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Manfred Henkels Leben im Zeichen des Naturschutzes

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Von: Amir Selim

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Manfred Henkel im Vordergrund. Im Hintergrund die Vollmarshäuser Teiche
„Hier könnte ich den ganzen Tag verbringen“: Manfred Henkel, langjähriger Vorsitzender des Nabu Kaufungen-Lohfelden, vor den Vollmarshäuser Teichen in Lohfelden. © Amir Selim

40 Jahre lang war Manfred Henkel Vogelschutzbeauftragter in Lohfelden. Als Vorsitzender des Nabu Kaufungen-Lohfelden war er 32 Jahre aktiv. Nun tritt er altersbedingt kürzer.

Lohfelden – Schon nach wenigen Momenten der Begegnung mit Manfred Henkel ist zu merken, wie wichtig ihm die Naturschutzaufgaben sind. Dann nämlich, wenn er von den Aufgaben erzählt, die er im Auftrag des Nabu erledigt. So zum Beispiel überprüft Henkel regelmäßig den Zustand der Zäune für die Krötenwanderung.

Noch begeisterter zeigt sich der 79-Jährige in der Umgebung der Vollmarshäuser Teiche in Lohfelden: „Hier könnte ich den ganzen Tag verbringen“, sagt er. Das liegt nicht zuletzt an dem „schönen Gesang“ der vielen Vögel, die am Biotop zu hören sind. In diesem Bereich kennt sich der gebürtige Lohfeldener bestens aus, schließlich war er bis Ende 2021 40 Jahre lang der Vogelschutzbeauftragte der Gemeinde Lohfelden. Er kümmerte sich unter anderem um Nistkästen und die Winterfütterung der Vögel. Deswegen sind ihm die Vogelarten an den Teichen gut bekannt. Dort zu sehen sind Reiher, Graugänse, Blesshühner, Zwergtaucher sowie Krickenten und ein Storchenpaar.

32 Jahre lang erster Vorsitzender des Nabu Kaufungen-Lohfelden

Henkel war von 1986 bis 2018 der erste Vorsitzende des Nabuvereins Kaufungen-Lohfelden. Anschließend übernahm er den Posten des zweiten Vorsitzenden. Aber auch diese Rolle wird er bald abgeben. Aus altersbedingten Gründen, sagt er. „Wir haben jemand jüngeren in Aussicht“, erklärt Henkel. Er werde sich aber weiterhin beim Nabu einbringen.

Der 79-jährige war 1979 in den „Deutschen Bund für Vogelschutz“, so hieß der Nabu damals noch, eingetreten. Er habe an einer Wanderung des Vereins teilgenommen und kam so in Kontakt mit den Naturschützern. Schnell habe er auch Tätigkeiten übernommen, bis er dann 1986 der Vorsitzende wurde. Von Flächen und Biotopen, die gepflegt werden, über verschiedene Aufgaben im Bereich Artenschutz bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit, gab es viel für Henkel zu tun.

Als größte Errungenschaft seiner Vorstandszeit sieht Henkel den Ausbau des Informationszentrums des Vereins. Seit 1980 treffen sich die Mitglieder des Nabu dort. Heute haben sie ihr Vereinshaus im Infozentrum und einen Ausstellungsraum.

Als Außenmonteur in Osteuropa und auf dem Balkan unterwegs

Dabei brauchte es ein wenig Glück, dass Henkel in seine Heimatregion zurückkehrte. Der gelernte Elektriker war gerade in den Siebzigern als Außenmonteur für eine Düsseldorfer Firma im Einsatz. Dabei war er viel in Osteuropa und auf dem Balkan unterwegs, erzählt er. Wie es der Zufall wollte, hatte Henkel dann einen Auftrag bei einem Maschinenfabrikanten im Kasseler Raum. Dieser bot ihm eine Wohnung an und die Übernahme der Umzugskosten. Also beschlossen Henkel und seine Frau, nach Lohfelden zurückzukehren, wo er voll im Nabu aufgegangen sei, schildert Henkel.

Die Begeisterung für den Verein an seine Tochter und seine Enkel weiterzugeben, „hat leider nicht so funktioniert“, sagt Henkel schmunzelnd. Mit den Enkeln werde er aber jetzt viel Zeit in der Natur verbringen. (Amir Selim)

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