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Katzeneltern auf Zeit gesucht: Lohfeldener Tierschutzverein kämpft mit Auswirkungen der Krisen

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Von: Michaela Pflug

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Suchen ein Dauerzuhause für ihre Schützlinge Franky (links) und Aron: Ina Nennstiel und Maurice Rische sind Pflegestelle für den Verein Hand und Pfote Lohfelden.
Suchen ein Dauerzuhause für ihre Schützlinge Franky (links) und Aron: Ina Nennstiel und Maurice Rische sind Pflegestelle für den Verein Hand und Pfote Lohfelden. © Michaela Pflug

Die aktuellen Krisensituationen treffen nahezu jeden - auch den Tierschutz. Das macht sich unter anderem beim Verein Hand und Pfote in Lohfelden bemerkbar.

Lohfelden/Kassel – Neugierig untersuchen Franky und Aron die Kameratasche. Stillsitzen fürs Foto? Fehlanzeige. Die Kater wollen spielen, schnüffeln und schmusen. Eigentlich Traumkatzen, finden Pflegepapa Maurice Rische und Tierschützerin Melanie Hättich. Trotzdem wartet das Katzenduo bereits ein Jahr auf ein dauerhaftes Zuhause. Die lange Verweildauer auf den Pflegestellen ist ein Zeichen, wie sich Krise und Krieg im Tierschutz bemerkbar machen. „Jeder ist auf Sparkurs“, sagt Hättich, Vorsitzende des Lohfeldener Vereins Hand und Pfote.

Wer selbst Angst hat, in Zukunft über die Runden zu kommen, werde auch kein neues Haustier aufnehmen. „Die Adoption stockt“, sagt Hättich. Gleichzeitig gebe es nicht genug Pflegestellen. Kaum kommt eine dazu, sei sie schnell besetzt. „Wir haben aktuell Aufnahmestopp.“ Auf 13 Stellen sitzen 25 Katzen und ein Hund. Anfragen gebe es ungebrochen viele. Hinzu komme, dass der Tierarztbesuch teurer geworden ist. Das spürt der Verein bei der Behandlung seiner Schützlinge. Da werden mitunter vierstellige Beträge fällig: „Jedes Fundtier ist eine Wundertüte“, sagt Hättich.

Aber natürlich trifft auch die Tierhalter die Erhöhung. „Wir bekommen vermehrt Anrufe von Leuten, die die Tierarztrechnung nicht zahlen können“, sagt die Vereinsvorsitzende. Dann versuche man zu helfen, allerdings seien die Vereinsmittel begrenzt. Die generiert der Verein mehrheitlich aus Spenden. Um die Spendenbereitschaft anzuregen, versucht der Verein einiges. So wird etwa Selbstgemachtes oder Gebasteltes bei Pferdesport Krämer verkauft und es gibt Kooperationen mit den Fressnapf-Märkten in Kassel und Lohfelden.

Auch die Kommunen, in denen die Tierschützer aktiv sind, unterstützen den Verein – denn ein Tierheim gibt es im Landkreis nicht. Die Kommunen sind, wie Hättich erklärt, eigentlich für herrenlose Tiere zuständig, die auf ihrem Gebiet gefunden werden. Dem Verein würde es auch helfen, wenn alle Kommunen eine Katzenschutzverordnung hätten. Die schreibt unter anderem eine Kastration und Registrierung vor. In Lohfelden gebe es die schon länger und es zeige sich ein spürbarer Erfolg, sagt Hättich. Es gebe kaum eine Wildpopulation. So müssten die Tierschützer weniger oft aktiv werden und heimatlosen Katzen helfen.

So eine war auch der kleine Franky. Er kam als kleiner Kater mit Geschwistern zu Rische und Nennstiel. Während seine Geschwister auszogen, blieb er zurück. Vielleicht, weil er ein chronisches Nierenleiden hat. Aron soll ihm Gesellschaft leisten. Das war vor einem Jahr. Natürlich falle es schwer, die beiden gehen zu lassen, sagt Pflegepapa Rische. „Aber das ist das Ziel.“ Man merke den beiden Katern an, dass sie mehr Ansprache brauchen, als es dem Paar ohne konstantes Home Office möglich ist, zu leisten. Sie würden ihnen gerne Freigang ermöglichen, was in ihrer aber Stadtwohnung nicht funktioniere.

Pflegestelle sind sie aber gern. „Es ist doch toll, so etwas Gutes tun zu können“, sagt Rische. Schön sei es auch, wenn einen die beiden schon an der Wohnungstür begrüßen und zum Kuscheln kommen. „Vielleicht ist das auch ein Energiespartipp“, scherzt Rische. Katzen auf dem Schoß hielten schließlich warm. Um die gestiegenen Tierarztkosten müssen die beiden sich zumindest keine Gedanken machen, die trägt der Verein für seine Pflegestellen, genau wie die Futterkosten.

Weitere Infos: auf handundpfote-lohfelden.de, per E-Mail an info@handundpfote-lohfelden.de oder auf Facebook unter „Hand und Pfote Lohfelden“.

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