27-Jähriger wünscht sich Kontakt - das ist aber verboten

Mann aus Vellmar rettete Neuseeländer mit Stammzellenspende das Leben

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Spendete über die DKMS Stammzellen: Der 27 Jahre alte Marek Noll aus Vellmar.

Marek Noll hat Grund zur Freude. Der 27-Jährige hat kürzlich über die Deutsche Knochenmarkspenderdatei Stammzellen gespendet und damit einem Menschen mit Leukämie möglicherweise das Leben gerettet. Doch kennenlernen darf er ihn nicht.

Zumindest ist die Überlebenschance der Person durch Nolls Spende gestiegen. „Das ist ein wirklich tolles Gefühl“, sagt der junge Mann aus Vellmar. Schließlich habe er in einem Zeitraum von rund anderthalb Jahren mehrere Tage mit Tests, Blutproben, Arztgesprächen und Telefonaten verbracht und eine schmerzhafte Prozedur zur Entnahme der Stammzellen über sich ergehen lassen. Am Ende stand eine sogenannte periphere Stammzellenspende, bei der die Zellen aus der Blutbahn entnommen werden. „So eine Chance, jemandem zu helfen, kriegt man wahrscheinlich nur einmal im Leben“, sagt Noll. Doch die Freude wird getrübt. 

Kontakt mit Empfänger verboten

„Leider hat der Empfänger meiner Stammzellen nicht die Möglichkeit, mich kennenzulernen, oder auch ich ihn.“ Der Grund: „Der Empfänger lebt in Neuseeland und dort ist es verboten, dass persönliche der Empfänger und der Spender ausgetauscht werden“, erklärt der Vellmarer.

Für Noll fühlt sich das unvollständig an: „Da fehlt was. Schließlich ist da eine Bindung entstanden“, sagt der eher nüchterne Mensch, der in Hofgeismar als Industriekaufmann in Lager und Logistik arbeitet. „Es müsste ja nicht gleich eine Freundschaft draus werden, wenn wir uns kennenlernen dürften, auch wenn das in manchen Fällen tatsächlich passiert“, sagt Noll. Aber die Gesetzeslage in Neuseeland mache das unmöglich.

Alles was Noll über den Empfänger weiß, ist, dass er männlich, neuseeländischer Staatsbürger und über 30 Jahre alt ist. Außerdem hätte der Körper des Empfängers die gespendeten Stammzellen bisher gut aufgenommen und die Heilungschancen der Leukämie (Blutkrebs) sähen gut aus.

Nur sehr spärlicher Kontakt ist dem Spender-Empfänger-Paar erlaubt. „Ich darf anonymen Briefkontakt mit dem Mann aufnehmen, aber ohne irgendwelche Informationen preiszugeben, mit denen er mich finden könnte.“ Alles persönliche würde von der DKMS aus dem Brief gestrichen. Noll findet das traurig: „Wäre ich in seiner Situation, würde ich genau wissen wollen, wer mir geholfen hat und würde mich auch persönlicher bedanken wollen“, betont er. Lob möchte er dafür nicht hören, auch ein Dankeschön oder ähnliches ist ihm nicht wichtig. „Mir geht’s einfach ums Prinzip.“

Auch interessant: Anders als Marek Noll hat ein Mann aus Bad Emstal, der einer Amerikanerin durch eine Stammzellenspende das Leben rettete, diese nun kennengelernt.

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