Hochwasserkonzept wurde vorgestellt

Dämme für Lohfelden: Die Gemeinde will Schutz vor Hochwasser verbessern

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Mit neuen Rückhaltebecken, verlegten Bächen und viel Kooperation will die Gemeinde Lohfelden die Folgen des nächsten Hochwassers abmildern. 

Mit neuen Rückhaltebecken, verlegten Bächen und viel Kooperation will die Gemeinde Lohfelden die Folgen des nächsten Hochwassers abmildern. 

Bilder von überfluteten Straßen und Vorgärten, zerstörten Bachbetten und Böschungen flimmerten bei der Bürgerversammlung in Lohfelden über die Leinwand. Die Gemeinde nutzte die Gelegenheit, ihr neues und altes Hochwasserkonzept vorzustellen. 2,5 Millionen Euro sollen in den nächsten fünf Jahren folgen, sagte Bürgermeister Uwe Jäger.

Es gibt auch schon Ideen, wohin dieses Geld fließen soll. Denn die Gemeinde hatte schon 2014 den Auftrag für die Erstellung eines Hochwasserkonzeptes vergeben. Christoph Wegener vom Kasseler Ingenieurbüro AGC stellte jetzt die Pläne vor. 

Eine Herausforderung: Die Lage von Lohfelden in einem Tal und die hohe Dichte versiegelter Flächen. Das führe immer wieder zu Überschwemmungen im Bereich des Fahren- und Wahlebachs, erklärte Wegener. Nun müssen erst einmal dessen Schäden beseitigt werden. So müssen viele Uferabschnitte, Böschungen und Straßen wieder stabilisiert und teils verstärkt werden.

Eine der größten Investitionen

Wegener stellte aber auch ein Großprojekt vor, das langfristig für Verbesserungen sorgen könnte und mit 1,7 Millionen Euro eine der größten geplanten Investitionen sein dürfte. In Vollmarshausen, auf den Hammelsbergwiesen und der Scheidwiese, sollen zwei Hochwasserrückhaltebecken in Form von Dämmen, Auslassbauwerken und Stauflächen gebaut werden. 

Ihr Stauvolumen soll insgesamt mehr als 90 000 Kubikmeter Wasser umfassen. Wegener merkte aber auch an, dass es sich hierbei um Pläne handele, die erst einmal mit allen beteiligten Behörden abgestimmt und von diesen bewilligt werden müssen. Auch die Gemeindevertreter müssen zustimmen. Auf die Nachfrage eines Bürgers, wann es denn dann losgehe, antwortete die Gemeinde ausweichend.

Für die Rückhaltebecken müsste der Wahlebach verlegt werden. Anderswo, nämlich in der Nähe der Autobahnbrücke an der Ochshäuser Dorfstraße, soll er dagegen Nebenarme bekommen, um mehr Rückstaufläche zu bieten. Das sei eine sehr schwierige Stelle, sagte Wegener. 

Ein Planungstreffen steht an

Wegen der Autobahnnähe, aber auch der dort verlaufenden Grenze zwischen Kassel und Lohfelden. „Den Hochwasserschutz können wir gar nicht alleine stemmen“, sagte Bürgermeister Uwe Jäger. Daher müsse man auch mit der Stadt und ihrem Eigenbetrieb Kasselwasser, der Gemeinde Söhrewald, dem Landkreis und dem Regierungspräsidium sprechen. In der kommenden Woche stehe ein Planungstreffen an.

Während der Bürgerversammlung stellte Bauamtsmitarbeiter Dirk Gertenbach auch bereits abgeschlossene Hochwasserschutzprojekte vor. Denn auch in den vergangenen Jahren war die Gemeinde nicht untätig, seit 2012 wurden 2,3 Millionen Euro investiert. Damit wurden zum Beispiel zahlreiche Kanalerweiterungen gebaut, der Neubau des Rückhaltebeckens „Am Fieseler Werk“ finanziert und das neue Becken „Am Herchenbach“ geplant.

Aus dem Bauamt der Gemeinde gab es auch warnende Worte. „Es wird immer wieder Hochwasserereignisse geben, die wir mit technischen Mitteln nicht in den Griff kriegen“, sagte dessen Leiter Rolf Schweitzer. Bei einem Unwetter wie im Mai, das statistisch nur einmal in 100 Jahren vorkommt, werde es immer zu Schäden kommen.

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