1. Startseite
  2. Lokales
  3. Kreis Kassel

Nach tödlichem Schäferhund-Angriff in Söhrewald: Ordnungsamt ist eingeschaltet

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Moritz Gorny

Kommentare

Ein Fall wie David gegen Goliath: Ein Malteser wurde kürzlich in Söhrewald von zwei Schäferhunden gejagt und wahrscheinlich totgehetzt. Unser Symbolbild einen Schäferhund beim abendlichen Spaziergang.
Ein Fall wie David gegen Goliath: Ein Malteser wurde kürzlich in Söhrewald von zwei Schäferhunden gejagt und wahrscheinlich totgehetzt. Unser Symbolbild einen Schäferhund beim abendlichen Spaziergang. © Boris Roessler/dpa,

Söhrewald. Nach dem tödlichen Aufeinandertreffen zweier Hunde in Söhrewald prüft das Ordnungsamt nun, ob die beiden Schäferhunde gefährlich sind.

Ein Albtraum für Hundebesitzer: Beim Spaziergang treffen zwei Hunde aufeinander und statt sich zu beschnuppern und dann ihrer Wege zu ziehen, fallen sie sich an – und ein Tier stirbt.

So passierte es kürzlich in Söhrewald-Wattenbach, wo zwei Schäferhunde die Malteserhündin Luna jagten und möglicherweise tothetzten. Davon ging zumindest die Polizei aus. Keines der Tiere war angeleint. Wie es jetzt weitergeht, wollten wir vom Ordnungsamt Söhrewald und dem Veterinäramt des Landkreises Kassel wissen.

Dem Ordnungsamt sei der Fall bekannt, teilt Julia Schimpf, Pressesprecherin der Gemeinde Kaufungen, auf HNA-Nachfrage mit. „Die Halterin des Maltesers hat sich nach dem Vorfall an das Ordnungsamt Kaufungen wegen des Gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirkes gewandt.“

null
Hat nicht überlebt: Malteser-Hündin Luna. © Moritz Gorny

Weil laut Schimpf in keinem der drei Ortsteile Söhrewalds Leinenzwang gilt, liege in dem Fall nach aktuellem Stand keine Ordnungswidrigkeit vor. Damit ist die Sache aber noch nicht vom Tisch: Zwar könne sie keine Angaben darüber machen, ob die Schäferhunde oder der Malteser bereits gemeldet worden waren, sagt die Sprecherin. „Zu Verhaltensauffälligkeiten von Hunden können wir aus Datenschutzgründen keine Auskünfte erteilen.“ Doch müsse im aktuellen Fall gehandelt werden: „Wenn Hunde negativ auffallen, ist die Gefährlichkeit der Tiere von Amts wegen zu ermitteln“, sagt Schimpf.

Dementsprechend fänden aktuell Anhörungen beim Ordnungsamt Kaufungen statt, bei denen die beiden Hundehalterparteien über den Vorfall und ihre Hunde befragt werden. Auch prüfe das Amt die Haltungsbedingungen für die Tiere. Sollte das Ordnungsamt die Schäferhunde als gefährlich einstufen, drohten den Haltern mögliche Konsequenzen, vom Leinenzwang, über den Maulkorbzwang, bis hin zur Sicherstellung, Verwahrung oder Tötung der Hunde. „Wir können aber noch nicht sagen, wann die Einstufung erfolgt und natürlich auch nicht, mit welchen Konsequenzen die Halter rechnen müssen“, sagt Schimpf.

Finde das Ordnungsamt heraus, dass das Tierwohl durch die Haltung oder den Halter möglicherweise gefährdet sei, schalte sich das Veterinäramt des Landkreises Kassel ein und prüft, ob die Tiere artgerecht gehalten werden.

„Die Kollegen beurteilen zum Beispiel, ob die Hunde genügend Auslauffläche haben, ob sie ausreichend Futter bekommen oder durch ihre Halter geschlagen werden“, sagt Landkreisssprecher Harald Kühlborn. Komme der Halter den Auflagen des Amtes nach mehrfacher Aufforderung nicht nach, drohe den Tieren das Tierheim.

Auch interessant

Kommentare