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Weitere Chancen ermöglichen: Lohfeldens Bürgermeister Uwe Jäger blickt auf 2023

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Von: Michaela Pflug

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Genießt es, dass sein Arbeitsplatz an einem der schönen Flecken in Lohfelden liegt: Uwe Jäger am Bürgersee, der nur im Winter so trostlos aussieht.
Genießt es, dass sein Arbeitsplatz an einem der schönen Flecken in Lohfelden liegt: Uwe Jäger am Bürgersee, der nur im Winter so trostlos aussieht. © MIchaela Pflug

Wie erleben Kommunen die aktuelle Zeit? Was sind die Herausforderungen? Wir fragen die Bürgermeister. Heute Lohfeldens Bürgermeister Uwe Jäger.

Lohfelden – Das Jahr 2022 mit seinen Krisen überschattet auch den Beginn von 2023. Trotzdem gibt es vieles, auf das sich die Lohfeldener in diesem Jahr freuen können, findet Bürgermeister Uwe Jäger. Wir haben mit ihm über das vergangene und das neue Jahr gesprochen.

Worauf freuen Sie sich am meisten in Ihrer Gemeinde in diesem Jahr?

Auf die Aktivitäten zu 35 Jahren Partnerschaft mit Berg im Drautal. Ein weiteres schönes Ereignis wird die Eröffnung der neuen Kindertagesstätte, die hoffentlich im Spätsommer stattfindet. Denn somit können wir Eltern auch in Zukunft eine verlässliche Kinderbetreuung bieten.

Welche Veranstaltungen gibt es rund um den Partnerschafts-Geburtstag?

Auf jeden Fall wird eine Lohfeldener Delegation Anfang September nach Berg fahren. Im Rahmen der Kirchweih soll dann das Partnerschaftstreffen begangen werden. In Planung ist, dass die Berger auch nach Lohfelden kommen. Da gibt es einige Ideen, Details kann ich aber noch nicht nennen.

Gibt es noch andere Veranstaltungen?

Sicher wird es auch wieder Dorffeste geben. Allerdings denken wir aktuell über deren Format nach. In der Vergangenheit hatten wir mitunter das Gefühl, der Zuspruch ist geringer, als er früher war. Deshalb überlegen wir gerade, ob eine andere Konzeption, ein anderes Rahmenprogramm oder etwa eine zentralere Örtlichkeit hilfreich sein könnten.

Was sind die größten Bauprojekte, neben der Kita, die anstehen?

Das ist zum einen das soziale Wohnprojekt Vorster Straße 2. Das soll dieses Jahr abgeschlossen werden. Darüber hinaus will der Landkreis Kassel mit Hessen Mobil die K 8 zwischen dem Ortseingang Vollmarshausen und der Kreuzung Eschweger Straße sanieren.

Es gibt so einige Sorgenkinder im Straßenbau der Gemeinde. Wie sieht es denn abseits der K 8 aus?

Sobald diese fertig ist, werden wir die Lange Straße angehen. Ich hoffe, das wird bald möglich sein. Wir haben erhebliche Probleme in diesem Bereich. Da braucht man sich nur die Spurrillen rund um die Haltestelle und die lockeren Steine ansehen. Auch in der Hauptstraße wollen wir einiges verändern. In diesem Fall warten wir aber auf die Machbarkeitsstudie zur Straßenbahn vom NVV. Es würde schließlich wenig Sinn machen, die Hauptstraße zu sanieren und im nächsten Jahr wieder aufzureißen, damit die Bahn dort entlang fahren kann. Da soll es demnächst ein Gespräch geben, bei dem erste Erkenntnisse vorgestellt werden. Laut dem letzten Planungsstand soll die Crumbacher Straße innerorts 2024 saniert werden, außerorts 2025.

Ob das alles klappt?

Das kann ich nicht sagen. Was ich sagen kann: Wir können die Straßen nicht parallel sanieren. Die Vollmarshäuser Straße konnte 2022 nicht umgebaut werden. Daher weiß ich nicht, ob trotzdem in diesem Jahr die K 8 fertiggestellt wird. Gleichzeitig ginge es nicht. Denn dann käme man nur noch über die Berliner Straße von Vollmarshausen nach Lohfelden. Es können auch nicht zur selben Zeit die K 8 und die Crumbacher Straße oder die Lange Straße und die Hauptstraße saniert werden. Den Verkehr in Lohfelden zu organisieren, das ist eine wahnsinnige Herausforderung.

