1. Startseite
  2. Lokales
  3. Kreis Kassel

Die Miete mindern

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Christian Franz, Berater beim Mieterbund Nordhessen, zu Schimmel in der Wohnung

Wie kann ein Mieter vorgehen, wenn er Schimmel in seiner Wohnung entdeckt? Über diese Frage sprach HNA-Mitarbeiterin Dorothee Köppe mit dem Fachanwalt für Mietrecht und Berater beim Mieterbund Nordhessen, Christian Franz.

Herr Franz, was sollte ein Mieter tun, wenn er Schimmel in seiner Wohnung bemerkt?

Franz: Zunächst muss er dem Vermieter den Mangel melden. Dann sollte er den Vermieter auffordern, den Mangel innerhalb von zwei bis drei Wochen zu beseitigen. In dieser Zeit kann der Vermieter nachweisen, dass der Schimmel nicht auf einem Baufehler beruht.

Und was ist, wenn der Vermieter einen Gutachter bestellt, der ihm wohlgesonnen ist? Franz: Der Mieter muss das Gutachten nicht akzeptieren. Er kann auf Mängelbeseitigung klagen. Dann lässt das Gericht ein Gutachten erstellen

Wie sollte der Mieter vorgehen, wenn der Vermieter auf die Anzeige des Mangels gar nicht reagiert?

Franz: Dann kann der Mieter die Miete mindern. Bei Schimmel im Wohn- oder Schlafzimmer kann die Miete um 20 bis 25 Prozent gemindert werden. Außerdem kann der Mieter weitere 20 Prozent der Miete als Druckmittel zurückbehalten, bis der Mieter den Mangel beseitigt. Der Bundesgerichtshof hat gerade erst entschieden, dass der Anspruch auf Mängelbeseitigung nicht verjährt. Und der Mieter kann Schadensersatz für Umzugskosten oder Gesundheitsschäden geltend machen.

• Weitere Informationen: Mieterbund Nordhessen, Tel. 05 61/8 16 42 60 Archivfoto:  nh

• www.mietrecht-information.de

Auch interessant

Kommentare