Halbwaisen wurden in Waberner Storchenstation aufgezogen

Lohfeldener Jungstörche trainieren für erste Reise in den Süden

Wer fliegen übt, muss sich auch ausruhen: Vier der fünf Storchen-Halbwaisen aus Lohfelden auf einem Dach in Wabern-Niedermöllrich.
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Wer fliegen übt, muss sich auch ausruhen: Vier der fünf Storchen-Halbwaisen aus Lohfelden auf einem Dach in Wabern-Niedermöllrich.

Bald werden sich die Lohfeldener Storchenwaisen auf den Weg gen Süden machen. Dafür üben sie fleißig, berichtet Storchenexpertin Andrea Krüger-Wiegand.

Lohfelden/Wabern – „Sie sind täglich in Niedermöllrich unterwegs“, sagt ihre Ziehmutter. Dort befindet sich die Storchenstation, in der Fabian, Michael, Max, Kevin und Jannis aufgewachsen sind. Das sind die Namen der Feuerwehrleute, die die fünf mit dem Nabu Kaufungen-Lohfelden aus dem Horst an den Vollmarshäuser Teichen gerettet hatten. Mit dem Geschlecht hat das wenig zu tun, das kann man bei Störchen nur schwerlich erkennen, sagt Krüger-Wiegand.

Das Vatertier war nach einem Unfall verendet. Ohne die Unterstützung ihres Partners wäre das Storchenweibchen nicht in der Lage gewesen, die Jungtiere auszubrüten und aufzuziehen, da waren sich die Tierschützer einig. Das erste Küken schlüpfte am 11. Mai in der Storchenstation, das letzte am 18. Mai.

Bevor sich die Teenie-Störche nun auf den Weg in Richtung Spanien machen, üben sie das Fliegen und Jagen, erklärt Krüger-Wiegand. Während Ersteres schon gut klappt, brauchen sie beim Jagen noch etwas mehr Praxis. „Daher füttere ich noch zu.“ Zweimal am Tag gibt es Fisch und Eintagsküken im Horst. Krüger-Wiegand rät in diesem Zusammenhang Tierfreunden dringend davon ab, die Tiere selbst zu füttern. Das könnte später zu Problemen führen.

Nachts kehren die Jungstörche noch zu ihrem Horst zurück, auch tagsüber pausieren sie an der Storchenstation. Doch die Ausflüge werden länger: „Die Abstände werden immer größer“.

Schon Ende Juli ziehen die ersten Jungstorch-Gruppen auf in Richtung Winterquartier, erklärt Krüger-Wiegand. Da die Lohfeldener Störche allerdings erste Mitte Mai geboren sind, werden es bei ihnen noch einige Wochen bis zum endgültigen Abschied dauern. Wann und ob die Störche nach Wabern oder auch in den Landkreis Kassel zurückkehren, sei schwer zu sagen. „Es kann sein, dass sie hier mal vorbeischauen. Das hatte ich schon mal“, sagt Krüger-Wiegand. Wenn sie geschlechtsreif sind, allerfrühestens mit zwei Jahren, suchen sich die Tiere einen eigenen Horst. Oft ist der auch in der Nähe des Horstes, in dem sie aufgewachsen sind. Allerdings kann Nähe in diesem Fall auch einmal 100 oder 150 Kilometer heißen.

Was auch immer sie erwartet, die fünf sind vorbereitet. „Sie sind topfit“, sagt Krüger-Wiegand. Am Fuß tragen sie außerdem einen Ring. Das heißt, auch wenn es sie an einen Ort fernab von Nordhessen verschlägt, kann man sie zuordnen.

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