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Sorge um alte Lohfeldener Eiche: Naturdenkmal ist schwer beschädigt

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Von: Moritz Gorny

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An der Bruchstelle der Wieseneiche stehen die Naturschützer Manfred Henkel (von links), Ulrich Kindervater und Bernd Rudolph.
An der Bruchstelle der Wieseneiche stehen die Naturschützer Manfred Henkel (von links), Ulrich Kindervater und Bernd Rudolph. © Moritz Gorny

Die Mitglieder des Nabu Kaufungen-Lohfelden machen sich Sorgen um die sogenannte Wieseneiche in der Nähe eines Möbelgeschäfts in Lohfelden.

Lohfelden – Kürzlich ist einer der drei riesigen Baumäste des imposanten Baumes wegen eines Pilzbefalls abgebrochen. Die Naturschützer fragen sich nun, ob die Eiche noch zu retten ist und hoffen auf Mithilfe der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Kassel. Schließlich handelt es sich um ein Naturdenkmal (Hintergrund), also im Prinzip eine Art kleineres Naturschutzgebiet, um das sich die Behörde kümmern muss.

In der Kreisverwaltung ist das Problem bekannt, sagt Sprecher Harald Kühlborn. Schon 2011 sei ein Pilzbefall am Baum entdeckt worden. Der sogenannte Schwefelporling mache das Holz morsch. Weil der Baum viel Laub und Eicheln trage und Trockenheit ausgesetzt sei, habe das vorgeschädigte Holz nicht standhalten können. Dadurch sei der Ast gebrochen.

Seitens des Landkreises scheint aber Hoffnung zu bestehen, dass der Baum noch viele Jahre leben kann. „Durch den enormen Stammumfang von rund sechs Metern ist noch eine statische Grundstabilität vorhanden“, sagt Kühlborn. Dazu müsse der Baum künftig weiter gepflegt werden.

Hier sehen die Naturschützer einen weiteren Knackpunkt: Die Eiche steht auf einem Privatgrundstück direkt an einem Schotterparkplatz, etwas fernab der Straße. Offenbar nutzen einige den leicht abgelegenen Ort, um ihren Müll illegal zu entsorgen. Elektrogeräte wie Plattenspieler, ein Herd, ein Staubsauger, aber auch Metallgestänge, Plastikkisten und vieles anderes liegt unter dem Baum. „Das passiert schon seit Jahren“, sagt Nabu-Mitglied Manfred Henkel und übt Kritik. So hätten bereits mehrere Gespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises vor Ort stattgefunden, um eine Lösung zu finden. „Ein Zaun wurde vorgeschlagen“, sagt Vereinsvorsitzender Martin Lange. Passiert sei aber nichts. „Uns ist klar, dass die Eiche auf Privatgrund steht, sodass der Kreis nicht einfach einen Zaun errichten kann. Aber so ist für den Müll doch auch der Eigentümer verantwortlich.“

Illegale Müllablage: Rund um die Eiche unweit eines Möbelmarktes wird immer wieder Müll zurückgelassen.
Illegale Müllablage: Rund um die Eiche unweit eines Möbelmarktes wird immer wieder Müll zurückgelassen. © Gorny, Moritz

Das bestätigt auch Kreissprecher Kühlborn. „Wir kümmern uns um die Pflege der Eiche, der Boden darunter ist Sache des Grundstückseigentümers.“ Wer das ist, dürfe Kühlborn aus Datenschutzgründen nicht sagen. In jedem Fall wolle sich der Landkreis aber noch einmal mit demjenigen zusammensetzen, um über einen Zaun zu sprechen. „Gegen den Müll möchten wir vorgehen.“ Als unmöglich bezeichnet Kühlborn den Trend, den Unrat einfach abzuladen. Auch für das aktuelle Müllproblem werde eine Lösung gesucht.

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