Gaststätte im Habichtswald

Nach Tod von Inhaberin - Gaststätte „Zum Silbersee“ schließt

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Steht alleine vor dem leeren Gasthaus „Zum Silbersee“: Mitinhaber Uwe Huy muss das beliebte Ausflugsziel im Habichtswald nach dem Tod seiner Frau Margarete Hanak-Huy schließen.

Nach dem Tod der Inhaberin wird die Gaststätte „Zum Silbersee“ im Habichtswald ihre Tore nicht mehr für Gäste öffnen. „Die Gaststätte schließt“, sagt Ehemann und Mitinhaber Uwe Huy.

Habichtswald - Wer die Kastanienallee im Habichtswald hinab Richtung Herkules geht und sich dann an der Ahne links hält, dem eröffnet sich an einer Lichtung überraschend der Blick auf eine urige Waldgaststätte.

Seit 1949 lockt das Gasthaus „Zum Silbersee“ Naturfreunde mit deftigen Speisen und kühlen Getränken zu einer Rast an Tische und Bänke mitten im Wald. Doch mit dem Tod von Inhaberin Margarete Hanak-Huy am 10. März wird nun alles anders. „Die Gaststätte schließt“, sagt Ehemann und Mitinhaber Uwe Huy.

Mit Margarete Hanak-Huy ist auch ein Stück der Geschichte der Gaststätte gegangen. Seine Frau sei in dem Haus geboren worden, berichtet Uwe Huy. „Fast in demselben Raum, in dem sie zur Welt kam, ist sie jetzt auch gestorben.“ Die gute Seele des Gasthauses „Zum Silbersee“ wurde 66 Jahre alt.

Obwohl die Frühlingssonne jetzt zwischen den hohen Bäumen hindurchscheint, ist kein Leben mehr auf dem Vorplatz, keine Wanderer und spielenden Kinder sind zu sehen und zu hören.

Habichtswald: Gaststätte „Zum Silbersee“ - Reservierungen werden abgesagt

1989 hatte das Ehepaar die Gaststätte von Margaretes Eltern, Alois und Mia Hanak, übernommen. Die Schwiegereltern, berichtet Uwe Huy, hätten die ehemals kleine Waldgaststätte in den Jahren zuvor eigenhändig ausgebaut. Doch der urige Charme blieb immer erhalten. Eine eigene Quelle und eine eigene Kläranlage gehörten beispielsweise zu dem Anwesen.

Blick in die Vergangenheit: Die Waldgaststätte bei Kassel gibt es seit 1949. Das Foto mit Alois und Mia Hanak mit Töchterchen Margarete entstand 1954.

Dass es irgendwie weitergeht, schließt Uwe Huy derzeit aus. „Man findet ja auch kein Personal mehr“, sagt der 67-Jährige. „Keiner will bei Wind und Wetter hier hochkommen.“ In den vergangenen Jahren sei es immer ruhiger geworden am Silbersee, auch wenn es beispielsweise immer viele Vorbestellungen für Gänseessen im Winter gab. „Das müssen wir jetzt alles absagen.“ Das Gebäude befinde sich in Erbbaurecht, sagt der frühere Koch. Und: Der Forst habe ein Vorkaufsrecht. „Der Forst entscheidet, was damit passiert.“

Die Zugänge zum Biergarten hat Uwe Huy bereits mit Ketten und kleinen Sperren verbaut. Kein Gast legt mehr einen Stopp ein. Beim Blick auf die Szenerie scheint es so, als würde es dabei bleiben.

Von Sven Kühling

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