Klassenzimmer soll online gehen

Mehrheit der Landkreisschulen bekommt noch dieses Jahr Glasfaseranschluss

Kinder die virtuell am Unterricht aus dem Klassenzimmer teilnehmen, sind auf schnelles Internet angewiesen.
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Kinder die virtuell am Unterricht aus dem Klassenzimmer teilnehmen, sind auf schnelles Internet angewiesen.

Die Pandemie zwingt Lehrer und Schüler ins Netz. Unterricht via Internet funktioniert aber nur, wenn Schulen schnelles Internet und die nötigen Netzwerkstrukturen haben.

Kreis Kassel – Beides gibt es längst nicht überall im Landkreis. Das soll sich ändern, wie aus den Antworten auf eine Anfrage der Grünen im Kreistag hervorgeht. „Der Landkreis hat sich das Ziel gesetzt, alle Schulen über den Digitalpakt Schule auf einen gleichwertigen technischen Stand zu bringen, was die hausinterne Breitbandinfrastruktur betrifft“, heißt es dort.

Das passiert sukzessive, das Förderprogramm Digitalpakt läuft noch bis 2024. Schneller soll es beim Glasfaserausbau gehen. „Bis Ende 2022 sollten alle 74 Schulen einen solchen Anschluss haben“, erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn.

Die meisten Schulen im Kreis sollen aber noch in diesem Jahr eine Glasfaseranbindung erhalten. „Die Ausschreibung der 55 förderfähigen Schulen wurde abgeschlossen. Die beiden erfolgreichen Bieter Götel und Städtische Werke Netz und Service GmbH haben einen Ausbau von 46 Schulen für 2021 zugesagt“, erklärt Kühlborn. Vertraglich geregelte Fertigstellungsfristen gebe es nicht. „Aber die Zusicherung, die Schulen – wenn technisch möglich – priorisiert im Ausbau zu bedienen.“ Die Reihenfolge der auszubauenden Schulen legten die Unternehmen selbst fest.

„Die geförderte Anbindung der 46 Schulen wird voraussichtlich Kosten in Höhe von 4,8 Millionen Euro verursachen“, so Kühlborn. Es seien zunächst nur Schulen ausgewählt worden, die nach den Kriterien des Bundes förderfähig sind. Dabei werde die aktuell mögliche Versorgung dem errechneten Bedarf, der sich unter anderem aus Schülerzahlen sowie Klassen- und Fachräumen zusammensetzt, gegenübergestellt. Aber auch die restlichen Schulen seien nicht abgeschnitten, so Kühlborn. Vielmehr erfolge der Ausbau dort eigenwirtschaftlich durch die Telekommunikationsunternehmen.

Allerdings nutzt auch der beste Glasfaseranschluss ohne hausinterne Breitbandinfrastruktur wenig. „Nach aktueller Planung werden die kompletten Mittel des Digitalpakts in Höhe von 13,05 Millionen Euro in den Aufbau der Netzwerkstrukturen fließen“, erklärt Kühlborn.

Der Ausbau beinhaltet unter anderem, dass die gesamte Hardware von Leitungen bis Router in die Lage versetzt wird, Bandbreiten von ein bis zehn Gigabit und mehr bis in die Klassenräume zu transportieren. Gleichzeitig sollen alle Klassenräume eine Mindestausstattung in Form von Netzwerkanschlüssen haben. Um das zu erreichen, müssen zum Teil viele Meter Kabel und Glasfaserstrecken quer durch die Gebäude verlegt werden. Auch bei den Server-Räumen müssen zum Teil bauliche Veränderungen vorgenommen werden.

Bis diese Arbeiten abgeschlossen sind, dauert es aber noch. „Bis Ende April soll die Bedarfsanalyse abgeschlossen sein“, erklärt Kühlborn. Für alle Schulen werden die letzten Anträge bis circa vier Wochen danach eingereicht sein. Neun Anträge wurden bereits bewilligt, die Ausschreibung ist erfolgt und Ingenieurleistungen vergeben. Für 26 weitere Schulen wurden bereits die Anträge gestellt, sagt Kühlborn.

Weitere Informationen: Eine Liste mit dem Stand des Ausbaus an den einzelnen Schulen gibt es auf der Internetseite landkreiskassel.de unter „Digitalisierung in Schulen“ und „Breitbandausbau“. (Michaela Pflug)

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