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Beim Auswerfen der Angel kommt es auf den Schwung an

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Von: Peter Dilling

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Mit elegantem Schwung: So wirft man das Gewicht an der Angelroute treffsicher auf die mit Wasser gefüllen Teller.
Mit elegantem Schwung: So wirft man das Gewicht an der Angelroute treffsicher auf die mit Wasser gefüllen Teller. © Peter Dilling

Beim Angelsport Casting geht es um Präzision. Volker Krah zeigt, wie es geht. Er organisiert auch die Deutsche Jugend- und Juniormeisterschaften in Lohfelden.

Lohfelden/Söhrewald – Die Forelle ist ein quirliger Fisch. Wenn etwas laut auf die Wasseroberfläche klatscht, sucht sie sofort das Weite. Also wirft der Fischer mit einer eleganten Körperdrehung seine hauchdünne Angelschnur aus, an deren ein fedriger, bunter Köder hängt – die sogenannte Fliege, die ein Beutetier des Fischs imitiert. Das verursacht kaum Geräusch. Und mit etwas Geschick umkurvt der Angler mit seiner Schnur sogar ins Wasser hängende Bäume, die im Weg sind.

Volker Krah, Referent für Casting und Turnierwurfsport im Verband Hessischer Fischer, macht das auf dem Sportplatz des TSV Wattenbach vor. Die Fliege des Söhrewalders landet nicht im Fluss oder einem See, sondern auf einem wassergefüllten Plastikteller. Das ist eine Disziplin des Casting-Sports, einer Art Trockenfischen, bei der man seine Geschicklichkeit beim Angeln an Land unter Beweis stellt. Vom 11. bis 14. August kann man sich diese Sportart bei den Deutschen Jugend- und Junioren-Meisterschaften im Nordhessen-Stadion in Lohfelden anschauen. Krah, auch Vorstand im Angelsportverein Petri Heil Söhrewald, organisiert sie im Auftrag des Deutschen Angelfischerverbands. Er ist selbst ein erfolgreicher Casting-Sportler: Im Juli sei er bei den Meisterschaften der „Hessen Fischer“ nur knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt, sagt er.

Beim Angeln in der Natur geht es darum, verschiedene Wurf- und Fangtechniken einzusetzen. Neben dem Fliegen-Fischen kann der Angler auch mit verschieden schweren, an der Angelschnur befestigten Gewichten und Ködern arbeiten, die einen weiteren Wurf ermöglichen. Das ist vor allem beim Brandungsfischen am Meer nötig, wo die Schnur weit über 100 Meter ausgeworfen wird. Viele dieser Techniken sind in den Casting-Sport eingeflossen. Beispielsweise das Gewichte-Zielwerfen auf eine drei Meter durchmessende Scheibe. „Das ist wie beim Dart-Spiel“, erläutert Krah. Wer in den innersten Kreis trifft, erhält die meisten Punkte. Und dann gibt es den reinen Gewichte-Weitwurf mit der Angelrute, einhändig, beidhändig und über Kopf. Insgesamt müssen die Jugendlichen bis zu sieben Disziplinen absolvieren, es Entfernungen geworfen.

Die Corona-Pandemie ist auch am Casting-Sport nicht spurlos vorbeigegangen. Vor der Pandemie seien 60 Jugendliche zu den Meisterschaften gekommen, jetzt seien es nur 36 – darunter nur ein hessischer Teilnehmer, sagt Krah. „Viele Jugendliche haben sich umorientiert und sind vom Computer kaum wegzubekommen“, meint er. Den Mangel an Nachwuchs spürt Krah auch in seinem eigenen Verein, dem ASV Petri Heil Söhrewald, der an der Fulda bei Röhrenfurth und bei Guxhagen seine gepachteten Fischereireviere hat.  pdi

Termin: Deutsche Jugend- und Juniorenmeisterschaften im Casting von 11. bis 14. August im Nordhessen-Stadion Lohfelden, Eröffnungsveranstaltung am 13. August um 9 Uhr mit anschließenden Wettkämpfen. Der Eintritt ist frei.

Entscheidet über die erzielbare Wurfweite: Casting-Referent Volker Krah zeigt zwei Gewichte. Das linke ist leichter, das rechte schwerer. Es eignet sich besser für den Weitwurf.
Entscheidet über die erzielbare Wurfweite: Casting-Referent Volker Krah zeigt zwei Gewichte. Das linke ist leichter, das rechte schwerer. Es eignet sich besser für den Weitwurf. © Dilling, Peter

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