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„Ich war ganz baff“: Brautpaar aus Lohfelden wird mit 23 Anzeigen überrascht

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Nach der kirchlichen Trauung: Nina und Max Nägel feierten das Fest im Löwenhof in Lohfelden.
Nach der kirchlichen Trauung: Nina und Max Nägel feierten das Fest im Löwenhof in Lohfelden. © Privat/nh

Das riecht nach Rekord: 23 Mal wurde Brautpaar Nina und Max Nägel aus Lohfelden in der HNA zu ihrer Hochzeit mit einer Anzeige gratuliert.

Kassel – Wie es sich so gehört, haben Nina und Max Nägel die Nacht vor ihrer kirchlichen Hochzeit am vergangenen Samstag getrennt verbracht. Mit diesem Brauch hat das Paar aus Lohfelden auch nicht gebrochen, obwohl es seit fast einem Jahr standesamtlich verheiratet ist. Tradition bleibt Tradition.

Und so waren die 29-jährige Nina Nägel und ihr 34-jähriger Mann Max am Samstagmorgen allein, als ihnen jeweils ein Foto von einer Zeitungsseite zugeschickt worden ist. Darauf befanden sich Familienanzeigen.

Max Nägel warf einen Blick auf die Seite und registrierte, dass dort eine Anzeige mit den Glückwünschen für das Brautpaar Nina und Max steht. Also für seine Frau und ihn. Dann schaute er sich die Anzeige daneben an: Wieder eine Gratulation an Nina und Max. „Nach einer halben Minute habe ich erst gecheckt, dass die ganze Seite voller Anzeigen für uns gewesen ist“, sagt der 34-Jährige, der Wirtschaftswissenschaften studiert und Teilzeit bei einem Personaldienstleister arbeitet. „Ich war ganz baff. Mit so etwas rechnet man doch nicht“, sagt Nägel am Mittwochmorgen am Telefon. Er und seine Frau befinden sich aktuell in den Flitterwochen in Side (Türkei).

Anzeigen-Marathon für Brautpaar aus Lohfelden (Kreis Kassel): Die Idee hatte der Vater des Bräutigams

Auch Nina Nägel, die als Erzieherin arbeitet, konnte es zuerst gar nicht glauben. „Wir haben eine ganze Seite Anzeigen in der Zeitung stehen“, sagte sie später zu ihrem Mann. Insgesamt 23 Stück.

Die Anzeigen stammen von den Eltern, Geschwistern, Freunden und Bekannten. Aber nicht alle, die eine Anzeige in der HNA geschaltet haben, waren tatsächlich auch auf der Hochzeit. Da sind zum Beispiel Gudrun und Jürgen aus dem Salzburger Land, die den beiden eine wunderschöne Hochzeitsfeier gewünscht haben. „Das sind Bekannte von uns, die wir eingeladen haben, aber die im Urlaub waren“, erzählt die 29-Jährige. Andere Bekannte, Tassilo und Hannelore, haben eine Anzeige geschaltet, obwohl sie gar nicht eingeladen waren.

Die Idee für diesen Anzeigen-Marathon hatte übrigens Jürgen Nägel aus Kassel, der Vater des Bräutigams. Er hat wohl schon die Gäste bei der standesamtlichen Trauung am 27. August 2021 angesprochen, sich der Aktion anzuschließen.

Außergewöhnlich viele Glückwünsche in der HNA: Mit insgesamt 23 Zeitungsanzeigen wurde dem Brautpaar Nina und Max Nägel aus Lohfelden am Samstag zur kirchlichen Trauung gratuliert. Montage: Christine Bachmann
Außergewöhnlich viele Glückwünsche in der HNA: Mit insgesamt 23 Zeitungsanzeigen wurde dem Brautpaar Nina und Max Nägel aus Lohfelden am Samstag zur kirchlichen Trauung gratuliert. Montage: Christine Bachmann © Montage: Christine Bachmann

Dass dies so viele Freunde und Angehörige machen würden, damit hat wohl kaum jemand gerechnet. Es komme ganz selten vor, dass ein Brautpaar eine ganze Seite Anzeigen nur für sich habe, so eine Mitarbeiterin der HNA-Anzeigenabteilung.

Braut aus dem Kreis Kassel freut sich über die Überraschung: „Die sind alle gleich schön“

Ist eine der 23 Anzeigen besonders gelungen? „Die sind alle gleich schön“, sagt Nina Nägel. Ihr Mann fügt hinzu: „Es ist richtig schön, dass die Anzeige unterschiedliche Texte haben. Da ist nicht viel gedoppelt.“

Eine Anzeige irritiert Außenstehende auch: Auf dem Foto, das als Hintergrund der Anzeige dient, trägt Nina bereits ein weißes Brautkleid. Wie kann das sein, wenn die kirchliche Hochzeit erst am Samstag war? „Ich habe bei der standesamtlichen Hochzeit bereits ein Brautkleid getragen. Jetzt war es aber ein anderes“, klärt sie auf.

Die 23 Anzeigen waren übrigens nicht die einzige Überraschung für das Paar, das sich vor acht Jahren in der Kasseler Discothek A7 kennengelernt hat. Die Eltern spendierten auch eine Kutschfahrt von der Crumbacher Kirche, wo die beiden evangelisch getraut worden sind, bis zum Löwenhof, wo sie mit knapp 100 Gästen gefeiert haben.

Die Party ging bis morgens um 3 Uhr. „Es war superschön“, sagt Max. „Es war ein perfekter Tag“, sagt Nina. Wenn die beiden aus der Türkei zurück sind, wollen sie die Zeitungsseite mit den Glückwünschen erst mal adäquat rahmen. (use)

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