1. Startseite
  2. Lokales
  3. Kreis Kassel
  4. Lohfelden

Lohfeldener Storchen-Nachwuchs wächst in Waberner Pflegestation heran

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Michaela Pflug

Kommentare

Storchen-Küken in einem Nest in Wabern (Nordhessen).
Genießen das Wetter: Der Lohfeldener Storchennachwuchs lebt inzwischen in Wabern. © Andrea Krüger-Wiegand

Der Lohfeldener Storchennachwuchs wird nicht von den Elterntieren großgezogen, sondern in einer Pflegestation in Wabern.

Lohfelden/Wabern – Kleine Störche essen gern und viel. Nähert sich jemand dem Nest, wird der Schnabel aufgesperrt. Statt der Elterntiere sorgt im Fall der Lohfeldener Halbwaisen allerdings Andrea Krüger-Wiegand für Nachschub.

„Es geht den fünfen gut“, sagt die Storchenexpertin. Am 11. Mai zogen die Eier bei ihr ein, noch am selben Tag schlüpfte das erste Küken, am 18. folgte Nummer fünf. „Anfangs habe ich alle eineinhalb Stunden gefüttert“, erklärt Krüger-Wiegand. Inzwischen kann sie sich schon etwas mehr Zeit lassen.

Auf dem Speiseplan stehen Regenwürmer und Insekten. Aber auch Stücke von Fisch, Eintagsküken und Mäusen finden sich inzwischen im Futternapf. Die richtige Mischung für die ideale Entwicklung zu finden, sei diffizil, sagt Krüger-Wiegand. Deshalb sei es auch wichtig, dass Laien sich Hilfe suchten, wenn sie verwaisten Vogelnachwuchs finden. Auch Gesellschaft sei wichtig, um eine Fehlprägung auf den Menschen zu vermeiden.

Zu Halbwaisen waren ihre Schützlinge geworden, da das Vatertier nach einem Unfall gestorben war. Die Feuerwehr barg auf Bitte des Nabu die fünf Eier und übergab sie an die Wabernerin, die sich seit vielen Jahren neben ihrer Arbeit ehrenamtlich um Störche und Schreitvögel kümmert.

„Man muss immer genau abwägen, wann man eingreift.“ Das Vorgehen werde auch mit den Behörden abgesprochen. In diesem Fall habe der Schlupf kurz bevorgestanden. Gleichzeitig fünf Küken wärmen, ausreichend ernähren und vor Räubern schützen, „das hätte die Störchin alleine nicht geschafft.“

„Bleiben werden sie, bis sie flügge sind“, sagt Krüger-Wiegand. Das dauere zwischen 60 und 65 Tagen. Dann werden sie ausgewildert und lernen fliegen. „Das können sie hier nämlich nicht“. Dafür wissen sie dann aber schon, wie andere Störche aussehen, denn Krüger-Wiegand beherbergt auch Dauerpfleglinge, zu denen die Jungstörche später Sichtkontakt haben.

Ob die Kleinen an die Vollmarshäuser Teiche zurückkehren, ist ungewiss. Denn dafür braucht es einen freien Horst, erklärt Krüger-Wiegand. In dessen Nähe werden die Teenager in einer selbst gebauten, mehrere Meter hohen Nestkonstruktion platziert. Außerdem ist ein zuverlässiger Helfer nötig, der einmal am Tag nach dem Rechten schaut und anfangs auch zufüttert.

Die Altstörchin habe er noch nicht selbst wieder auf dem Horst beobachten können, sagt Dieter Werner vom Nabu Kaufungen-Lohfelden. Dafür aber einen anderen Storch. Vielleicht täten sich die beiden zusammen. Doch das sei alles noch ungewiss, und müsse beobachtet werden. Weniger ungewiss: die Namen des Nachwuchses. Sie sollen so heißen wie die Feuerwehrleute, die sie geborgen haben. Außerdem übernimmt der Nabu die Futterkosten der Kleinen.

Neuigkeiten zu den fünf Storchenbabys gibt es auf facebook.com/stoerchewabern

Auch interessant

Kommentare