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Medienkompetenz und Quellenkritik bei allen Schulen im Landkreis Kassel Thema

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Von: Amir Selim

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Schüler hält Tablet in der Hand im Englischunterricht
An vielen Schulen werden im Unterricht digitale Endgeräte genutzt. Nicht zuletzt bei den Themen Medienkompetenz und Quellenkritik kommen sie zum Einsatz. © Julian Stratenschulte/dpa

Wir haben uns bei den Schulleitern im Landkreis umgehört: Wie werden Themen wie Medienkompetenz oder Quellenkritik im Unterricht eingebaut?

Kreis Kassel – Ein Ende des Kriegs in der Ukraine ist derzeit nicht in Sicht. Täglich erreichen uns Informationen aus den Kriegsgebieten. Gerade in den sozialen Medien sind nicht verifizierbare oder falsche Meldungen im Umlauf. Das beschäftigt auch die Schulen im Landkreis Kassel, denn ihre Schülerinnen und Schüler nutzen diese ausgiebig.

Herderschule

In der Herderschule in Kassel spielen diese Themen eine große Rolle. „Wir nutzen die digitalen Medien zur Arbeit, setzen uns aber auch kritisch mit ihnen auseinander“, erklärt Schulleiter Stefan Alsenz. Dafür seien die Schüler mit entsprechenden Endgeräten versorgt. Rund 85 Prozent steht ein Gerät zur Verfügung, sagt Alsenz. Mit den Geräten können die Schüler beispielsweise auf einen Beamer zugreifen und „ihre Gedanken sofort für die Klasse projizieren“, sagt der Schulleiter.

Auch Quellenkritik ist Thema am Oberstufengymnasium. Egal ob Zeitungsartikel, Dokumentationen oder Internetquellen: „Wir müssen immer hinterfragen“, sagt Alsenz. Das werde den Schülern mitgegeben, zum Beispiel, indem sie sich mit den Urhebern auseinandersetzen.

Praktisch umgesetzt hat das die Schülervertretung zusammen mit Lehrer Axel Wunderlich. Auf Instagram haben sie Informationen und Quellen zum Ukrainekrieg bereitgestellt.

IGS Kaufungen

Mit den Themen Medienkompetenz und Quellenkritik sind Schüler an der IGS Kaufungen ständig konfrontiert. „Das gehört zu unserem täglich Brot“, sagt Schulleiterin Christine Saure. Doch ihr ist auch klar, dass gerade beim Ukrainekrieg die Prüfung von Quellen nicht einfach ist. „Wissen Sie bei der Vielzahl an Informationen aus der Ukraine immer, was richtig oder falsch ist? Ich weiß es nicht“, schildert Saure die Herausforderung, mit dem Krieg sensibel umzugehen.

Gerade deshalb ist Medienbildung im Allgemeinen Thema Nummer eins. Dazu gehört unter anderem die Beschäftigung mit „Hate Speech“ (deutsch: Hasssprache) oder dem richtigen Umgang mit sozialen Medien. Technisch sei die IGS dafür relativ gut ausgestattet. In Kürze werde in der Schule überall W-Lan verfügbar sein, sagt Saure.

Gustav-Heinemann-Schule

An der Gustav-Heinemann-Schule in Hofgeismar beschäftigen sich Schüler schon seit Jahren mit dem Thema, sagt Schulleiter Christoph Schwab. Zum Beispiel, wie sie mit Quellen umzugehen haben. Dazu gibt es einen Schwerpunkt, den jede Klasse, gerade mit Blick auf die sozialen Medien, absolviert. Die Frage des Umgangs mit Medien auch außerhalb des Internets werde vor allem im Bereich Gesellschaftslehre thematisiert, erklärt Schwab.

Christine-Brückner-Schule

„Schüler, egal wie alt sie sind, werden auf das Arbeiten im Internet vorbereitet“, sagt Ulf Imhof, Schulleiter der Christine-Brückner-Schule in Bad Emstal. Besonders intensiv werden die Abschlussklassen im Haupt- und Realschulbereich geschult. Sie nutzen für ihre Prüfungen und Arbeiten Quellen aus Internet oder Literatur. „Die Schüler werden intensiv darauf hingewiesen, wie sie Informationen bekommen und mit Quellen arbeiten“, erklärt Imhof.

Probleme gibt es noch bei der Ausstattung. Die Schule sei noch nicht modern ausgestattet, sagt der Schulleiter. Die Breitbandversorgung solle aber bis Ende 2022 aufgebaut werden. Damit können die Schüler dann mit ihren Geräten auch digitale Unterrichtseinheiten absolvieren. (Amir Selim)

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