CDU-Antrag zur erneuten Diskussion wird abgelehnt

Sanierung der Vorsterstraße 2 in Lohfelden kann weitergehen

Haben sich gewehrt: Die Mieter und ein Nachbar der Vorsterstraße 2 bei einer Protestaktion.
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Haben sich gewehrt: Die Mieter und ein Nachbar der Vorsterstraße 2 bei einer Protestaktion.

Wieder einmal wurde im Lohfeldener Parlament die Zukunft der gemeindeeigenen Immobilie in der Vorsterstraße 2 diskutiert. Die CDU scheiterte aber letztlich mit Plänen die Sanierung vorerst zu stoppen.

Lohfelden – Schon beim Betreten des Bürgerhauses war am Donnerstagabend klar, was bei der Gemeindevertretersitzung für Gesprächsstoff sorgen würde. Eine Abordnung der Bewohner der Vorster Straße 2 standen mit Plakaten am Eingang. Ihre Forderung: Erhalt und Sanierung der gemeindeeigenen Immobilie mit 24 Wohnungen – wie im Januar beschlossen.

Vor der Sitzung hatten die Bewohner dem Vorsitzenden Norbert Thiele eine Unterschriftenliste und eine Stellungnahme überreicht. Dabei gingen sie auch darauf ein, dass sie durch die Sanierung über Gebühr belastet würden – eine Befürchtung in vergangenen Debatten. „Wir sind uns bewusst, dass im Bestand saniert wird und einiges auf uns zukommt, aber wir sind bereit, dass zu akzeptieren.“

Das Haus soll einem SPD-Vorschlag folgend auf Neubauniveau saniert werden. Das war auch die Empfehlung des Architekturbüro Elmar Kriesten, das Alternativen geprüft hatte. Die geschätzten Sanierungskosten belaufen sich auf 4,3 Millionen Euro – könnten durch Fördergelder aber sinken.

Ob diese Kalkulation in Anbetracht der gestiegenen Bau- und Materialkosten aktuell ist, stellte die CDU-Fraktion infrage. Mit einem Antrag forderte sie den Stop der Sanierung. Eine erneute, ergebnisoffene Diskussion sei sinnvoll. „Wir wollen darüber noch mal, in aller Ruhe, jenseits des Wahlkampfes, diskutieren“, erklärte Birgit Kaiser-Wirz. „Auch wir wollen bezahlbaren Wohnraum und die Mieter gut versorgt wissen“. Allerdings müsse man die Finanzen im Sinne aller Bürger im Blick behalten. Dominik Haferburg (CDU) mahnte, auch mögliche Konsequenzen zu benennen: die Erhöhung von Steuern und Gebühren. Grundsätzlich solle man einmal über ein Wohnungsbaukonzept für die ganze Gemeinde nachdenken, sagte Kaiser Wirz.

Pia Kirchner (U2L) unterstützte den CDU-Antrag – „auch wenn wir Verständnis für die Mieter haben“. Wenn man bedenke, dass es bei den aktuellen Mieteinnahmen 71,6 Jahre dauere, bis diese wieder eingenommen werden, seien die aktuellen Pläne wenig sinnvoll. Zu bedenken sei auch, dass im Schnitt nach 30 Jahren schon wieder Sanierungen nötig wären. „Wir schlagen vor, die Sanierung für zwei Jahre auszusetzen“. Dann könnten die Baukosten sinken und die Gemeinde nach Projektpartnern suchen.

Gegenwind kam aus der SPD. Uwe Stegmann: „Wir stehen zu unserer Entscheidung.“ Die Gemeinde habe eine soziale Verantwortung. Zwar würde in Lohfelden eifrig gebaut, aber das seien vornehmlich Eigenheime und Luxusprojekte. Außerdem solle man bedenken, dass bereits knapp 700 000 Euro an Aufträgen verplant und vergeben wurden. Eine Zahl, die später Bürgermeister Uwe Jäger (SPD) bestätigte. Eike Bornmann erklärte, dass man die Alternativen zur Sanierung bereits ausführlich beraten habe und es eine entsprechende Einschätzung des Fachbüros gebe, dass die Sanierung ökologisch und finanziell günstiger sei als ein Neubau und Abriss.

Miriam Würth-Kresevljak (Grüne) erklärte, dass es in ihrer Fraktion unterschiedliche Meinungen zum Thema gebe. Auch sie plädierte dafür, ein ganzheitliches Konzept zur Entwicklung von sozialem Wohnraum in Lohfelden zu erarbeiten. Olaf Köhne (Grüne) blies ins selbe Rohr. „Es gibt doch die Möglichkeit, die Sanierung etwas herauszuschieben.“ In dieser Zeit könne man über eine Entwicklung des Areals und eines Gesamtkonzeptes nachdenken.

Einen solchen Antrag gab es aber nicht. Stattdessen wurde der CDU-Antrag bei 11 Gegenstimmen und sieben Enthaltungen abgelehnt.

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