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Moto-Club Lohfelden-Söhre feiert 50-jähriges Bestehen

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Von: Michaela Pflug

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1972 nach einer Ausfahrt in Lohfelden: Harry Gruhn (von links), Axel Ewald, Harald Fischer, Wolfgang Bärthel, Harald Göbel und Reiner Schneider.
1972 nach einer Ausfahrt in Lohfelden: Harry Gruhn (von links), Axel Ewald, Harald Fischer, Wolfgang Bärthel, Harald Göbel und Reiner Schneider. © Moto-Club Lohfelden-Söhre

Seit 50 Jahren fahren die Laschkorken nun durch die Söhre und Nordhessen. Das jüngste der 45 Vereinsmitglieder ist 34 Jahre alt, der Älteste ist 80. Zu Beginn des Moto-Club war der Altersschnitt noch geringer und der Club trug einen anderen Namen.

Lohfelden – „Es muss im Jahr 1971 gewesen sein, als eine Gruppe Jugendlicher aus Vollmarshausen, die sich allabendlich an der Schule traf, vom Jugendpfleger Peter Gerwald zu einem Gespräch eingeladen wurden“, erzählt Hans Jürgen Hollstein. Die Gruppe sei daraufhin mit Mofas und Mopeds Richtung Bürgermeisteramt gerollt. Da sei klar gewesen: Die Zweiräder müssen in die Jugendarbeit eingebunden werden. Nach dem Gespräch wurde der Jugend-Motor-Sport-Club gegründet.

Der habe bei der ersten offiziellen Versammlung am 19. April 1972 den Zusatz „Söhre“ bekommen, sagt Hollstein. „Zunächst sollten gemeinsame Fahrten mit den Mopeds unternommen, Filme gezeigt, Geschicklichkeitsfahrten und Zeltlager veranstaltet werden.“ Auch ein Clubabzeichen musste her. Der Sticker mit Dorflinde wurde – typisch 70er – allerdings nicht etwa auf Lederjacken genäht, sondern auf solche aus Jeans. Unterschlupf fanden die jungen Männer 1973 im Dachgeschoss des Jugendhauses an der Kaufunger Straße, das sie selbst umbauten. 1976 wurde die Gaststätte Dorfmitte zum Vereinslokal, da die Clubräume aus baurechtlichen Gründen aufgegeben werden mussten.

Aber nicht nur Jugendliche interessierten sich für Motorsport. Am Ostersonntag 1974 waren vier Lohfeldener im niederländischen Zwolle auf dem Paasei-Treffen für Motorradfahrer, erinnert sich Jürgen Killian. Dort sei die Idee entstanden, einen eigenen Club ins Leben zu rufen. Ein Name war schnell gefunden: Moto-Club Lohfelden. „Wobei der Buchstabe R beim Wort Moto nicht etwa fehlt, sondern es leitet sich vom französischen Moto also Motorrad ab“, erklärt er.

Treffpunkt war damals das Nebenzimmer der Gaststätte Kanngießer. 1974 wurde aus dem Kosenamen eines Mitglieds der Beiname Laschkorken und das Clubabzeichen. „Das ehemalige Mitglied Bernhard Rohloff malte den bis heute unverändert gebliebenen Laschkorken auf einen Bierdeckel“, sagt Killian.

Der Verein beschloss, ein erstes internationales Motorradtreffen zu veranstalten. „Dieses übertraf unsere Erwartungen bei weitem und wurde ein großer Erfolg“, sagt Killian. So groß, dass die Veranstaltungsreihe fortgesetzt wurde. 1980 kamen zu dem Treffen über 2000 Menschen.

Die erste Ausfahrt ging 1972 an den Edersee: Jürgen Baumann (von links), Harald Göbel, Harry Gruhn, Axel Ewald, Reiner Schneider und Harald Fischer. Stehend Dirk Brunst und im Vordergrund Manfred Kaiser.
Die erste Ausfahrt ging 1972 an den Edersee: Jürgen Baumann (von links), Harald Göbel, Harry Gruhn, Axel Ewald, Reiner Schneider und Harald Fischer. Stehend Dirk Brunst und im Vordergrund Manfred Kaiser. © Moto-Club Lohfelden-Söhre

Da waren die Clubs schon ein Verein. Auf Initiative von Friedhelm Ackermann und Jürgen Killian fanden 1976 Gespräche über einen Zusammenschluss statt. Schließlich hatte man gleiche Interessen und kam aus den gleichen Orten. Der Moto-Club Lohfelden Söhre wurde im 1977 in das Vereinsregister eingetragen.

Das Vereinsleben in den Folgejahren war geprägt von Laschkorkentreffen, Winterfreizeiten, Rennbesuchen im In- und Ausland, Weihnachtsfeiern, Pfingsttreffen, Fuchsjagden, Bildersuchfahrten und natürlich Motorradfahren. Auch zum Karneval und im sozialen Bereich engagierte sich der Verein. Regelmäßig wurden Basare für Motorradzubehör organisiert und die Erlöse gespendet.

„Im Jahr 2000 wurde dann ein Traum wahr: Mit der Errichtung einer Clubgarage haben wir endlich auch ein eigenes Heim“, sagt Killian, der auch viele Jahre Vereinsvorsitzender war. In der Herchenbach ist durch eigene Leistung, einen Zuschuss der Gemeinde und viel Arbeitskraft die Clubgarage entstanden. Nach der Auflösung des Schützenvereins haben Moto-Club, die Herkules-Bazis und der Dartverein Lohfelden von September 2020 bis Spätsommer 2021 das benachbarte Schützenhaus aufwendig saniert (wir berichteten). „Nach den unruhigen Monaten der Bauphase steht für uns in den nächsten Jahren zunächst einmal im Vordergrund: Motorrad fahren“, sagt Killian. Das sei auch durch Corona doch etwas zu kurz gekommen.

Von Michaela Pflug

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