von ihnen sind sehr unruhig und wollen ständig herumlaufen, besonders die Demenzkranken. Bei der Tiertherapie merkt man, wie sie herunter kommen und plötzlich ganz ruhig und gelassen sind“, sagt sie.

Während der Corona-Pandemie musste, aufgrund der Besuchsregelungen im Seniorenheim, die Tiertherapie pausieren. Im Sommer konnte es wieder losgehen. „Darüber sind wir sehr froh. Wir merken, wie gut den Bewohnern der Umgang mit den Tieren tut“, sagt Pingel.

Mit ihrem kleinen Bauernhof ist Kristina Heilmann in knapp 20 Pflegeheimen in Kassel, dem Kasseler Landkreis, dem Schwalm-Eder-Kreis und in Hann. Münden unterwegs.

Ein Esel und ein Alpaka gehören ebenfalls dazu. Das Alpaka sei immer das Highlight. „Nicht nur die Bewohner, sondern auch die Mitarbeiter finden das klasse“, sagt Heilmann. Auch der Esel ist ab und zu in Seniorenheimen zu Besuch. „Der muss aber immer im Erdgeschoss bleiben, weil er kein Fahrstuhl fahren kann“, sagt sie und lacht. (Eva Krämer)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.