Auch Standorte für E-Ladestation werden geprüft

Manager fürs Klima in Lohfelden gesucht

Lohfelden will mehr für den Klimaschutz tun. Dazu gehört auch die Betreuung von Naturschutzgebieten, wie die Vollmarshäuser Teiche.
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Lohfelden will mehr für den Klimaschutz tun. Dazu gehört auch die Betreuung von Naturschutzgebieten, wie die Vollmarshäuser Teiche.

Lohfelden bekommt einen Klimaschutzmanager, und es soll geprüft werden, wo E-Ladestationen gebaut werden könnten. Klimaschutz sei ihnen wichtig, hatten fast alle Fraktionen in ihren Haushaltsreden am Donnerstag betont. Wie unterschiedlich die Ansätze zur Lösung der Klimakrise sind, zeigte sich dann aber in der teils hitzigen Debatte der Gemeindevertreter.

Lohfelden – „Spätestens nach dem Bericht des UN-Klimaschutzrates muss allen politischen Akteuren klar sein, dass wir schon fünf Minuten nach 12 haben“, sagte Eike Bornmann bei Vorstellung des SPD-Antrags. Auch Lohfelden müsse einen Beitrag leisten, um die Lebensgrundlage aller zu bewahren. Dazu müssten viele Projekte umgesetzt, kommuniziert und koordiniert werden. Um diese Arbeit personell zu bewältigen, sei es nötig, einen Klimamanager zu beschäftigen – am besten in Kooperation mit anderen Kommunen. Sollte das nicht möglich sein, soll ab 1. August eine Stelle in Lohfelden geschaffen und dafür 50 000 Euro in den Haushalt 2022 eingestellt werden.

Viel zu viel Geld, fand die CDU. Birgit Kaiser-Wirz merkte an: „Wir sollten zunächst einmal den erst kürzlich konstituierten Klimabeirat arbeiten lassen und diesem nicht vorgreifen.“ Die Grünen unterstützen das Vorhaben natürlich, sagt Stefan Wetterau. Insbesondere da seine Fraktion vor drei Jahren einen Antrag gestellt hatte, genau das prüfen zu lassen. Der sei zwar beschlossen worden, eine Antwort habe man aber nie erhalten. Es sei ein guter Schritt, aber es müsse viel mehr verbessert werden. „Im Prinzip stellen wir jetzt nur wieder einen Zustand her, den wir schon hatten.“ Von 2014 bis 2017 beschäftige die Gemeinde bereits einen Klimaschutzmanager.

Noch kontroverser war ein Vorschlag der SPD und der Grünen. Sie wollten prüfen lassen, ob an mindestens fünf öffentlichen Orten Ladestationen mit einer Ladeleistung größer 11 Kilowatt aufgestellt werden können. „Überall wird E-Mobilität forciert. Aber hier ist die Ladestruktur noch sehr unzureichend“, sagte Katrin Steffek. Im Prinzip könnten Leute nur laden, wenn sie im Eigenheim die Möglichkeit dazu hätten. Aktuell gebe es nur eine Station am Lohfeldener Rüssel und eine mit geringer Ladeleistung an der Gesamtschule.

Pia Kirchner (U2L) entgegnete, dass Energieversorger Interesse daran hätten ihren Strom zu verkaufen. Tankstellen hätten sich schließlich auch von allein an sinnvollen Stellen angesiedelt. Thomas Springer (AfD) und Hans-Jürgen Fiegand (U2L) gaben zu bedenken, dass das aktuelle Stromnetz der Gemeinde einem sprunghaften Anstieg von E-Autos nicht gewachsen wäre. Auch die CDU wollte die Suche nach passenden Standorten dem Markt überlassen. Handelstreibende etwa hätten Interesse daran, E-Auto fahrende Kunden in ihr Geschäft zu locken, sagte Dominik Haferburg.

„Wenn wir das denen überlassen, sind wir geliefert“, sagte Miriam Würth-Kresevljak (Grüne). Es obliege den politischen Entscheidern, Menschen den Zugang zu ermöglichen. „Was sollen die Leute in Mietshäusern machen? Eine Trommel aus dem Fenster im 5. Stock werfen?“ Außerdem gehe es erst mal nur darum, Interessensbekundungen einzuholen. (Michaela Pflug)

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