Firma nicht erreichbar und liefert unregelmäßig

Ärger mit Corona-Einkaufsservice: Kunde ist verärgert

Eigentlich ein guter Service: die Einkäufe nach Hause bringen lassen. Ein Lohfeldener hat jedoch schlechte Erfahrungen damit gemacht.
+
Eigentlich ein guter Service: die Einkäufe nach Hause bringen lassen. Ein Lohfeldener hat jedoch schlechte Erfahrungen damit gemacht.

Als Thomas Hobein-Ackermann von „Mein Einkaufsservice.de“ erfuhr, war er zunächst erleichtert. Der Dienstleister aus Lohfelden offeriert seinen Kunden, während der Corona-Pandemie die Einkäufe zu erledigen.

Für Hobein-Ackermann kam das Angebot wie gerufen. Weil er an einer Autoimmunerkrankung leidet, muss er sich in diesen Tagen besonders schützen. Doch inzwischen ist er nur noch frustriert und verärgert über den Anbieter.

Dabei fing alles gut an. Hobein-Ackermann schloss einen sechsmonatigen Vertrag mit dem Anbieter ab – hinter dem sich die Kassel Goods GmbH verbirgt. Für 79 Euro monatlich könne er nun „unbegrenzt“ für sich einkaufen lassen, lautete das Versprechen, das sich so bis heute auf der Internetseite wiederfindet. Lediglich ein Mindestbestellwert von 50 Euro ist einzuhalten.

„Wir waren zunächst dankbar für das Angebot“, sagt Hobein-Ackermann. Und so nahm er es der Firma auch nicht übel, als die Lieferung mal nicht – wie versprochen – am nächsten Tag gebracht wurde. „Wenn mal das eine oder andere Produkt nicht stimmte, haben wir da auch nie was gesagt. Wir waren ja froh über den Bringdienst“, sagt der Kunde. Bezahlt hat er seinen Einkauf direkt an der Haustür. Der Einkäufer hat dazu ein Kartenlesegerät mitgebracht.

Nachdem die Lieferungen zwei, drei Mal klappten, dauerten sie plötzlich immer länger. „Vor Ostern musste ich eine Woche auf meine Lebensmittel warten. Und schließlich hieß es, dass wegen des hohen Krankenstandes in der Firma Bestellungen nur noch alle 14 Tage möglich sind“, sagt Hobein-Ackermann. Vor einer Woche nutzte er dann das angebotene Sonderkündigungsrecht.

Doch plötzlich war kein Kontakt mehr zur Firma möglich. Unter der Hotline ging niemand ans Telefon – tagelang. Auch Versuche der HNA, unter der Nummer jemanden zu erreichen, scheiterten in den vergangenen zwei Tagen. Jeweils sprang nur eine Mailbox an.

Als Hobein-Ackermann nach unzähligen Versuchen schließlich einen Mitarbeiter ans Telefon bekam, versprach dieser, eine Kündigungsbestätigung zu schicken. Auf diese wartet der Kunde bis heute. „Wenn diese Sache nicht bis Freitag geklärt ist, erstattete ich Anzeige“, droht Hobein-Ackermann, der eine Einzugsermächtigung erteilt hatte.

Auf HNA-Anfrage bei Geschäftsführer Turkay Genc räumte dieser Probleme bei der Belieferung der Kunden ein. „Wir haben aufgrund von Krankheit viele Probleme mit unseren Mitarbeitern“, sagt er. Von 21 Mitarbeitern seien nur zwölf im Dienst. Deshalb sei aktuell nur noch eine 14-tägige Belieferung der aktuell knapp 300 Kunden möglich. Weil für die Hotline nicht ausreichend Personal vorhanden sei, sollten die Kunden den E-Mail-Kontakt nutzen.

Jeder könne aufgrund der Situation sein Sonderkündigungsrecht nutzen und erhalte sein Geld zurück.

Nach unserer Berichterstattung am Donnerstag haben sich inzwischen weitere Kunden gemeldet und ähnliche Erlebnisse mit der Firma geschildert. Auch sie fühlen sich betrogen. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.