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Lohfelden: Storchen-Papa ist tot – aber Küken sollen gerettet werden

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Von: Michaela Pflug

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Ein Storch verunglückt im Kreis Kassel und stirbt. Auch sein Nachwuchs ist in Gefahr. Doch die Feuerwehr und die Storchenstation Wabern können helfen.

Lohfelden – Tierische Tragödie an den Vollmarshäuser Teichen: Das dort mit seiner Partnerin brütende Storchenmännchen ist tot. Auch das Nest ist leer. Am Mittwochnachmittag (11.05.2022) hat die Feuerwehr Lohfelden das Gelege gesichert, um das Leben der Küken zu retten. Die Eier werden nun in der Waberner Storchenstation ausgebrütet.

„Der Storchenmann ist verunglückt“, erklärt Dieter Werner vom Nabu Kaufungen-Lohfelden. Er vermutet, dass der Storch gegen die alte Stromtrasse geflogen und dann auf die Baustelle an der Landesstraße zwischen Niederkaufungen und Vollmarshausen gestürzt ist. Bauarbeiter kontaktierten den Nabu Kaufungen-Lohfelden. „Als ich ankam, war er noch rege“, so Werner. Allerdings sei er dann nach kurzer Zeit wohl seinen inneren Verletzungen erlegen. Nun war das Storchenweibchen allein, eine erfolgreiche Brut höchst unwahrscheinlich. Das Problem: „Die Storchenfrau muss auf den Eiern sitzen bleiben, damit sie nicht auskühlen.“ Ohne Partner müsse sie aber auch selbst auf Futtersuche gehen.

Das erste Küken schlüpfte am Mittwoch. Am Donnerstag waren die Kleinen schon zu dritt.
Das erste Küken schlüpfte am Mittwoch. Am Donnerstag waren die Kleinen schon zu dritt. © Andrea Krüger-Wiegand

Kleine Störche werden im Kreis Kassel in Station aufgezogen

Die Lösung: Andrea Krüger-Wiegand von der Storchenstation Wabern brütet die Eier aus, zieht die Kleinen auf und wildert sie anschließend aus. Vorher aber musste zügig ein Hubwagen her. Nach erfolglosen Anfragen bei Firmen und der Gemeinde landete Werner bei der Feuerwehr. „Wir haben dem Nabu gern geholfen“, sagt Gemeindebrandinspektor Michael Kahl. Mithilfe der Drehleiter wurden die fünf Eier aus dem Nest geholt. Es war höchste Zeit. „Eines der Eier war schon angepickt, man konnte die Stimmen der Kleinen schon hören“, sagt Werner. Und tatsächlich: Wenige Stunden später schlüpfte der erste kleine Storch.

Werner will das Weibchen weiter beobachten. Vielleicht kehre auch das alte Lohfeldener Paar zurück. Bei dem toten, beringten Männchen habe es sich um den Storch, der letztes Jahr versuchte in der Karlsaue zu brüten, gehandelt.

Die Feuerwehr Lohfelden eilte dem Nabu zur Hilfe und sicherte das Gelege der Störche an den Vollmarshäuser Teichen.
Die Feuerwehr Lohfelden eilte dem Nabu zur Hilfe und sicherte das Gelege der Störche an den Vollmarshäuser Teichen. © Freiwillige Feuerwehr Lohfelden

Auch kürzlich war die Lohfeldener Wehr wieder für Tierkinder im Einsatz, wie Kahl erklärt. Vermeidlich verwaiste Entenküken schwammen im Regenrückhaltebecken an der A7. „Es war aber dann doch alles in Ordnung“, sagte Kahl. Eltern und Nest habe die Feuerwehr während des Einsatzes gefunden. (Michaela Pflug)

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