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300 Trucker trafen sich in Lohfelden und sammelten für den guten Zweck

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Von: Lutz Herzog

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Pilot Steffen Faas in seinem Renntruck
Sitzt auf 1200 PS: Mit seinem Renntruck, der eine Spitzengeschwindigkeit von 160 Kilometer pro Stunde erreicht, erregte Pilot Steffen Faas einiges Aufsehen. © Lutz Herzog

Nach langer Corona-bedingter Pause fand in Lohfelden wieder eine Truckershow statt. 300 Fahrzeugen trafen am Lohfeldener Rüssel ein.

Lohfelden – „Es dröhnen die Motoren…“, dichtete einst Herbert Grönemeyer. Die Inspiration dazu hätte er sich auch am Lohfeldener Rüssel holen können. Denn 300 Truckerfreunde aus vielen Ländern trafen sich dort am Wochenende (30. April/ 1. Mai) zu ihrem diesjährigen Treffen. Und nicht nur die Motoren dröhnten, auch Discomusik schallte aus den Fahrerkabinen.

Nach zwei Jahren coronabedingter Pause hat Veranstalter Mike Lawson, der selbst nie Lkw-Fahrer war, mit seinen Freunden Gordon Güde, Robert Marle und Marco Hofmann wieder eine Veranstaltung organisiert. „Wir haben die Zahl absichtlich auf 300 Teilnehmer beschränkt“, sagte Lawson. „Ein bisschen Corona ist ja immer noch“. Trotzdem bestand keine Maskenpflicht. Ein Testzelt war allerdings aufgebaut.

Cocktailwagen, Imbissstände und Trucks

Auf dem Areal konnten die zahlreichen Besucher zwischen Cocktailwagen, Imbiss- und Info-Ständen die frisch polierten, chromblitzenden Fahrzeuge bestaunen. In langen Reihen und bunten Farben, zum Teil mit fantasievoller Lackierung versehen, saßen die Fahrer mit Freunden, Bekannten und Interessierten zusammen und fachsimpelten über Erlebnisse und Touren.

Felder und Weidelsburg auf einem Truck
Felder und Weidelsburg: Dieses schöne Motiv aus dem Wolfhager Land zierte ein LKW aus Wolfhagen. © Lutz Herzog

Und gefeiert wurde auch. Laute Discomusik dröhnte aus den Fahrerkabinen und es wurde ordentlich mitgesungen. Nach dem Feiern übernachteten viele Fahrer im Hotel am Rüssel oder in ihren Fahrzeugen.

Ein Hingucker unter den Fahrzeugen war der Renntruck von Steffen Faas (37), der aus der Nähe von Pforzheim (Baden-Württemberg) angereist war. Mit seinem 1200 PS starken Fahrzeug, das 5,3 Tonnen auf die Waage bringt, steigt er in drei Wochen in die diesjährige Rennsaison ein. „Der Auftakt findet in Italien, in der Nähe von Rimini, statt“, erzählte er. „Wir haben die Rennausfälle in der Coronazeit genutzt und ein ganz neues Fahrzeug gebaut“, erklärte er. Nur drei Monate hat es gedauert, bis er mit seinem Team das nur für Rennen eingesetzte Fahrzeug fertiggestellt hatte.

Truckerfamilie reiste aus NRW an

Nicole Haberland und Bernhard Hölscher
Mit einem Lkw-Führerschein überraschte Nicole Haberland aus Gronau ihren Vater Bernhard Hölscher. © Lutz Herzog

Etwas ruhiger, aber mit der gleichen Begeisterung war Nicole Haverland (48) mitsamt Eltern und Hund aus Gronau in Westfalen auf der Show vertreten. Eigentlich arbeitet sie hauptberuflich als Teamleiterin bei einem Hersteller für Tiefkühlkost. Die Begeisterung und Leidenschaft für Trucks bekam sie aber durch ihren Vater mit in die Wiege gelegt. „Ich durfte ihn als Kind und Jugendliche oft bei seinen Touren begleiten“. Zum 71. Geburtstag des Vaters im vergangenen Jahr hatte sie ein besonderes Geschenk für ihn. Sie überraschte ihn mit der frisch bestandenen Führerscheinprüfung für Lkw. Jetzt hilft sie im elterlichen Betrieb aus, und steuert ihren 520 PS starken Truck mit V8-Motor sicher über die Landstraßen. „In dem Fahrzeug steckt mein Herz“, sagte sie und zeigte in den Innenraum der Fahrerkabine, die in einem dezenten Grau gehalten ist. Gegen die langen Wartezeiten hilft der Fernsehapparat in der Schlafkoje.

Gegen 18 Uhr ging der erste Tag zu Ende, und Mike Lawson machte Kassensturz. Alle Einnahmen aus der Tombola der beiden Tage geht an den Verein für krebskranke Kinder Kassel. Bereits am Samstag kamen knapp 30 000 Euro zusammen.

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