Und dann wollen Sie noch ein Gewerbegebiet zwischen Kaufungen und Lohfelden erschließen, was noch mehr Verkehr bringt?

Es geht nicht darum, möglichst schnell ein Gewerbegebiet hochzuziehen. Es geht darum, zusätzliche Chancen für zukünftige Generationen zu ermöglichen. Es wird noch viele Jahre dauern, bis es dort den ersten Spatenstich gibt. Wir haben jetzt den ersten Sachstandsbericht mit der Erkenntnis, dass die Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme als Werkzeug keinen Sinn für Lohfelden macht. Deswegen muss man erst überlegen, wie es weitergehen kann.

Mal abgesehen von Straßen: Wo sollte die Gemeinde in den kommenden Jahren unbedingt investieren?

Barrierefreien Wohnraum brauchen wir dringend. Das muss dann natürlich sozial sein. Es nützt nichts, allein barrierefreien Wohnraum hinzustellen, die Menschen müssen sich den auch leisten können. In welcher Form wir diesen, ob wir als Vermieter auftreten oder eine eigene Wohnungsbaugesellschaft brauchen, müssen wir sehen. Aber auch in Hochwasser- und Klimaschutz sollten wir weiter investieren.

Die neue Klimaschutzmanagerin hat kürzlich mit einer halben Stelle begonnen. Was erwarten Sie sich von ihr?

Dass sie uns voranbringt mit eigenen Ideen und dass sie unsere Ehrenamtlichen tatkräftig unterstützt. Sie soll eine gute Kooperation mit dem Klimaschutzbeirat und der Agenda Umwelt und Naturschutz pflegen. In diesen Gremien gibt es große Vorfreude und viele Ideen, die von ihr angeschoben werden sollen. Sicherlich wird sie auch im Bereich Hochwasserschutz miteingebunden. Wir machen so einiges im Bereich Klimaschutz. Wir sind nun Mitglied im Landschaftspflegeverband und im Bündnis der Kommunen für biologische Vielfalt. Zusätzlich haben wir 2022 den Klimaschutzbeirat aus der Taufe gehoben. Das muss auch alles richtig koordiniert und zusammengeführt werden.

Waren Sie zufrieden mit 2022?

Zufrieden kann man als Bürgermeister nicht sein, wenn man einen negativen Haushalt abgeschlossen hat und vorlegt. Womit ich aber zufrieden bin: dass wir trotz der widrigen Umstände unsere Ziele fest vor Augen haben. Damit meine ich die Kita, das Projekt Vorster Straße, aber auch die Tatsache, dass wir alle angedachten Sanierungen umsetzen konnten. Dass wir es geschafft haben, eine Klimaschutzmanagerin zu finden und einen Mitarbeiter, der sich um die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes kümmert, stimmt mich zufrieden. Das haben wir auch den tollen Mitarbeitern der Verwaltung zu verdanken. (Michaela Pflug)

Zur Person

Uwe Jäger (56) wurde in Kassel geboren und wuchs in Lohfelden auf. Der Diplom-Verwaltungswirt hat auch einen Master of Public Administration und arbeitete vor seiner Bürgermeisterkarriere als Prüfungsbeamter beim Hessischen Rechnungshof. 2016 wurde er erstmals zum Bürgermeister gewählt, 2022 wurde er wiedergewählt. Er ist seit vielen Jahren in der Kommunalpolitik aktiv – 1987 trat er der SPD Lohfelden bei, ab 2001 war er Gemeindevertreter und seit 2011 Vorsitzender des Parlaments. Jäger ist Fußballfan, war beim FSK Vollmarshausen und beim FSC Lohfelden viele Jahre aktiv und schaut sich noch heute regelmäßig die Spiele beider Vereine an. Jäger lebt mit seiner Frau Ute im Ortsteil Crumbach und hat drei erwachsene Kinder und eine Enkelin. 

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