Polizei hat Ermittlungen eingestellt

Wieder Bäume in Lohfelden angebohrt: Gemeinde ist auf der Suche nach Zeugen

Am Holzweg und der Eschweger Straße in Lohfelden kommt es immer wieder zu mutwillig verursachten Baumschäden.
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Am Holzweg und der Eschweger Straße in Lohfelden kommt es immer wieder zu mutwillig verursachten Baumschäden.

In Lohfelden gibt es mindestens eine Person, die keine Bäume mag. Das legt ein Aufruf des Fachbereichs Bauen unter dem Titel „Gemeindebäume vergiftet – erneuter Baumfrevelfall in Lohfelden“ nahe.

Lohfelden – Diesmal seien im Holzweg, nordwestlich der Eschweger Straße Bäume beschädigt worden – und das anscheinend nicht zum ersten Mal. In den vergangenen Jahren sind in dem Gebiet sechs Bäume eingegangen, sagt Dirk Gertenbach, der auch für Grün- und Landschaftspflege zuständig ist. Drei habe man ersetzt, drei folgen noch. „Grundsätzlich gibt es in jedem Jahr ein bis zwei Fälle von Baumvandalismus“, sagt Gertenbach. Mitunter sei das klar ersichtlich, weil etwa jemand auf den Baum geklettert sei und Äste abgeknickt sind oder die Rinde geschält wurde. In anderen Fällen ist die mutwillige Beschädigung nicht so leicht zu erkennen. „Die Bäume werden zum Beispiel mit giftige Stoffen eingesprüht und gehen dann ein“, sagt er. Die Gemeinde pflanze dann oft einfach nach.

Im Holzweg sei das allerdings anders. Die gehäuften Schäden in den vergangenen Jahren haben dazu geführt, dass Gemeindemitarbeiter auf Spurensuche gegangen sind, erklärt Gertenbach. Bei Grabungen sei man dann auch fündig geworden: „Der Stamm bei zwei Bäumen wurde im Wurzelbereich auf circa acht Zentimetern Tiefe angebohrt.“ Man könne vermuten, dass dort eine giftige Flüssigkeit eingeleitet wurde.

Dieser Baum in Lohfelden wurde anscheinend angebohrt.

Die Gemeinde hat diese Tat auch zur Anzeige gebracht. Die Polizei ermittelte wegen des Vorwurfs der Sachbeschädigung gegen einen Lohfeldener, der von seinem Nachbarn verdächtigt wurde. „Mangels hinreichenden Tatverdachts wurde das Verfahren indes eingestellt“, teilt die Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit. Ein Täter konnte also nicht ermittelt werden.

Für die Gemeinde ist das ärgerlich. „Der Schaden beläuft sich auf einen vierstelligen Betrag pro Baum“, sagt Gertenbach. Einen Täter festzustellen und Schadenersatz zu fordern ist oft nur möglich, wenn Zeugen sich bereit erklären, auszusagen. Die Gemeinde hofft daher auf Mithilfe. Wer sieht, dass sich Menschen an gemeindlichen Bäumen zu schaffen machen und unsicher ist, was dort vorgeht, soll sich unter 05 61/51 10 20 bei der Verwaltung melden. (Michaela Pflug)

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